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2011

Schiffsverkehr sorgt für dicke Luft

Plasmen und Katalysatoren können schädliche Abgase verringern

Der Schiffsverkehr produziert mit ca. 2,3 Millionen Tonnen pro Jahr mehr Stickoxide als der gesamte Luftverkehr. Bis zum heutigen Tag fehlt es jedoch an wirkungsvollen Methoden oder Filtern, die zur Abluftbehandlung auf Schiffen eingesetzt werden können. Ein Deutsch-Polnisches Team aus Industrie und Forschung will Schiffsdieselabgase mit Hilfe einer neuartigen Kombination aus Plasmen und Katalysatoren reinigen. Die neoplas GmbH koordiniert federführend das Projekt "Plasma-based catalytic treatment of exhaust emissions of marine diesel engines". Damit können Reeder und Werften die verschärften Umweltnormen einhalten, laut denen der Ausstoß von Stickoxiden bis 2016 um 80 Prozent gesenkt werden muss.

Plasma gilt als vierter Aggregatzustand und entspricht einem teilionisierten Gas. Während Plasmen in der Sonne mehrere millionen Grad heiß sind, lassen sie sich auch kalt für vielfältige Anwendungen in der Oberflächentechnik, Medizin oder im Umweltschutz einsetzen wie eben z.B. als Plasmafilter in der Abluftaufbereitung. Jedoch werden hier, anders als bei herkömmlichen Verfahren zur Abgasbehandlung, zwei Methoden in einem Prozess integriert: Katalysatoren und modernste Plasmatechnologie werden zu einem neuartigen Abgasnachbehandlungsverfahren kombiniert. Durch gezielte Oxidation und Reduktion werden die Stickoxide dabei in unschädliche Bestandteile umgewandelt.

Das dreijährige Verbundprojekt wird auf deutscher Seite vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie gefördert, auf der polnischen Seite vom Ministerium für Wissenschaft und Hochschulwesen.

Die neoplas GmbH wurde 2005 als Technologietransferzentrum aus dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. gegründet, der größten Forschungseinrichtung in Europa zur industriellen Ausrichtung dieses Themas. Hauptaufgabe sind die Entwicklung von Technologien bis zur Marktreife sowie Technologiemanagement und Forschungsmarketing.

Das Konsortium:

  • Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald)
  • neoplas GmbH
  • MET Motoren- und Energietechnik GmbH
  • Leibniz-Institut für Katalyse e.V.
  • Fakultät für Maschinenbau und Schiffstechnik Universität Rostock
  • Maritime Akademie Szczecin
  • Westpommersche Technische Universität Stettin

Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer, Parl. Staatssekretär Dr. Christoph Bergner

Besuch beim Plasma-Cluster MV am Freitag, 26. August 2011 ab 14:15 Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald)

Der Beauftrage der Bundesregierung für die Neuen Länder und Parlamentarische Staatssekretär  (Bundesministerium des Innern) Dr. Christoph Bergner besucht am 26. August 2011 das INP Greifswald. Er informiert sich dabei über die einzigartige Clusterbildung in Mecklenburg-Vorpommern auf den Gebieten Plasmamedizin und -technologie. Das Spektrum des Clusters reicht dabei von der Plasmamedizin über den Bereich Plasmen in Umwelt und Energie bis zu Plasmen im Bereich Life Science.

Plasmatechnologie ist eine Querschnitttechnologie, die viele Anknüpfungspunkte in anderen Wissenschaften findet. Mit Hilfe der Plasmatechnologie können Oberflächen beschichtet, funktionalisiert, modifiziert, verschweißt oder dekontaminiert werden. Relativ neu ist die Anwendung von physikalischen Plasmen in der Medizin.

Im innovativen Forschungsfeld Plasmamedizin arbeitet das INP mit den Universitäten Greifswald und Rostock sowie den Fachhochschulen Stralsund, Neubrandenburg und Wismar zusammen, zum Beispiel über das vom BMBF geförderte Projekt Campus PlasmaMed. Darüber hinaus bestehen auch bei anderen Themenfeldern (allerdings immer im Zusammenhang mit physikalischen Plasmen) Kooperationen in Form von gemeinsamen Projekten (DFG, BMBF, Landesförderungen) und sogar struktureller Natur wie über gemeinsame Professuren (Uni Rostock, Uni Greifswald, FH Stralsund).

Aufgrund ihrer vielversprechenden und vielseitigen Anwendungsfelder stößt die Plasmamedizin weltweit auf großes Interesse. Neben der Beschichtung von Implantaten und der Sterilisation hitzeempfindlicher Medizingeräte sind direkte therapeutische Plasmaanwendungen neu. Als Kernelement der Plasmamedizin bringen sie physikalisches Plasma in direkten Kontakt mit dem menschlichen (oder tierischen) Körper. Die Basis dieser Behandlungen bilden Plasmaquellen: Plasma erzeugende Geräte, entwickelt für die Anwendungen in Praxen und Krankenhäusern. Mit Plasma kann der Verlauf einiger infektiöser Krankheiten deutlich verkürzt bzw. die Heilung überhaupt erst möglich werden. Erst vor kurzem machte das INP Greifswald Schlagzeilen, als der Pharmazeut und INP-Forschungsschwerpunktleiter Thomas von Woedtke den Ruf als weltweit erster Professor für Plasmamedizin an die Universitätsmedizin Greifswald angenommen hat.

Übersicht/Ablauf

14:15 Uhr Führung durch ausgewählte Labore des INP
ca. 15:15 Uhr Pressehintergrundgespräch

Gäste:

  • Dr. Christoph Bergner, Beauftragter der Bundesregierung für die Neuen Bundesländer und Parlamentarischer Staatssekretär beim Bundesminister des Innern, Berlin
  • Prof. Klaus Dieter-Weltmann, Direktor des INP Greifswald
  • Prof. Thomas Schoenemann, Forschungsbereichsleiter Umwelt & Energie, INP Greifswald
  • Dr. Marko Häckel, Geschäftsführer der neoplas GmbH, Greifswald/Potsdam
  • Dr.-Ing. Bernd Rethmeier, Stellvertretender Leiter der Stabsstelle, Technologietransfer, Fachhochschule Stralsund
  • Prof. Thomas Klinger, Wissenschaftlicher Leiter des Max-Planck-Instituts für Plasmaphysik, Geschäftsstelle Greifswald

Für Medienvertreter gibt es die Möglichkeit, am Laborrundgang und an der anschließenden Gesprächsrunde teilzunehmen (Fotos möglich). Bitte planen Sie eine Dauer von insg. 90 Minuten ein. Aus organisatorischen Gründen bitten wir um eine vorherige An- bzw. Rückmeldung
(E-Mail: glawe@inp-greifswald.de, Fax 03834 / 554-301).

Weltweit erste Professur für Plasmamedizin in Greifswald

Der Greifswalder Pharmazeut Thomas von Woedtke ist seit dem 1. Juli 2011 der weltweit erste Professor für Plasmamedizin. Die Berufung an die Universitätsmedizin der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald erfolgte in Kooperation mit dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP Greifswald). Strukturell ist die zu einhundert Prozent vom INP finanzierte und zeitlich unbefristete W2-Professur dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universitätsmedizin Greifswald zugeordnet. Mit dieser Professur übernimmt von Woedtke die Aufgabe, die Zusammenarbeit zwischen INP und Universitätsmedizin zu stärken und neue gemeinsame Projekte anzuregen.

Gleichzeitig ist Professor von Woedtke Wissenschaftlicher Leiter des Forschungsschwerpunktes Plasmamedizin / Dekontamination am INP. Im Rahmen seiner Forschungstätigkeit untersucht Professor von Woedtke hauptsächlich die "in vitro"-Effekte von physikalischem Plasma auf Flüssigkeiten, Organismen und Zellen, um damit therapeutische Anwendungen wissenschaftlich vorzubereiten und zu begleiten. Die Verträglichkeit und Sicherheit von Plasmaanwendungen spielen hierbei eine entscheidende Rolle. "Greifswald hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der international führenden Zentren der Plasmamedizin entwickelt. Mit der Einrichtung der weltweit ersten Professur wird dieses zukunftsträchtige Forschungsfeld nachhaltig gefördert", so von Woedtke.

Ansprechpartner an der Universität Greifswald
Prof. Dr. Axel Kramer
Institut für Hygiene und Umweltmedizin
Universitätsmedizin Greifswald
Walther-Rathenau-Straße 49a, 17489 Greifswald
Telefon 03834 515-542
Telefax 03834 515-541
kramer@uni-greifswald.de
                            
Ansprechpartner des INP
Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP Greifswald)
Felix-Hausdorff-Straße 2, 17489 Greifswald
Telefon 03834 554-310
Telefax 03834 554-301
weltmann@inp-greifswald.de

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Personalnachrichten

Marko Häckel wechselt vom Leibniz-Institut in Ausgründungen

Zum 31. August 2011 wird Dr. Marko Häckel vom Leiter der Stabsabteilung im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) in die Ausgründungen des INP wechseln. Nach rund vier Jahren in der Führungsriege des Leibniz-Instituts widmet sich Häckel als Geschäftsführer damit ganz den Spin-off-Firmen des INP (www.neoplas.eu). Die drei Unternehmen neoplas GmbH, neoplas tools GmbH und neoplas control GmbH haben einen Gesamtjahresumsatz von rund 2 Mio. Euro und komplettieren die Wertschöpfungskette von der Forschung bis in den Markt. "Den starken Wachstumskurs in der neoplas möchte ich weiter forcieren und in der neoplas control sowie der neoplas tools neue Geschäftsfelder und Kunden erschließen – das geht nicht nebenher", erklärt der promovierte Chemiker. Die neoplas GmbH koordiniert ein bundesweites Unternehmenskonsortium aus etablierten Partnern, das sich vergangenes Jahr gründete. "Von der Ideenqualifizierung und Projektentwicklung über Lizenzverträge oder PR bis zum Prototypenbau inklusive Geschäftsplan bieten wir als Konsortium alles rund um die Themen Technologietransfer und Forschungsverwertung –  da wollen wir die erste Adresse in Deutschland sein", beschreibt Häckel das Ziel der Partner im Konsortium.

INP-Direktor Professor Klaus-Dieter Weltmann betont, dass Häckels Wechsel ein wichtiger und konsequenter Schritt zum Wohle der Ausgründungen ist. Es schwingt aber auch Bedauern mit, denn das INP habe ihm viel zu verdanken: "Er hat Großes geleistet und die Abteilung quasi aus dem Nichts ohne nennenswerte Grundfinanzierung aufgebaut", unterstreicht Weltmann. "Ich bin daher sehr froh, auch künftig auf ihn zählen zu können, wenn auch nicht mehr in der INP-Kärrnerarbeit des öffentlichen Dienstes, sondern in unserem industriellen Umfeld." Im INP tritt der bisherige Stellvertreter  Dr. Hans Sawade die Nachfolge des gestandenen "Leibnizianers" an und wird dabei von Dr. Christian Theel unterstützt. "Ich freue mich natürlich, nach der sehr erfolgreichen Aufbauarbeit nun die Phase der Konsolidierung zu leiten", beschreibt Sawade seinen Fokus.

Am INP Greifswald baute Marko Häckel die Stabsabteilung auf, zu deren Aufgaben Internationales, Forschungsförderung und Recht & Patente gehören. In dieser Zeit war er auch Sprecher des Arbeitskreises Wissens- und Technologietransfer der Leibniz-Gemeinschaft. Vom Projektträger Jülich kommend, war der Chemiker von 2002 bis 2007 bei der Leibniz-Gemeinschaft beschäftigt, wo er das Brüsseler Verbindungsbüro aufbaute und leitete. In seiner Promotion in Biophysikalischer Chemie an der Universität Münster (2000) und wissenschaftlichen Laufbahn beschäftigte er sich in Palmerston North (Neuseeland) und der University of Texas Medical Branch u. a. mit der Thermodynamik der Proteinfaltung.

Die neoplas GmbH wurde 2005 als Technologietransferzentrum des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) gegründet. Als Dienstleister entwickelt sie u. a. Prototypen bis zur Kleinserie, konstruiert und fertigt maßgeschneiderte Plasmaanlagen für die Forschung und ist im internationalen Forschungsmanagement und Technologiemarketing zu Hause.
Die Geschäftsfelder der neoplas control GmbH sind hochpräzise und schnelle Lasermesssysteme für die Plasmadiagnostik, Prozesssteuerung und Spurengasanalyse im mittleren Infrarotbereich sowie die Anwendungen von Plasmen im medizinischen Bereich. Im Fokus der neoplas tools GmbH entstehen kundenindividuelle Lösungen für die Oberflächenbehandlung (reinigen, ätzen, beschichten, funktionalisieren, aktivieren) mit Plasmasystemen, die unter Normaldruck arbeiten.
Im INP Greifswald stehen die anwendungsorientierte Grundlagenforschung und die Optimierung sowie Entwicklung etablierter plasmagestützter Verfahren und Produkte im Mittelpunkt der Forschungsarbeiten. Mit z. Zt. etwa 185 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ist das Leibniz-Institut die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung zu Niedertemperaturplasmen in Europa.
Dr. Hans Sawade ist Chemiker und seit 2008 im Stab des INP als Forschungskoordinator tätig. Schon sehr früh in seiner wissenschaftlichen Karriere an der TU Berlin (1996 – 2002) beschäftigte er sich intensiv mit der Einwerbung von Forschungsprojekten der öffentlichen Hand. Während seiner Tätigkeit bei der Fraunhofer Gesellschaft von 2003 bis 2008 gehörten dann auch Einwerbungen von industriellen Entwicklungsprojekten zu seinen Aufgaben. Seine Promotion fertigte er an der TU Berlin  in der Flüssigkristallforschung an.


Kontakt:
Dr. Hans Sawade
sawade@inp-greifswald.de
Tel.: +49-3834-554-3899
Fax: +49-3834-554-301
Mobil: +49-172-475-8550

Dynamic structures in atmospheric pressure plasmas and optical analysis

Organized by INP Greifswald
Greifswald, Germany, June 27 – 30, 2011

Supported by Federal Ministry of Education and Research of Germany (project RUS 10/005)

General information

The workshop brings together the research groups from Germany and Russia working on various applications of atmospheric and high-pressure plasmas. The scientists of both countries will get a brilliant opportunity to discuss the recent challenges, problems and solution methods in fundamental investigations and technological applications.

The aim of this meeting is to consolidate the efforts in investigations and development of technological plasmas including both the diagnostics and modelling aspects. Young scientists and early stage researches have been invited to the workshop for presentation of their results.

The workshops will be held in the INP Greifswald. The official workshop language is English.

Program

Monday, June 27

Registration of participants
Workshop opening
Visiting of the INP labours

Tuesday, June 28
Plenary session
Invited speakers:

Dr. H. Schneidenbach
INP Greifswald
Temperature and electron density determination from radiance measurements in an ablation controlled PTFE arc considering radiation absorption

Prof. Yu.B. Golubovskiy
St.-Petersburg State University
Metastable and resonance atoms in a discharge with a cathode spot

A. Shishpanov
St.-Petersburg State University
Abnormal effect of gas discharge gap memory

M. Becker
INP Greifswald
Analysis of pulsed glow discharge in argon at atmospheric pressure conditions

Prof. N.A. Timofeev
St.-Petersburg State University
Multiphoton laser spectroscopy in the study of atoms and molecules

Dr. A. Pastor
St.-Petersburg State University
Study of ionization processes of gases with the help of femtosecond laser pulses

Wednesday, June 29

Plenary session
Invited speakers:

Dr. D. Uhrlandt
INP Greifswald
Diagnostic of modern welding processes

Prof  F. G. Baksht
Ioffe Physical-Technical Institute, St. Petersburg
Distribution function and electron flow of low ionized plasma on electrodes

Dr. S. Popov
Institute of High Current Electronics, Tomsk
Anode spot and anode ablation in pulsed vacuum discharge

A. Schneider
Institute of High Current Electronics, Tomsk
Diagnostics of the cathode sheath expansion after current zero in a vacuum circuit breaker

Dr. M. Baeva
INP Greifswald
Experimental and simulation studies of microwave induced plasma sources for analytical applications

Dr. F. Sigeneger
INP Greifswald
Modelling of a RF plasma jet at atmospheric pressure

Organizing committee

Dr. D. Uhrlandt (INP: Chair)
Prof. Yu. Golubovskii (SpBU: Chair)
Dr. E. Gorchakova (INP)

Epidemie verantwortlicher EHEC Keim O104 erfolgreich mit kaltem Plasma behandelt

Vielversprechende Ergebnisse liefern Greifswalder Wissenschaftler auch bei den neuesten Untersuchungen zur Inaktivierung des aggressiven EHEC Keims O104.

Das Besondere an den Forschungsarbeiten ist, dass hier mit dem für die aktuelle Epidemie verantwortlichen Stamm EHEC O104 der auch in Greifswald bei erkrankten Patienten vorkommt, gearbeitet wurde. "In unseren Versuchen mit dem INP Greifswald konnten wir zeigen, dass auch der besonders virulente EHEC-Stamm O104 erfolgreich inaktiviert werden kann", erklärt Prof. Steinmetz vom Institut für Medizinische Mikrobiologie der Universitätsmedizin Greifswald. "Diese Technologie hat das Potenzial, Nahrungsmittel sicherer zu machen und so das Risiko von lebensmittelverursachten Epidemien zu reduzieren" so Steinmetz weiter.

Derartige Experimente können nur in einem mikrobiologischen Labor der Sicherheitsstufe S3 durchgeführt werden. Ein Labor dieser Ausstattung ist im Bereich Humanmedizin in Mecklenburg Vorpommern nur am Friedrich Loeffler Institut für Medizinische Mikrobiologie in Greifswald vorhanden.

Dr. Ehlbeck, Plasmaphysiker am INP Greifswald: "Nachdem wir bereits vor einigen Tagen die Inaktivierung des EHEC-Stamm O157 anhand von 5 unterschiedlichen bei uns im Institut entwickelten Plasmaquellen demonstriert hatten, konnten wir diese Versuche jetzt in Zusammenarbeit mit Prof. Steinmetz an O104 fortführen".

Staatssekretär Schütte besucht Plasmaphysiker in Greifswald

Forschungsstaatssekretär informiert sich über INP und IPP

Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, wird am Mittwoch, dem 1. Juni 2011 zu einem Informationsbesuch bei den Plasmaphysikern in Greifswald erwartet. Hier wird er das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald e.V.) sowie das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik (IPP) besuchen.

Im INP wird Herr Dr. Schütte sich schwerpunktmäßig über den Campus PlasmaMed und das Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) plasmatis informieren. Der Campus wird vom BMBF im Rahmen des Programms Spitzenforschung und Innovation in den Neuen Ländern gefördert. Zwei Greifswalder Stärken mit langer historischer Tradition, die Plasmaforschung und die Medizin = Plasmamedizin, kommen hier zusammen und werden durch diese Zusammenarbeit noch stärker.

Die Plasmamedizin ist noch ein sehr junges Gebiet mit hohem Innovationspotenzial und großen Zukunftsaussichten. Sie entwickelt sich derzeit zu einem neuen Forschungszweig. Plasma wirkt antiseptisch und kann damit die Wundheilung beschleunigen oder z. B. Erkrankungen der Haut oder des Zahnfleisches lindern. Neben einer Verbesserung der Lebenssituation von Patienten erscheint eine Entlastung des Gesundheitssystems durch z. B. verkürzte Therapiezeiten durch den Einsatz der Plasmamedizin möglich.

Unter der Federführung des INP Greifswald bearbeiten die Universitäten Greifswald und Rostock, die Berliner Charité, das Unfallkrankenhaus Berlin- Marzahn, die Fachhochschule Stralsund, das Forschungszentrum Wismar e.V., das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH), die HAWK Göttingen sowie Cinogy GmbH, Duderstadt gemeinsam die unterschiedlichsten Aufgabenstellungen. Die enge interdisziplinäre Kooperation der Fachdisziplinen Plasmaphysik, Unfall- und Viszeralchirurgie, Innere Medizin, Orthopädie, Dermatologie, Hautphysiologie, Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Hygiene, Mikrobiologie, Immunologie, Zahnmedizin, Veterinärmedizin, Pharmazie und Humanökologie zeigt das hohe Innovationspotenzial der Plasmamedizin auf.

Im Max-Planck-Institut für Plasmaphysik will sich Staatssekretär Schütte über den Stand der Fusionsforschung und über die Montage der Forschungsanlage Wendelstein 7-X informieren, die gegenwärtig im IPP in Greifswald aufgebaut wird. Wendelstein 7-X wird nach der Fertigstellung die weltweit größte Fusionsanlage vom Typ Stellarator sein. Im Rahmen des europäischen Fusionsforschungsprogramms hat sie die Aufgabe, die Kraftwerkseignung dieses Bautyps zu untersuchen.

Das Max-Planck-Institut für Plasmaphysik ist dem von Euratom koordinierten europäischen Fusionsprogramm assoziiert, zu dem sich die Fusionslaboratorien der Europäischen Union und der Schweiz zusammengeschlossen haben.

Ziel der Forschung ist es, die Energieproduktion der Sonne auf der Erde nachzuvollziehen und aus der Verschmelzung von Atomkernen Energie zu gewinnen. Brennstoff ist ein dünnes ionisiertes Wasserstoff-Gas, ein "Plasma". Da die für den Fusionsprozess nötigen Grundstoffe in großer Menge überall vorhanden sind und ein Fusionskraftwerk günstige Sicherheits- und Umwelteigenschaften verspricht, könnte die Fusion einen nachhaltigen Beitrag zur Energieversorgung der Zukunft leisten.
Interessierte Journalisten sind herzlich in das INP oder das IPP eingeladen:

Mittwoch, 1. Juni 2011

im INP
um 12:00 Uhr

im IPP
um 15:30 Uhr für Bildjournalisten und
um 16:50 Uhr für Fragen an den Staatssekretär

Anmeldung
im INP unter Tel. 03834 554-3802, E-Mail: glawe@inp-greifswald.de
im IPP bitte unter Tel. 03834 88-1203, E-Mail: beate.kemnitz@ipp.mpg.de

Plasma bietet Perspektiven zur Inaktivierung von EHEC

Greifswald - 26. Mai 2011

Die ständige Gefahr durch lebensmittelbedingte Erkrankungen ist durch den aktuell auftretenden enterohämorrhagischen Escherichia coli (EHEC) wieder stark in den Mittelpunkt der Öffentlichkeit gerückt. Lebensmittelbedingte Erkrankungen werden durch Bakterien und Pilze auf den unterschiedlichsten Nahrungsmitteln verursacht.

Das INP Greifswald beschäftigt sich seit längerem mit der Problematik der Anwendung von Plasma zur Dekontamination von frischen Lebensmitteln.

Gegenwärtig sind auch Untersuchungen zur Inaktivierung des EHEC-Keims in Vorbereitung. Es ist davon auszugehen, dass der EHEC-Keim in seiner Reaktion auf physikalisches Plasma mit anderen Escherichia-coli-Stämmen vergleichbar ist. Es konnte bereits gezeigt werden, dass sich Escherichia coli grundsätzlich auf Lebensmitteln durch Plasma inaktivieren lässt. Plasmabasierte Verfahren bieten damit die Chance, Gefährdungen für die Verbraucher durch kontaminierte Lebensmittel zukünftig wirksam vorzubeugen.

Der Einsatz von Plasmaverfahren zeichnet sich dadurch aus, dass die Wirkung nicht auf einer Substanz oder einem Effekt beruht, sondern durch eine Vielzahl von antimikrobiell wirkenden Komponenten hervorgerufen wird. Daraus resultiert eine hervorragende Wirkung gegenüber einem breiten Spektrum von Mikroorganismen. Hinzu kommt, dass eine Vielzahl von Wirkkomponenten nur während des Plasmabetriebes existiert und sich somit nicht im Lebensmittel anreichern kann.
Das Projekt FriPlas wird von der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) gefördert.

EHEC Versuche sind mit erfolgreichem Ergebnis durchgeführt worden, in Kooperation mit dem akkreditierten und zertifizierten Prüflabor Hygcen GmbH in Schwerin.

Projektleiter: Dr. Jörg Ehlbeck
wissenschaftliche Mitarbeiterin: Uta Schnabel

BMBF fördert Greifswalder Campus PlasmaMed mit weiteren 5,7 Mio. Euro

INP Greifswald und Partner starten 2011 erfolgreich in die zweite Förderperiode

Greifswald - 24. Januar 2011
Der Greifswalder Campus PlasmaMed ist erfolgreich ins neue Jahr gestartet. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung bewilligte, nach positiver Evaluierung, in der zweiten Förderperiode weitere 5,7 Mio. Euro.  Der vom INP Greifswald initiierte Campus PlasmaMed hatte 2008 seine Arbeit aufgenommen und erstmalig Kompetenzen in Sachen Plasmaphysik, Plasmatechnologie und Lebenswissenschaften, insbesondere Medizin, weiträumig, organisationsübergreifend und themenorientiert in Kooperation mit Hoch- und Fachhochschulen des Landes gebündelt.

In der zweiten Förderperiode sollen die bisher aufgezeigten und experimentell erforschten Möglichkeiten der direkten therapeutischen Anwendung von physikalischen Plasmen weiter fokussiert und in praktisch anwendbare Medizinprodukte und medizinische Behandlungsverfahren überführt werden.  Die zweite Förderperiode erfolgt mit direkter Beteiligung der Industrie.

Im Zentrum der anwendungsorientierten Forschung des Campus PlasmaMed stehen direkte therapeutische Plasmaanwendungen auf den Gebieten Dermatologie, Zahnheilkunde, Innere Medizin, Chirurgie und Onkologie. Damit deckt der Verbund die gesamte Kette von der Konzeption der Plasmaquellen über deren Prüfung bis zur therapeutischen Anwendung ab. Diese Forschung wird durch das zweite sehr erfolgreiche Forschungsfeld der plasmagestützten Herstellung, Modifikation und Optimierung biofunktionaler Implantatoberflächen flankiert, wobei hier der Fokus auf Anwendungen in der Orthopädie, Zahnheilkunde, Urologie sowie Chirurgie liegt.
Die zweite Förderrunde läuft bis September 2013.

Verbundpartner im Campus PlasmaMed:
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald)
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald
Universität Rostock
Fachhochschule Stralsund
Forschungszentrum Wismar e.V.
Forschungsverbund Berlin e.V. (FBH)
Berliner Charité
Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Göttingen
Cinogy GmbH, Duderstadt


2010

Patenthandelsfonds hat professionelle Verwertung von Erfindungen aus Mecklenburg-Vorpommern übernommen

Erfolgreiche Geschäftspartnerschaft  mit dem INP Greifswald und der Neubrandenburger DURTEC GmbH gestartet


Nur etwa drei bis fünf Prozent aller international angemeldeten Schutzrechte werden den strengen Auswahlkriterien von professionellen Verwertern gerecht und gehen den tatsächlichen Schritt in die marktfähige Verwertung.

Zwei Schutzrechtsanmeldungen aus dem INP Greifswald (Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.) und der Neubrandenburger DURTEC GmbH  haben diese Hürde genommen. Die internationale Verwertung der Technologien / Patente hat ein großer Patenthandelsfonds übernommen.

Die enge Zusammenarbeit des INP Greifswald und der DURTEC GmbH soll den Transfer aus der Forschung in die industrielle Anwendung stärken.

Relevante Märkte der beiden Erfindungen sind die Zukunftsfelder Life Sciences, Neue Materialien und Clean Technology.

Mit Plasma auf den Zahn gefühlt

In Greifswald kooperieren Leibniz-Forscher und Uni im Rahmen von PlasmaDent

Greifswald – 5. Juli 2010
Scheinbar harmlose Probleme wie Zahnfleischerkrankungen oder Entzündungen des Zahnfleisches sollten von niemandem auf die leichte Schulter genommen werden. Bakterien, die in der Mundhöhle leben, können im gesamten Organismus Unheil anrichten. Sie gelangen vom Mund in die Blutbahn und belasten das Immunsystem. Das wehrt sich, und im schlimmsten Fall werden nicht nur die Bakterien getötet, sondern auch der Zahnhalteapparat und der Kieferknochen abgebaut. Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) und Zahnmediziner der Universität Greifswald untersuchen seit Juli 2008 in einem gemeinschaftlichen Projekt, wie Plasma in der Zahnmedizin, beispielsweise bei Zahnfleischerkrankungen, wirkungsvoll eingesetzt werden kann. PlasmaDent, so der Titel des Leitthemas, läuft im Rahmen des Campus PlasmaMed, einem vom BMBF geförderten Projekt, in dem es um anwendungsorientierte Forschung zum Einsatz von Niedertemperaturplasmen in der Medizin geht. Die Forscher zeigten in ihren Experimenten die antimikrobielle Wirkung von Plasma auf planktonische Erreger, so bezeichnet man freibewegliche Mikroorganismen, die z. B. in menschlichem Speichel vorkommen. Hierzu strichen sie Testkeime auf kleine Petrischalen mit einem Nährboden für Bakterien aus und behandelten sie mit Plasma. Sie wiesen bakterienfreie Zonen nach. Im Mund leben die Bakterien in Biofilmen, der sogenannten Plaque. Das ist jener Belag, den wir am Morgen von unseren Zähnen bürsten. Die Erreger sind dabei in eine Kohlenhydratmatrix, die sie vor Umwelteinflüssen und antimikrobiellen Substanzen schützt, eingebettet. Dagegen kommen auch die handelsüblichen Antiseptika nicht ohne weiteres an. Plasma könnte diese Probleme lösen.

Mit Plasma Entzündungen vorbeugen
Es gibt so gut wie keinen Bereich, in dem Plasma nicht auf die eine oder andere Weise eingesetzt wird. Seine einzigartigen Eigenschaften sind Grundlagen für viele technische Anwendungen. Wenn es nach den Wissenschaftlern des INP und der Universität Greifswald geht, sollen mit Plasmen auch bald solche Probleme in der Zahnheilkunde gelöst werden, die bisher nur sehr zeitaufwendig und schmerzhaft durchgeführt werden konnten.

Das gilt zum Beispiel für die Parodontitis. Der auf dem Zahn befindliche Biofilm verursacht eine Entzündung, die zu Zahnfleischtaschen und Knochenabbau führen kann. Nach einer konventionellen Parodontalbehandlung, die mit Ultraschallgeräten harte und weiche Beläge entfernt, bleiben häufig mikrobiell besiedelte Resttaschen zurück. In diesem Bereich, der mit konventionellen Methoden nicht erreichbar ist, können sich die Bakterien sehr schnell vermehren. Um Zähne mit Zahnfleischtaschen langfristig zu erhalten, müssen diese Beläge alle drei bis sechs Monate entfernt werden. Die mechanische Entfernung ist für die Patienten oft sehr schmerzhaft. Mittels Plasma könnten Zahnärzte sehr viel sanfter mit ihren Patienten umgehen.

Ebenfalls langwierig und schmerzhaft sind Wurzelbehandlungen der Zähne. Die Wurzeln eines Zahnes sind nicht immer gerade, sondern mitunter gekrümmt und sehr verzweigt. Zudem weisen sie viele Ramifikationen (Nebenverästelungen des Hauptwurzelkanals) auf. Das erschwert die Behandlung, denn für eine erfolgreiche Desinfektion des Wurzelkanalsystems ist ein Biofilmabtrag in den schwer zugänglichen Bereichen, besonders in der Nähe der Wurzelspitze mit ihren vielen Ramifikationen, nötig. Spülungen mit Desinfektionsmitteln erreichen diese Stellen nur unzureichend. Ist jedoch die Desinfektion nicht erfolgreich, können sich die Bakterien weiter vermehren und der Zahn bleibt schmerzhaft. Teure und aufwendige Untersuchungen oder operative Eingriffe wie z. B. eine Wurzelspitzenresektion bis hin zur Zahnentfernung können die Folge sein. Mit einem am INP Greifswald eigens dafür entwickelten dünnen Plasma ist es möglich, auch schwer zugängliche Hohlräume wie Wurzelkanalsysteme und Zahnfleischtaschen, gründlicher bzw. ohne operativen Eingriff zu behandeln. Plasma könnte ebenfalls vielen Patienten bei der Behandlung von Periimplantitis helfen, einer Erkrankung, die bei Implantatträgern auftreten kann. Sie ähnelt der Parodontitis des natürlichen Zahnes und gilt als ein ungelöstes Problem in der Zahnheilkunde. Dabei verursacht der auf der Implantatoberfläche befindliche Biofilm eine Entzündung des umgebenden Gewebes und es kommt auch hier zum Knochenabbau. Das gefährdet die Langlebigkeit eines Implantats.

Bei Prothesenträgern wiederum kann es häufig zu einer Entzündung der Mundschleimhaut kommen, die durch eine Besiedlung der Prothese mit Hefepilzen hervorgerufen wird. Die Entfernung des Pilzes auf der Prothese allein mit Bürsten bzw. chemischen Prothesenreinigern ist schwierig und reicht oft nicht aus. Die antimikrobielle Wirkung von Plasma ermöglicht es, Biofilme auf Titan-, Zahn- und Prothesenoberflächen zu inaktivieren. Spezielle flächig wirkende Plasmen könnten zudem Prothesen desinfizieren und der Prothesenstomatits vorbeugen. Der Einsatz von Plasmen bietet somit vielversprechende und effektivere Alternativen zu den herkömmlichen Methoden in der Zahnmedizin.

Kolloquium am 25.03.2010

"Atmosphärendruckplasma gestützte Modifizierung von Polymeroberflächen Gasphasen- und Oberflächenanalyse"

Frau Dipl.-Ing. Sandra Günther, Fraunhofer Institut für Werkstoffmechanik, Halle

Wann: 25.03.2010
Uhrzeit: 11:00 - 12:00
Wo: INP Greifswald - Große Staffel

Kolloquium am 19.03.2010

"Grundlagenuntersuchungen zu potenziellen Anwendungen eines kalten Plasmajets in der Zahnmedizin" (ca. 45 min)

Vortragende: Dr. Stefan Rupf (Klinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Präventive Zahnheilkunde, Universität des Saarlandes, Homburg) und Dr. Axel Schindler (IOM Leibzig)

Wann: 19.03.2010
Uhrzeit: 09:00 - 10:00
Wo: INP Greifswald - Große Staffel

COST Action MPO902 - 1st Working Group Meeting

8th-9th March 2010

The main objective of the Action is to develop new composite materials from inorganic nanotubes and polymers and to establish appropriate links and transfer of knowledge needed for application and commercialisation of this kind of composite media by European industry.

Nanotubes made of inorganic materials are an interesting alternative to carbon nanotubes, showing advantages such as e.g. easy synthetic access, good uniformity and solubility, and predefined electrical conductivity depending on the composition of the starting material. They are therefore very promising candidates as fillers for polymer composites with enhanced thermal, mechanical, and electrical properties. Target applications for this kind of composites are materials for heat management, electrostatic dissipaters, wear protection materials, photovoltaic elements, etc.

The Action will link together European scientists working on this rapidly emerging field to create a basis for a highly interdisciplinary research network focused on development and exploration of inorganic nanotube-polymer composites. The Action will generate a fundamental knowledge and create widespread links needed for application and commercialization of this kind of composite media by European industry.

announcement.pdf

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Kolloquium am 24.02.2010

Im Rahmen des Kolloqiums stellen Mitarbeiter des Fraunhofer EMB Lübeck, Fraunhofer-Einrichtung für Marine Biotechnologie und des Leibniz Instituts für Meereswissenschaften ifm-Geomar mit dem Kiwz (Kieler Wirkstoffzentrum) ihre Einrichtungen und ihre Forschungsthemen vor.

Anknüpfungspunkte für Interessenten können einerseits die Diagnostischen Systeme zur Identifierung und Charakterisierung lebender Zellen und die Erfahrungen bei der Züchtung von Säugerzellen im Bereich der Stammzellenforschung und anderesseits die Entwicklung und Nutzung von Bioreaktoren mit 3D-Einbauten mit biokompatiblen Oberflächen zur Zellzüchtung und –vermehrung von marinen Organismen sein.

Beide Institute besitzen eine langjährige Erfahrung in Forschungskooperationen mit interdiziplinärem Profil. Es bestehen eine Reihe guter Kontakte zu potentiellen Industriepartnern.

Wann: 24.02.2010
Uhrzeit: 11:00 - 12:00
Wo: INP Greifswald - Große Staffel


2009

Netzwerktreffen NORKUN

Am 17. November 2009 lädt das INP als aktiver Partner von NORKUN zum Netzwerktreffen nach Greifswald ein. Das INP präsentiert Einsatzmöglichkeiten der Plasmatechnik für die Bereiche Lebensmittel- und Kunststoffindustrie. Eine anschließende Laborführung gibt konkrete Einblicke in die aktuelle Arbeit. Das Programm entnehmen Sie bitte der pdf-Datei.

Die Anmeldung erfolgt über:
Gerd Poloski, Bereichsleiter für betriebliche Aus- und Weiterbildung
SAZ - Schweriner Ausbildungszentrum e. V.
Email : info(@)sazev.de
Tel.: 0385/4802-51

NORKUN
Um die Interessen der Kunststoffindustrie in Mecklenburg-Vorpommern zu bündeln und offensiv und gemeinsam gegenüber Politik und Öffentlichkeit vertreten zu können, wurde 2007 das Norddeutsche Kunststoffnetzwerk (NORKUN) als Schnittstelle zwischen den Unternehmen und der Politik sowie der Öffentlichkeit gegründet. Das Netzwerk besteht aus 45 Unternehmen aus allen Bereichen der Kunststoffindustrie. Zum Netzwerk gehören wichtige Partner wie die Hochschule Wismar, die Universität Rostock sowie Vertreter von Kammern, Wirtschaftsförderung, Verbänden und Sozialpartnern. Initiator ist das Schweriner Ausbildungszentrum als zentraler Partner der Aus- und Weiterbildung der Kunststoffbranche in Mecklenburg-Vorpommern.
www.norkun-saz.de

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Global Entrepreneurship Week 2009

Global Entrepreneurship Week 2009

Laborführung: 10 bis 11 Uhr

Vortrag: 11 bis 12.30 Uhr
Aus Technologien erfolgreiche Marken machen
Von der Idee zum Prototyp - Vom Prototyp zum Produkt - Vom Produkt in den Markt

Voranmeldung notwendig
Tel: +49 (0) 3834 554 312
Email: glawe@inp-greifswald.de

Zusammenfassung

Jede Unternehmensgründung beginnt mit einer Idee – doch bis zu einem erfolgreich vermarkteten Produkt müssen so einige Stolpersteine überwunden werden. Ob Sie als Wissenschaftler und Forscher an einer Forschungseinrichtung oder in einem Unternehmen arbeiten, für die Verwertung von Forschungsergebnissen und deren wirtschaftlichen Erfolg sind sorgfältig geprüfte Informationen wie z. B. Marktpotenzial, Konkurrenzsituationen etc. unabdingbar.

Erfolgsgaranten für den richtigen Weg sind neben dem Verständnis der Rechtsgrundlagen (z. B. Patentrecht), die Medienpräsenz für die eigenen Forschungsergebnisse, die anwendungsorientierte Forschung, die Erhöhung der Kooperationsbereitschaft zwischen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Partnern sowie das Erkennen und Nutzen von Synergieeffekten (vergleichbare Forschungsprojekte).

Das INP Greifswald hat als erstes Leibniz-Institut überhaupt seine Technologietransferaktivitäten 2005 in einer eigenständigen Tochterunternehmung gebündelt, die auch eine Inkubatorfunktion für weitere Ausgründungen wahrnimmt. Der Vortrag mit anschließender Diskussionsrunde gibt Auskunft darüber, wie erfolgreich aus wissenschaftlichen Erkenntnissen neueste technologische Standards entwickelt und vermarktet werden können.

Mit der neoplas GmbH hat als erstes Leibniz-Institut überhaupt, das INP seine Technologietransferaktivitäten 2005 in einer eigenständigen Tochterunternehmung gebündelt, die auch eine Inkubatorfunktion für weitere Ausgründungen wahrnimmt. Die neoplas GmbH führt Entwicklungsarbeiten und Serviceleistungen aus, um spezielle Anwendungen und Prototypen marktfähig zu gestalten und deren Vermarktung bzw. damit in Verbindung stehende Unternehmensgründungen vorzubereiten.

Die neoplas hilft Wissenschaftlern bei der Entwicklung langfristig angelegter und durchdachter Unternehmensstrategien. Dazu gehören Markt- und Wettbewerbsanalysen, SWOT-Analysen, Technologietrends, Förderkenntnisse, Marketingerfahrung etc. Verwertungschancen werden so gezielt und professionell evaluiert, die ökonomischen Erfolgsaussichten erhöht und gleichzeitig den Forschern die notwendigen Freiräume für die wissenschaftlichen Aufgaben geschaffen.

Die neoplas control ist Teil der neoplas Gruppe, einem wissenschaftlichen Firmennetzwerk, das durch das INP Greifswald gegründet wurde. Ausgangspunkt bildet die neoplas GmbH, die als 100-prozentige Tochter des INP die Funktion als dessen Transferzentrum übernimmt und Ausgründungen wie die neoplas control GmbH in der Startphase begleitet. Als dritte Säule der gesamtheitlichen INP-Strategie "Von der Idee über den Prototyp bis hin zum Produkt" und mit diesem auf den Markt, komplettiert die neoplas control mit reinen Produktions- und Vertriebsaufgaben die gesamte F&E-Wertschöpfungskette.

Die neoplas tools beschäftigt sich mit Entwicklung, Produktion und dem Vertrieb von Plasmaquellen, die selbst oder in kooperierenden Forschungseinrichtungen bis zum Prototyp entwickelt wurden. Eine Optimierung zum Produkt ist dabei in der Regel durch die neoplas GmbH (Transferzentrum des INP Greifswald) erfolgt. Die neoplas GmbH hat unser Unternehmen von der Startphase bis zur Unternehmensgründung begleitet. Die neoplas tools GmbH i.G. ist neben der neoplas GmbH und der neoplas control GmbH damit die dritte Ausgründung des INP Greifswald e.V.

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Dielectric Barrier Discharge Micro-Jet as Soft Ionization Source for Analytical Applications

Vortragender: PD Dr. Joachim Franzke
(ISAS - Institute for Analytical Sciences Dortmund)

Datum:
16. November 2009

Uhrzeit:
15:00 Uhr

Veranstaltungsort: Große Staffel im INP Greifswald

Abstract:

Dielectric Barrier Discharge Micro-jet as Soft Ionization Source for analytical applications. A miniaturized excitation source for soft ionization of molecules based on a dielectric barrier discharge will be presented. An atmospheric plasma is established at the end of a 500 μm diameter capillary using He as buffer gas.

The plasma jet which comes out of the capillary is dependent on the gas flow rate. The mechanism of the production of N outside the capillary, which is relevant for the protonation of molecules and sustains the production of primary ions, is investigated by spatially resolved spectroscopic measurements throughout the plasma.

Unternehmensgründung in der Wirtschaftkrise als erfolgreicher Technologietransfer

Erfolgreicher Technologietransfer in Zeiten der Wirtschaftskrise stellt für viele Gründer eine große Herausforderung dar. Durch Know How und Innovationstätigkeit in der Plasmaforschung - speziell in der Entwicklung von Plasmaquellen für die Oberflächenbehandlung - ist es dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) gelungen, ein weiteres Technologieunternehmen auszugründen.

Die neoplas tools GmbH ist damit die dritte Ausgründung aus dem INP, neben der neoplas GmbH und der neoplas control GmbH. Das neue Unternehmen konzentriert sich auf die Herstellung und die Vermarktung von Plasmaquellen zur Oberflächenbehandlung.

Aus der Grundlagenforschung zur Physik der Plasmaquellen am INP entstehen immer wieder neue Anwendungsideen. Diese wiederum werden in der neoplas GmbH, dem Technologietransferzentrum des INP, gezielt unter die marktwirtschaftliche Lupe genommen und bei Erfolgsträchtigkeit zum Produkt weiterentwickelt. Die Strategie hinter den Ausgründungen aus dem INP erfolgt nach der bewährten 3-stufigen Philosophie „Von der Idee zum Prototyp“ (INP), „Vom Prototyp zum Produkt“ (neoplas GmbH) und „Vom Produkt zum Markt“ (neoplas control GmbH sowie neoplas tools GmbH).

"Als Forschungsinstitut der Leibniz-Gemeinschaft werden wir einerseits an wissenschaftlichen Erkenntnissen in Form von Publikationen gemessen. Andererseits ist es unsere Aufgabe Forschungsergebnisse in die Anwendung zu überführen. Daher ist es notwendig auch wirtschaftlich zu denken und Firmen auszugründen, deren Produkte das Potenzial haben, mittelfristig Arbeitsplätze zu schaffen und deren Wertschöpfung später eine Refinanzierung der Grundlagenforschung ermöglicht.", sagt INP-Vorstandsvorsitzender und Direktor Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann.

Die Geschäftsführung der neoplas tools GmbH übernimmt Dr. Marko Häckel. Er freut sich auf die neue Herausforderung und ist „besonders stolz, auf die Kollegen des INP und der neoplas, die mit harter Arbeit und vielem Nachdenken den Weg für eine neue Firma geebnet haben.“ Weiterhin sagt er: „Ich bin zuversichtlich mit der neoplas tools und dem vorhandenen Know How in der Plasmatechnik auf dem Markt der Oberflächenbehandlung erfolgreich einzusteigen und bestehen zu können.“

Das Besondere an den Produkten der neoplas tools ist, dass die Plasmawerkzeuge bei Atmosphärendruck schonend und schnell Oberflächen behandeln. Auf klassische Nasschemie und aufwändige Vakuumverfahren kann gänzlich verzichtet werden. Dies ist auch ein Beitrag zum Umweltschutz.

Vor allem für die Behandlung von temperaturempfindlichen Materialien wie Kunststoffen ist dies industriell relevant. Die produzierten Plasmaquellen sind für unterschiedliche Applikationen in der Oberflächenaktivierung einsetzbar, u.a. zur Verbesserung der Haftung und Benetzbarkeit von Materialien die dauerhaft verklebt, bedruckt, feingereinigt und dekontaminiert werden sollen. Ein späterer Einsatz in dem neuen Gebiet der Plasmamedizin ist angedacht.

Weitere Informationen siehe unter: www.neoplas-tools.eu

Forschungsexpedition Deutschland - Wissenschaftszug 2009

Forschungsexpedition Deutschland - Wissenschaftszug 2009

Vortrag: 10 bis 11 Uhr und 11.30 bis 12.30 Uhr
"Die Welt der Plas­ma­l­am­pen. Um­welt­freund­li­ches Licht aus leuch­ten­den Ga­sen"

Der Lichtvortrag richtet sich an Schülerinnen und Schüler der 6.-8.Klasse. Um eine Voranmeldung wird gebeten.
Laborführung: 14 bis 16 Uhr
Plasma  - das Formbare, das Geheimnisvolle

Für Schülerinnen und Schüler der 8.-10.Klasse bieten wir eine Führung durch vier Labore an, ggfl. vorab mit einem der Altersgruppe entsprechendem Vortrag. Der Schwerpunkt liegt auf unseren Forschungsbereichen, da sich kaum jemand etwas unter Plasmen für Oberflächen und Materialien, Plasmen für Umwelt und Enregie sowie unter Plasmen für Biologie und Medizin vorstellen kann.

Voranmeldung notwendig
Tel: +49 (0) 3834 554 312
Email: glawe@inp-greifswald.de

Passstation

Fünf Forschungsgebiete mit einem Ziel

Leibniz Forschung in Mecklenburg-Vorpommern auf neuen Transfer-Wegen

Greifswald – 29. September 2009


Ein einzigartiges Verbundprojekt hat in Mecklenburg-Vorpommern seine Arbeit aufgenommen. Transfer-Nordost heißt das vom INP Greifswald koordinierte Projekt und  wird mit einem Budget von ca. 470.000 EUR durch das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung im Rahmen des Bundesprogrammes „Wirtschaft trifft Wissenschaft“ gefördert. Die Kooperation der fünf Leibniz-Institute und die damit fachübergreifende Zusammenarbeit der Forschungsgebiete – Plasma-, Katalyse-, Ostsee- und Nutztierforschung sowie Atmosphärenphysik – ist einmalig und hat Modellcharakter.

Über einen Zeitraum von zwei Jahren wollen die Leibniz-Institute für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP), für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN), für Ostseeforschung Warnemünde (IOW), für Katalyse (LIKAT) sowie für Atmosphärenphysik (IAP) fachübergreifende Strategien zur Verwertung von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen erarbeiten. Damit soll die wirtschaftliche Verwertung wissenschaftlicher Leistungen der beteiligten Institute gestärkt und professionalisiert werden.

Prof. Dr. Ernst Th. Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, begrüßt das Vorhaben außerordentlich: „Die Verbindung von Grundlagenforschung und Anwendung ist ein wesentlicher Anspruch unserer Gemeinschaft. Ich bin stolz, dass Mecklenburg-Vorpommern fachübergreifend neue Wege beschreiten will.“

Mit ihrem wissenschaftlichen KnowHow und ihren Ergebnissen aus Grundlagen-, angewandter und Auftragsforschung sind die fünf Leibniz-Institute Aushängeschilder der Leistungsfähigkeit des Landes Mecklenburg-Vorpommern.  

Für die verschiedenen Arbeitsschritte bedienen sich die beteiligten Institute der Kompetenz regionaler Partner - unter anderem der ATI Küste GmbH, des Technologiezentrum Vorpommern (TZV), der neoplas GmbH sowie der Universität Greifswald - und erleichtern mit diesem externen Wissen den Brückenschlag zur Wirtschaft.

Ziel des Projektes sind neben strategischen Konzepten konkrete Wirtschaftskooperationen, die langfristig für Wertschöpfung und Arbeitsplätze sorgen und den Stellenwert der Wissenschaft als Impulsgeber für Wachstum in Mecklenburg-Vorpommern stärken. Für das nötige Rüstzeug an den Instituten werden umfangreiche Schulungen sorgen. In einem weiteren Schritt werden Technologien mit hohem wirtschaftlichen Potenzial identifiziert, bewertet und Partner aus der Industrie eingebunden.

Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören zurzeit 86 Forschungsinstitute und Serviceeinrichtungen für die Forschung sowie drei assoziierte Mitglieder. Die Ausrichtung der Leibniz-Institute reicht von den Natur-, Ingenieur- und Umweltwissenschaften über die Wirtschafts-, Sozial- und Raumwissenschaften bis hin zu den Geisteswissenschaften. Leibniz-Institute arbeiten strategisch und themenorientiert an Fragestellungen von gesamtgesellschaftlicher Bedeutung. Bund und Länder fördern die Institute der Leibniz-Gemeinschaft daher gemeinsam. Die Leibniz-Institute beschäftigen etwa 14.200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon sind ca. 6.500 Wissenschaftler, davon wiederum 2.500 Nachwuchswissenschaftler.

Konsortium:

  • Leibniz-Institut für Atmosphärenphysik Kühlungsborn (IAP),
  • Leibniz-Institut für die Biologie landwirtschaftlicher Nutztiere (FBN),
  • Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT),
  • Leibniz-Institut für Ostseeforschung Warnemünde (IOW),
  • Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP)

Gutes Licht mit Energiesparlampen

Greifswald – 16. März 2009
Schon seit vielen Jahren wird im Forschungsbereich Energie und Umwelt des INP Greifswald an Plasmalampen wie Leuchtstoffröhren geforscht. Die aktuelle Diskussion über Energiesparlampen und das Glühlampenverbot veranlasst Wissenschaftler des Leibniz-Institutes für Plasmaforschung und Technologie e.V., Licht und damit Klarheit in die Vielzahl der Argumente zu bringen.
 
Plasma ist Bestandteil jeder Energiesparlampe. Es gilt nach fest, flüssig und gasförmig als der vierte Aggregatzustand. Führt man Gasen noch mehr Energie zu, entsteht Plasma, ein ionisiertes Gas, das auch in der Natur vielfältig zu finden ist. So bestehen beispielsweise Blitze, die Sonne sowie viele Gestirne aus diesem Gas.

Plasmalampen sprich Energiesparlampen eignen sich besonders gut dafür, das natürliche Licht in Wohnstube oder Büro zu holen. Sie haben nicht nur eine, im Vergleich zu herkömmlichen Glühlampen, höhere Effizienz bei der Strahlungserzeugung. „Entscheidender Vorteil ist, dass sie in der Erzeugung der spektralen Verteilung ihrer Emissionen für alle erdenklichen Lichtsituationen geeignet sind“, erklärt Prof. Weltmann, Direktor und Forschungsbereichsleiter am INP.   

Die Wirtschaftlichkeit der Energiesparlampen erklärt ihr Name. Schon der Austausch einer einzigen Glühbirne bringt richtig Geld: Als Faustformel kann man sich gut merken, dass eine Energiesparlampe 5-mal effizienter ist als eine Glühlampe, 5-mal länger lebt, aber auch 5-mal teurer ist. Doch schon der Austausch einer einzigen Glühlampe macht sich bezahlt: Bei einem Strompreis von 20 Cent pro kWh spart eine 20 Watt Energiesparlampe gegenüber einer herkömmlichen 100 Watt Glühlampe nach 10.000 Brennstunden etwa 160 Euro. Es gibt also keinen Grund, die technisch überholten "Glühbirnen" weiter brennen zu lassen.

„Es ist ein Sieg der Vernunft, wenn wir in Zukunft mehr Energiesparlampen verwenden“, sagt Dr. Steffen Franke aus dem INP und beantwortet in der Fachzeitung LICHT 03/2009 gleich eine ganze Reihe interessanter Fragen zur Energiesparlampe. Zum Beispiel die, ob der Blaulichtanteil nicht zu groß und somit gesundheitsgefährdend wäre. „Wer Lampen mit warmweißem Licht kauft, kann nichts falsch machen“, erklärt er. „Grundsätzlich ist es wie in anderen Lebensbereichen – es kommt auf die richtige Dosierung an.“ Die einzelnen Farbspektren können in den Energiesparlampen bei deren Produktion genau eingestellt werden. Der Blaulichtanteil von Energiesparlampen mit warmweißem Licht ist nicht höher als bei den alten Glühlampen. Blaue Lichtanteile benötigen wir, um diese Farbe sehen zu können. Wir brauchen etwas mehr davon am Morgen, um für den Tag richtig in die Spur zu kommen. Am Abend wären weniger Anteile an blauem Licht gut, um in die Schlafstimmung zu fallen. Die Lampe, die so ein variables Licht aussendet, ist allerdings noch Gegenstand der Forschung und damit Zukunftsmusik.

Der Markt bietet mittlerweile unzählige Typen von Energiesparlampen in unterschiedlichen Farbtönen an. Dabei gibt es wie in jedem anderen Angebot bessere und schlechtere Produkte. Sie halten minimal 4.000 Stunden, maximal 19.000 Stunden. Die angegeben 10.000 Stunden sind ein Richtwert.

In der Medizin wird Licht zur Unterstützung von Heilungsprozessen und Wohlbefinden genutzt. Licht hat Einfluss auf den Schlaf-Wach-Rhythmus des Menschen und auf sein Wohlbefinden. In Zukunft werden die Schlafforscher unter den Medizinern noch enger mit den Physikern, die sich der Lichtforschung verschrieben haben, zusammenarbeiten. Gegenwärtig wird untersucht, wo besonders hohe oder besonders niedrige Blauanteile in der Innenraumbeleuchtung sinnvoll sind. Wie wirkt sich das genau auf das Einschlafverhalten aus?, kann ein Heilungsprozess unterstützt werden? und andere ähnliche Fragen stellen sich die Wissenschaftler.

„Auch die Diskussion um den Quecksilberanteil in Leuchtstofflampen wurde einseitig geführt“, ärgert sich Franke und nennt ein paar Zahlen. In der Vergangenheit konnte der Anteil von Quecksilber in Energiesparlampen um 80 % reduziert werden. Verzichtbar ist Quecksilber noch nicht, doch auch bei der Gewinnung von Strom aus Kohle entsteht Quecksilber. Wäre jeder Bundeshaushalt nur mit Energiesparlampen ausgestattet, reduziert sich der Stromverbrauch um 60 %. Oder ganz drastisch formuliert, es würden 2.000 Tonnen Quecksilber weniger in die Atmosphäre entlassen. Der CO2-Ausstoß ginge um 26 Millionen Tonnen zurück.

„Seit Jahren wird über die Energieverschwendung der Glühlampen geredet. Die 2012 in Kraft tretende EU-Verordnung, die das Aus der alten Glühlampen beschließt, ist notwendig und vernünftig. Angst braucht davor niemand zu haben“, so Franke abschließend.

Wie gesund sind Glühlampen?

Steffen Franke: Wie gesund sind Glühlampen?

LICHT 61 (2009) 3, 198-204
Anhang: lichtbeitrag.pdf

Quelle: www.lichtnet.de

Energie für Sonden in tausend Metern Tiefe

Ohne Edelmetall zu effektiven Brennstoffzellen

Greifswald – 12. Februar 2009


Ein kleines Rostocker Unternehmen hat eine Marktlücke für sich entdeckt. Seit 15 Jahren liefern sie weltweit hochwertige Sonden für Messplätze, die unter Wasser zum Einsatz kommen. Einziger Schwachpunkt: Die Lebensdauer der Lithiumbatterien als Energiegeber auf diesen Messplätzen ist kurz. Manchmal reichen sie ein paar Wochen, manchmal nur ein paar Tage. Damit die Miniaggregate für ihre Messprogramme nicht ständig mit neuen Batterien bestückt werden müssen, tüfteln Rostocker und Greifswalder Wissenschaftler erfolgreich an einer alternativen Energiequelle. Ziel der Forschungsarbeiten von  Dr. Volker Brüser ist es, eine PEM-Brennstoffzelle (Proton Exchange Membrane) zu entwickeln, die über einen viel längeren Zeitraum beständig Energie erzeugt.

Seit knapp sechs Jahren ist man im INP Greifswald (Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.) gemeinsam mit der AMT (Analyse Messtechnik GmbH) und dem LIKAT (Leibniz-Institut für Katalyse e.V.) dieser Energiequelle auf der Spur. Die Brennstoffzelle soll druckfest, langzeitstabil und wartungsarm sein, um an unzugänglichen Orten Energie zu erzeugen. Herkömmliche Brennstoffzellen arbeiten mit Sauerstoff. Für einen Unterwassereinsatz sind schwere Druckflaschen aber ungeeignet – immerhin werden die Messplätze in den Weltmeeren unter Umständen bis zu 6.000 Meter in die Tiefe gelassen. Dr. Andreas Schmuhl, Geschäftsführer der AMT Rostock GmbH, kennt die Sorgen seiner internationalen Kunden genau. „Wir haben zum Beispiel Sonden nach Japan verkauft, die Methanmessungen am Meeresgrund vornehmen. Es kostet mehrere tausend Euro, diese in die Tiefe gelassenen Prüfstände ständig nach oben zu holen, um neue Lithiumbatterien einzusetzen.“

„Man muss übrigens nicht bis nach Japan schauen, um Einsatzgebiete zu benennen“, so Andreas Schmuhl weiter. „Wenn das Wasser nördlich von Skandinavien in regelmäßigen Messungen bewertet werden soll, ist das schon wegen der Eisdecke im Winter fast unmöglich.“ Die Lebensdauer einer PEM-Brennstoffzelle könnte, je nach Größe, mindestens ein halbes Jahr betragen.

Im Unterschied zu herkömmlichen Brennstoffzellen, arbeitet das neue Modell mit Wasserstoffperoxid (H2O2). Und eine weitere Besonderheit weist die PEM-Brennstoffzelle auf. Bekanntlich wird Platin als Katalysator für die Kathodenseite verwendet. Das H2O2 ist jedoch in Gegenwart von Edelmetallen wie Platin nicht stabil. Die Lösung der INP- und LIKAT-Wissenschaftler: Sie ersetzen Platin durch eine metallorganische Verbindung, die mit Kohlenstoff vermischt wird.

Diese Mischung kommt für wenige Minuten in einen Reaktor, in dem sich Plasma, ein teilweise ionisiertes Gas, befindet. Nach der Plasmabehandlung haftet der Katalysator besser am Kohlenstoffträger und arbeitet viel effizienter als vorher. Diesen komplizierten Prozess genauer zu verstehen und auszuwerten, daran arbeitet Dr. Brüser.

1,8 Mio. Euro wurden dem Projekt bis Februar 2011 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) zur Verfügung gestellt. Neben dem INP Greifswald und der AMT aus Rostock sind die ATI Küste als Projektkoordinator des Verbundprojektes „Effizienzsteigerung der Meeresforschungstechnik“ sowie das Rostocker Leibniz-Institut für Katalyse e.V. (LIKAT), die ENITECH Energietechnik - Elektronik GmbH, Bentwisch, MET Motoren- und Energietechnik GmbH, Rostock, und die TU Berlin an dem Forschungsprojekt beteiligt.

Implantate mit Organfunktion

Verbundvorhaben zur Erforschung von 3D- Geweberegenerationsprozessen gestartet

Greifswald – 4. Februar 2009

Der eigene Körper kann sie nicht mehr selbst reparieren: Große Knochendefekte, die meist in Folge von Tumoren, Infektionen oder Traumata entstehen. Weltweit werden derzeit etwa 750.000 Knochentransplantationen im Jahr durchgeführt, das Marktvolumen dafür beträgt ca. 1 Milliarde Euro pro Jahr.

Knochendefekte können aber mit körpereigenen Knochentransplantaten, beispielsweise aus der Beckenregion durch Teile des Beckenknochens, aufgefüllt werden. Diese stehen jedoch nur begrenzt zur Verfügung. Im orthopädischen Bereich werden daher zunehmend Knochendefekte mit synthetischen dreidimensionalen Stützgerüsten (Implantaten) aufgefüllt. Bisher zur Verfügung stehende dreidimensionale Stützgerüste werden im Inneren bisweilen aber unzureichend von körpereigenen Knochenzellen besiedelt. Dies hat zur Folge, dass die Implantate nicht in körpereigene Knochen umgebaut oder von diesem durchbaut werden.  Eine stabile Integration im Empfängerknochen kann somit nicht gewährleistet werden.

„Geweberegeneration“ heißt das vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern geförderte Verbundvorhaben, das vor kurzem seine Arbeit aufgenommen hat. Es soll das Verständnis für die Besiedlung innerer Oberflächen in großvolumigen, porösen Implantaten verbessern und Erkenntnisse u.a. hinsichtlich Porengeometrie für die Entwicklung neuartiger 3D-Knochenersatzmaterialien liefern. Ein eigens entwickeltes 3D-Stapel-Modell dient als „Zellkultur-Reaktor“ und soll makroskopische dreidimensionale Zellkulturen nachbilden.

Bis zum Ende des Jahres 2010 ermöglicht der Verbund sieben Projektpartnern (Industriefirmen, universitären Arbeitsgruppen und außeruniversitären Forschungsorganisationen) des Landes, Untersuchungen auf diesem Gebiet durchzuführen, Geweberegenerationsprozesse zu analysieren und neue innovative Implantatstrukturen zu entwickeln. Diese sollen dann mittelfristig nicht nur im Bereich Knochen, sondern auch in weiteren Organsystemen Anwendung finden.

In dem Verbund arbeiten die DOT GmbH, Rostock und die Primacyt GmbH, Schwerin eng mit dem Institut für Biophysik, der Orthopädischen Klinik, dem Arbeitsbereich Zellbiologie im Biomedizinischen Forschungszentrum, dem Institut für Gerätesysteme und Schaltungstechnik (alle Universität Rostock), dem Institut für Polymertechnologien (IPT), Wismar und dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP), Greifswald zusammen.


2008

VALORES - Werte schaffen durch Forschungsverwertung

Das Berliner Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) und das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) starten das Vorhaben VALORES (Valorisation of Research Strategic Cooperation of Institutes), eine strategische Kooperation zur Verwertung ihrer institutsübergreifenden Forschung. Damit soll die erfolgreiche Arbeit bei industriellen Forschungsaufträgen, Ausgründungen sowie beim Schutz und der Verwertung von Erfindungen systematisch ausgebaut werden. Darüber hinaus planen die beiden Leibniz-Institute neue gemeinsame Forschungsangebote für die Wirtschaft.

Das im Rahmen des BMWi-Programms SIGNO geförderte Vorhaben koordiniert und intensiviert die Verwertungsaktivitäten von FBH und INP. Mittelfristig soll die Forschung der in den Bereichen Mikrowellentechnik, Optoelektronik und Plasmatechnologie agierenden Verbundpartner auf eine gemeinsam entwickelte Verwertungsstrategie abgestimmt werden. Die beiden Institute kooperieren dabei mit der Berliner ipal Gesellschaft für Patentverwertung mbH und der neoplas GmbH, Greifswald, um neben einem Schutzrechtsmanagement auch ihre nicht-schutzrechtsrelevanten Forschungsaktivitäten in die instituts- übergreifende Verwertungsstrategie zu integrieren. Professionelle Verwertungsbüros sind an Bereichen wie Grundlagenforschung und nicht-schützbarem Know-how meist nicht interessiert. Da sie bei der Erfüllung der Forschungsaufträge der Institute jedoch eine zentrale Rolle spielen, setzen FBH und INP auf den Ausbau eigener Verwertungskompetenzen.

VALORES soll Modellcharakter für andere Forschungseinrichtungen haben und langfristig zu Forschungskooperationen mit weiteren Partnern entlang von Wertschöpfungsketten führen. Mit der neuen gemeinsamen Verwertungsstrategie sollen langfristige Partnerschaften insbesondere mit kleinen und mittelständischen Industrieunternehmen initiiert und ausgebaut werden. Forschungsergebnisse der Verbundpartner können so wesentlich rascher in marktfähige Anwendungen überführt werden.

Das Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) und das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) sind Institute der Leibniz-Gemeinschaft. Zur Leibniz-Gemeinschaft gehören 82 außeruniversitäre Forschungs- institute und Serviceeinrichtungen für die Wissenschaft sowie sechs assoziierte Mitglieder. Leibniz-Institute bearbeiten gesamtgesellschaftlich relevante Fragestellungen strategisch und themenorientiert. Dabei bedienen sie sich verschiedener Forschungstypen wie Grundlagen-, Groß- und anwendungsorientierter Forschung. Sie legen neben der Forschung großen Wert auf wissenschaftliche Dienstleistungen sowie Wissenstransfer in Richtung Politik, Wissenschaft, Wirtschaft und Öffentlichkeit. Die Institute beschäftigen rund 14.200 Mitarbeiter und werden gemeinsam von Bund und Ländern finanziert. Ihr Gesamtetat beträgt etwa 1,1 Milliarden Euro, wovon ca. 230 Millionen Euro aus Drittmitteln stammen.

Wir ändern Eigenschaften trocken, berührungslos und umweltfreundlich

Gerade bei modernen Werkstoffen besteht oftmals der Wunsch, Material- und Oberflächeneigenschaften unabhängig voneinander zu wählen und kostengünstig zu verändern. Ob Granulat oder fertiger Werkstoff - mit Plasmaverfahren können Oberflächen trocken, berührungslos und umweltfreundlich modifiziert (z. B. aktiviert, beschichtet, leitfähig) werden. Die positiven Basiseigenschaften von empfindlichen Materialien wie Kunststoffen bleiben dabei erhalten.  

Mehr dazu erfahren Sie am 24. September ab 10:00 Uhr im Schweriner Ausbildungszentrum. Experten des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. informieren über die vielfältigen Anwendungsmöglichkeiten in der Plasma Oberflächentechnologie.  

Das 2. Plasmatechnologie-Forum richtet sich insbesondere an Unternehmen der Kunststoffverarbeitung, Verpackungsindustrie, Medizintechnik und der Lebensmittelverarbeitung.

PlasmaMed vereint einmaliges Wissen

Der Bund fördert eine Initiative mit dem INP als Zentrum mit Millionen. Sie ist auch im europäischen Vergleich spitze.
Von ECKHARD OBERDÖRFER

„Wir werden proportional zum Erfolg weiter fördern und setzen dabei keine Grenzen“, versprach gestern Dr. Wolf-Dieter Lukas bei einem Besuch im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP). Er ist Abteilungsleiter Schlüsseltechnologie /Forschung für Innovationen des Bundesforschungsministeriums. Erst im Mai hatte Berlin dem vom INP initiierten Campus PlasmaMed mit Zentrum in Greifswald 7,5 Millionen Euro für interdisziplinäre Zusammenarbeit von Plasmaforschung und Lebenswissenschaften zugesagt. Schon der nächste Schritt soll die paritätische Finanzierung der Erweiterung des INP sein. „Wir hoffen 2009 beginnen zu können“, so Hermann Fischer, Abteilungsleiter Hochschulen im Landesbildungsministerium. Etwa 2,5 Millionen Euro würde die als Verbindung zum Biotechnikum geplante Erweiterung kosten. Der Bund hat für seine 50 Prozent Vorsorge getroffen. Hermann Fischer zeigte sich optimistisch, dass das Land mitzieht. PlasmaMed, an dem auch die Universitäten Rostock und Greifswald sowie die Fachhochschulen Neubrandenburg und Stralsund beteiligt sind, „hat Leuchtkraft über Deutschland hinaus und soll jetzt noch stärker international leuchten“, so Lukas. Der Schlüssel dazu seien die Zusammenarbeit der Wissenschaftler und der Wissenschaftler mit der Wirtschaft bis hin zu Ausgründungen und Anwendungen. Das im Campus PlasmaMed vereinte Expertenwissen sei einmalig in Europa. „Es gibt derzeit kein europäisches Zentrum der Plasmamedizin“, sagte Lukas. „Diese Lücke müssen wir füllen und uns ein erhebliches Stück des noch nicht verteilten Kuchens sichern.“ Reinigung, Zerstörung von Keimen, die Unterstützung von Wundheilungen mit Hilfe von Niedertemperaturplasmen – in der Bandbreite der Möglichkeiten, die richtige Plasmaquelle für die einzelne Anwendung zu bauen, sei das INP einzigartig betonte dessen Direktor Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann. Die therapeutischen Chancen seien beeindruckend. Prof. Dr. Michael Jünger, Direktor der Greifswalder Hautklinik, nannte  beispielsweise Akne, chronische Wunden, Pilzerkrankungen und die in Entwicklungsländern verbreitete Haut-Tbc.

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Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Plasmatechnik

Am 10. Juli 2008 lud das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) zum Plasma-Technologieforum ein. Interessierten Unternehmen wurde unter dem Thema „Wettbewerbsfähigkeit durch innovative Plasmatechnik“ die Möglichkeit gegeben, vier Anwendungsbereiche der Plasmatechnik (Plasma und Kunststofftechnologie, Plasma und Lebensmitteltechnologie, Plasma und Umwelttechnik sowie Plasma und Medizintechnik) näher kennen zu lernen.

"Wir wollen Interesse an Plasmatechnologie wecken – wir zeigen, was mit Plasmatechnologie alles möglich ist!", so Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP Greifswald. Tatsächlich ist die Anwendungsvielfalt der Plasmatechnik enorm, aber gerade den kleinen und mittelständischen Unternehmen bisher weitgehend unbekannt.

Wissenschaftler des INP und externe Referenten informierten über bestehende Plasmaanwendungen, Potenziale und Chancen dieser Technologie für neue Produkte sowie zur Energieeinsparung und für den Umweltschutz. Die anschließende Diskussion und Laborführung förderten einen regen Erfahrungsaustausch zwischen Forschung und Praxis.

Das Plasma-Technologieforum, gefördert durch die Innovationsinitiative „ForMaT“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF), stellt den Auftakt zu weiteren Informationsveranstaltungen des INP Greifswald dar. Das nächste Forum findet am 24. September 2008 in Schwerin statt.

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Millionenförderung für neuen Campus „PlasmaMed“

Interdisziplinäre Kombination von Plasmaforschung und Lebenswissenschaften – Forschungsministerium unterstützt europaweit einzigartige Konzentration von universitärer und außeruniversitärer Plasmaforschung mit Zentrum in Greifswald

Plasmaforschung und Lebenswissenschaften sollen in einem neuen Campus mit dem Titel „PlasmaMed“ interdisziplinär zusammenarbeiten. Federführend dabei ist das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie Greifswald e.V. (INP). Der Campus bündelt eine europaweit einzigartige Konzentration von universitärer und außeruniversitärer Plasmaforschung. Das Bundesforschungsministerium (BMBF) unterstützt das Projekt in den kommenden drei Jahren mit bis zu acht Millionen Euro. Es geht dabei um anwendungsorientierte Forschung zum Einsatz von Niedertemperatur-Plasmen in der Medizin. Der Campus PlasmaMed verbindet das INP, die Universitäten Greifswald und Rostock sowie die Fachhochschule Stralsund und die Hochschule Neubrandenburg.

Vom Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) initiiert, bündelt der neue Campus PlasmaMed – ganz im Sinne der landespolitischen Strategie und der Konzepte der Hochschulen – weiträumig, organisations-übergreifend und themenorientiert die Kompetenzen am Standort. Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP, sagt: „Der Verbund aktiviert Synergiepotenzial und eröffnet eine langfristige Perspektive für die innovative, strukturbildende Kooperation innerhalb der Wissenschaft ebenso wie zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.“

Der Campus PlasmaMed basiert auf acht Leitprojekten* sowie einem Aus- und Weiterbildungsprojekt, die in den drei thematischen Schwerpunkten Plasmamedizin, Plasmadekontamination und  Biofunktionale Oberflächen organisiert sind. „Unser Ziel ist es“, so Weltmann, „in der weltweit neuartigen Forschungsdisziplin Plasmamedizin die europäische Themenführerschaft zu erreichen.“

* Kooperationspartner und Projektleiter:

Universität Greifswald
PlasmaWund  
Prof. Dr. Ekkernkamp, Direktor Chirurgische Klinik und Poliklinik, Abt. für Unfallchirurgie
PlasmaDerm
Prof. Dr. Jünger, Direktor Klinik und Poliklinik für Hautkrankheiten
PlasmaBiozid  
Prof. Dr. Kramer, Institut für Hygiene und Umweltmedizin
PlasmaDent
Prof. Dr. Kocher , Poliklinik für Zahnerhaltung, Parodontologie und Endodontologie
PlasmaLern
Prof. Dr. Hippler, Institut für Physik

Universität Rostock
PlasmaImp
Priv. Doz. Frau Dr. B. Nebe, Biomedizinisches Forschungszentrum, AB Zellbiologie

INP Greifswald
Prof. Dr. Weltmann, Direktor und Forschungsbereichsleiter Biologie und Medizin
PlasmaOpt
Dr. Uhrlandt, stellv. Direktor und Forschungsschwerpunktleiter Energie
PlasmaSept
Priv. Doz. Dr. v. Woedtke, Forschungsschwerpunktleiter experimentelle Plasmamedizin
PlasmaPharm
Dr. Ehlbeck, Forschungsschwerpunktleiter Dekontamination

Physikalisches Plasma als zukunftsweisende Behandlungsmethode

Millionenförderung vom Forschungsministerium für plasmatis –
Neues Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) entsteht in Greifswald


plasmatis – die Initiative zum Aufbau eines Zentrums für Innovationskompetenz um die Greifswalder Professoren Weltmann, Kramer und Lindequist überzeugte die Juroren bei der diesjährigen Mittelvergabe im BMBF Programm „Unternehmen Region“.

Ein Jahr lang arbeitete ein Team von Plasmaphysikern, Medizinern und Pharmazeuten des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) und der Universität Greifswald an dem Strategiekonzept auf dem Gebiet „Plasma plus Zelle“ und holt damit eine Millionenförderung nach Greifswald. „Diesen Erfolg verdanken wir vielen klugen Köpfen. Er zeigt, dass wir auf dem richtigen Weg sind“ freut sich Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP und Sprecher der Initiative.

Das neue Zentrum wird sich in erster Linie mit der Erforschung von Grundlagen der Wechselwirkungen physikalischer Plasmen mit lebenden Zellen und Geweben befassen. „Die meisten der bisher bekannten Untersuchungen zu biologischen und medizinischen Plasmaanwendungen sind vor allem unter Anwendungsgesichts-punkten bearbeitet worden und überwiegend durch Empirie gekennzeichnet“ erklärt Prof. Weltmann. „Im Unterschied hierzu wird mit plasmatis erstmals der umgekehrte Weg beschritten, das heißt am Anfang steht die wissenschaftlich begründete Hypothese“ so Weltmann weiter. „Dabei werden wir uns zunächst auf Möglichkeiten des Einsatzes von Plasmen zur Unterstützung der Geweberegeneration unter spezieller Berücksichtigung der Wundheilung konzentrieren“ ergänzt Prof. Kramer vom Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald.

Hier ist dringend Forschung nötig, denn allein in Deutschland leben rund 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit chronischen – also dauerhaften – Wunden.
Nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen ist beeinträchtigt. Schätzungen zufolge verursachen chronische Wunden jährlich Kosten von rund fünf Milliarden Euro. "Wir wollen nicht nur die Phänomene beobachten“, erklärt Frau Prof. Lindequist vom Institut für Pharmazie der Universität Greifswald, „sondern den Prozess auf molekularer und biochemischer Ebene verstehen, um die entsprechenden therapeutischen Ansätze ableiten zu können“. Lindequist weiter, „Das Zusammenspiel der antiseptischen Wirkung mit der Neubildung von gesundem Gewebe ergibt ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise im „tissue engineering“, der Gewebezüchtung“.

Keime zerstören ohne menschliche Zellen zu schädigen

Als größte Herausforderung sehen die plasmatis-Initiatoren Weltmann, Kramer  und Lindequist darin, die grundlegenden Mechanismen der Interaktion von Plasmen mit eukaryotischen – also hoch entwickelten – Zellen bzw. Geweben zu verstehen. „Um diesen zurzeit noch bestehenden Mangel an Grundlagenwissen möglichst schnell zu beheben, ist eine interdisziplinäre und internationale Zusammenarbeit unabdingbar“, betont Weltmann.

Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit des INP Greifswald mit den Instituten der Pharmazie (Prof. Dr. Lindequist) sowie Hygiene und Umweltforschung (Prof.  Dr. Kramer) der Universität Greifswald hat plasmatis gute Chancen, weltweit eine federführende Rolle auf dem Gebiet der Anwendungen von Plasmen in der Wundheilung einzunehmen. Das neue Zentrum für Innovationskompetenz plasmatis wird in seiner zukünftigen Arbeit von einem Beirat unterstützt, der sich ausschließlich aus Vertretern klinischer Fächer und Vertretern der Industrie zusammensetzt.

Licht macht fit

Plasma-Lampen sollen den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen unterstützen – Erste Ergebnisse des PLACAR-Projekts sind viel versprechend

Gerade im Winter klingelt der Wecker morgens bei vielen, wenn es noch dunkel ist. Da fällt das Aufstehen schwerer als bei Sonnenschein. Und nach einem langen Tag mit vielen Stunden im Kunstlicht lässt das Einschlafen oft auf sich warten. Spezielle Lampen sollen diese Probleme mildern helfen.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) und Kollegen arbeiten zusammen mit Unternehmen im Verbundprojekt PLACAR* daran, solche Lampen zu entwickeln. Bereits nach der Hälfte der Projektlaufzeit gibt es viel versprechende Ergebnisse: Neue Lichtquellen lassen in den Abendstunden die Ausschüttung des „Schlafhormons“ Melatonin zu und man wird „natürlich müde“. Entscheidend ist der Blauanteil im Spektrum des Lichtes.

„Es hat sich gezeigt, dass herkömmliche Lampen bereits zu einer in Abendstunden ungewollten Melatoninunterdrückung und vermehrter Wachheit führen“, berichtet Dr. Heinz Schöpp vom INP.  Dagegen behindern die im PLACAR-Projekt entwickelten Lampen ohne Blauanteil die abendliche Melatoninausschüttung und Schläfrigkeit nicht.

Melatonin ist ein Hormon, das im menschlichen Tag- und Nacht-Rhythmus eine wichtige Rolle spielt. Viele andere Parameter, psychologische ebenso wie physiologische, werden durch das so genannte circadiane System gesteuert. Gerät es aus dem Takt, kommt es zu Beeinträchtigungen des Wohlbefindens und der Gesundheit. Diese Beeinträchtigungen können kurzfristig sein, wie beim sog. Jet-Lag oder bei Winterdepressionen, aber auch langfristig, wie man bei Schichtarbeitern bereits aussagekräftig untersucht hat. Dabei traten ernsthafte Folgeerkrankungen, wie z.B. Bluthochdruck, Herzinfarkte oder auch Tumorerkrankungen auf.

Das circadiane System, das sich im Lauf der Menschheitsgeschichte durch die natürlich Abfolge von Tag und Nacht, also Hell und Dunkel, entwickelt hat, wird vom Licht beeinflusst. Der moderne Mensch verbringt einen nicht unwesentlichen Teil seiner Zeit in geschlossenen Räumen unter Kunstlicht und macht – ohne Rücksichtnahme auf den vom circadianen System vorgegebenen Rhythmus – häufig „die Nacht zum Tage“. Nicht selten führt dies zu Leistungsminderung und krankhaften Erscheinungen.

Wird nun künstliches Licht bestimmter spektraler Zusammensetzung und in Phase mit dem circadianen Rhythmus sinnvoll eingesetzt, kann sich dies gesundheits- und leistungsfördernd auswirken. Gerade fehlendes Sonnenlicht am Morgen bzw. im Verlauf des Tages, aber auch in der dunklen Jahreszeit, kann so ergänzt bzw. ersetzt werden.

Ein Fernziel dieser Arbeiten ist es unter anderem die Voraussetzungen dafür zu schaffen, die derzeitigen Lichtquellen zumindest teilweise durch intelligente Lichtquellen bzw. Beleuchtungssysteme zu ersetzen, die in Abhängigkeit von der Tageszeit unterschiedliche Lichtspektren mit unterschiedlichen Intensitäten aussenden.

Bereits zur Halbzeit, dem so genannten 1. Meilenstein, des dreijährigen Projektes konnten sehr gute Ergebnisse präsentiert werden.

Erste Ergebnisse

Plasmalampen sind energieökonomisch und hier das Mittel der Wahl. Einerseits ist ihre Effizienz bezüglich der Strahlungserzeugung wesentlich höher als die von herkömmlichen Glühlampen, andererseits sind sie in der Erzeugung der spektralen Verteilung ihrer Emission nicht beschränkt und schließlich überdecken sie auf Grund ihrer sehr unterschiedlichen Geometrien (Flächenstrahler, Punktstrahler) und Lichtströme alle erdenklichen Einsatzbereiche.

Im Projekt werden Ansätze zur Modifizierung der Plasmalampen im Sinne der biologisch unterstützenden Wirkung verfolgt. So ist z.B. in Niederdrucklampen der Ersatz von Quecksilber durch Xenon (dadurch entstehen keine blauen Quecksilberlinien) und die Entwicklung von Quecksilber absorbierenden Leuchtstoffen förderlich. Durch die Modifizierung von Füllungen in Hochdrucklampen soll ebenfalls eine Verringerung des relativen Blauanteils im Spektrum erzielt werden. Eine weitere Möglichkeit ist die Entwicklung neuer Leuchten. Diese Leuchten können durch intelligente Steuerung Licht mit sehr guter Farbwiedergabe, aber tageszeitabhängig mit unterschiedlicher biologischer Wirkung, ausstrahlen.

Bisher wurden verschiedene Plasmalampen eingesetzt, die sich in ihren spektralen und lichttechnischen Eigenschaften sehr unterscheiden. Dabei reicht die Auswahl von Lampen mit merklichen Anteilen im Spektrum unterhalb von 550 nm bis zu Lampen ohne solche Anteile sowie Beleuchtungsstärken von 130 lux bis 500 lux. Erste Ergebnisse unter alltäglich anzutreffenden Situationen bestätigen, dass herkömmliche Lampen mit durchaus geringem Blauanteil bereits zu einer in Abendstunden ungewollten Melatoninunterdrückung und vermehrter Wachheit führen, während die im PLACAR-Projekt entwickelten Lampen ohne Blauanteil die abendliche Melatoninausschüttung und Schläfrigkeit nicht behindern.

*Das Projekt PLACAR

Das Kürzel PLACAR steht für „Plasmalampen für circadiane Rhythmen“. Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zu Plasmalampen und Leuchten, die den circadianen Rhythmus des Menschen unterstützen und somit einen wesentlichen Beitrag zur Gesundheit der Bevölkerung beitragen können, werden vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (bmbf FKZ: 13N8968 - 13N8974) mit mehreren Millionen Euro unterstützt.

In dem Verbundprojekt PLACAR arbeiten derzeit fünf Unternehmen der Lichtquellen- und Leuchtenbranche zusammen mit der Arbeitsgruppe Schlafforschung & Klinische Chronobiologie am Institut für Physiologie der Charité-Universitätsmedizin Berlin (Dr. Kunz) und dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) an der Entwicklung solcher Plasmalampen. Bei den Unternehmen handelt es sich um OSRAM, NARVA BEL, NARVA G.L.E., LITEC LLL sowie  TRILUX.

Lebensmittel, Kunststoffe und Plasma – Technologietransfer bringt Wirtschaft und Wissenschaft zusammen

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald e.V.) gehört zu den Siegern des Innovationswettbewerbs "Wirtschaft trifft Wissenschaft" des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung. Mit den Fördermitteln in Höhe von rund 500.000 Euro wird das INP Greifswald in dem Projekt „Plasmatransfer MV“ gezielten Technologietransfer zur Stärkung der regionalen Wirtschaft realisieren. Dabei werden plasmagestützte Verfahren für bessere Produktion und Produkte in die betriebliche Praxis gebracht.

Mögliche Anwendungen der Plasmatechnologie sind die Oberflächenmodifizierung von Kunststoffen, die antimikrobielle Behandlung von Lebensmittelverpackungen und der Geruchsabbau in Großküchen oder Schlachthöfen. „Wir sprechen sehr gezielt Industrieunternehmen aus der Kunststoff- und Lebensmittelbranche an, um sie von den Möglichkeiten der Plasmatechnologie zur Stärkung der eigenen Wettbewerbsposition zu überzeugen“, sagt Projektleiter Dr. Marko Häckel vom INP Greifswald. Möglich sei auch der Aufbau von Barriereschichten gegen Gase oder Feuchtigkeit, da dadurch beispielsweise eine weitaus bessere Lagerfähigkeit der Nahrungsmittel erreicht werden kann. Häckel: „Das hat große wirtschaftliche Bedeutung, denn herabgesetzte Ansprüche an die Lagertemperatur senken allein schon die Energiekosten.“

Das Bundesministerium für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung fördert neue Ansätze für einen verbesserten Transfer wissenschaftlicher und technischer Innovationen in wirtschaftlichen Anwendungen. Aus rund 160 Anträgen wählten die Gutachter 25 Siegerprojekte aus. „Unsere angewandte Grundlagenforschung liefert Ergebnisse, die für die Industrie relevant sind. Mit dieser Förderung fokussieren wir nun ausgewählte Arbeiten und binden direkt betriebswirtschaftliches Know-How mit ein", sagt Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP. Seine Kompetenz beim Transfer von Forschungsergebnissen stellte das INP bereits in der eigenen Vergangenheit unter Beweis. Mit der neoplas GmbH, dem Transferzentrum des Instituts, und der neoplas control GmbH, einem Unternehmen auf dem Gebiet der Hightech-Messgeräte, gibt es bereits zwei erfolgreiche Ausgründungen.

Weitere Projektpartner in Plasmatransfer MV sind die neoplas GmbH, die ATI Küste GmbH - Gesellschaft für Technologie und Innovation in Stralsund, die Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern in Greifswald und die RWI, Regionale Wirtschaftsinitiative Ost-Mecklenburg-Vorpommern. Die neoplas GmbH ist das Transferzentrum des INP Greifswald und arbeitet auf den Gebieten Technologietransfer und -vermittlung sowie nationales und internationales Projektmanagement mit Forschungseinrichtungen und technologieorientierten Unternehmen.

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie betreibt in der Niedertemperaturplasmaphysik Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp. Dabei arbeitet es eng mit industriellen Partnern und Universitäten zusammen. Forschungsschwerpunkte sind die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Entwicklung neuer Plasmaanwendungen in den Bereichen Oberflächen und Materialien, Energie und Umwelt sowie Biologie und Medizin. Mit derzeit etwa 130 Mitarbeitern ist das INP die größte außeruniversitäre Einrichtung Europas auf diesem Forschungsgebiet. Es ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Mit Plasmateilchen gegen Mikroorganismen

Maden können es und Antiseptika können es auch, doch Plasma kann es möglicher-weise besser: Wunden heilen. Die ionisierten Gase wirken antibakteriell auf Kunststoffen. Vielleicht könnten sie auch ein chronisches Problem vieler älterer Menschen lösen.

Wissenschaftler des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) sowie der Universität Greifswald untersuchen in einem gemeinsamen Projekt die Wirkung sogenannter physikalischer Plasmen - ionisierter Gase - auf die Wundheilung. Zusammen mit der Riemser Arzneimittel AG hatte das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.  (INP) bereits Verfahren zur Sterilisation von Arzneiverpackungen entwickelt.

„Die neuen Forschungen gehen einen bedeutenden Schritt weiter“, erklärt der Projektleiter und Pharmazeut Dr. Thomas von Woedtke. So soll die antibakterielle Wirkung, die die Plasmen auf Kunststoffoberflächen haben, nun bei lebenden Zellen getestet werden. Umfangreiche eigene Untersuchungen bestätigten, dass die Plasmen in der Lage seien, Mikroorganismen abzutöten, sagte von Woedtke.

„Wir vermuten allerdings, dass Plasmen zudem in der Lage sind, die Aktivität gesunder Körperzellen zu stimulieren und damit den Heilungsprozess offener Wunden zu forcieren.“ Damit würde die Leistung der Plasmen in ihrem Zusammenspiel von antiseptischer und stimulierender Wirkung auf die Gewebeneubildung weit über die chemische Wirkung der Antiseptika sowie der Maden, die lediglich das tote Gewebe „abfressen“, hinausgehen.

Keime zerstören, ohne menschlichen Zellen zu schädigen

Eine kleine Forschergruppe des INP hat zusammen mit dem Institut für Pharmazie und dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin der Universität Greifswald unter dem Namen „Plasmasept“ mit ersten empirischen Versuchen an lebenden Zellkulturen begonnen. In den Laboren „infizieren“ die Forscher Kulturen menschlicher Zellen mit Mikroorganismen und setzen sie dann einem Plasma aus. Ziel dieser Testreihen sei es, die Mikroorganismen zu zerstören, dabei aber die gesunden menschlichen Zellen intakt zu lassen, erklärt der Pharmazeut Dr. Kristian Wende. Das Verfahren könnte als gut verträgliche Alternative zur Behandlung mit chemischen Antiseptika Wundheilungsprozesse erheblich verkürzen, so hoffen die Forscher. In einem größeren Forschungsvorhaben „plasmatis“ wollen die gleichen Projektpartner nun die Wirkmechanismen des Plasmas auf die Wundheilung im Detail untersuchen.

Neben Wärme strahlen Plasmen UV-Strahlung aus. Zudem erzeuge ein Plasma sogenannte reaktive Sauerstoff- und Stickstoffmoleküle, von denen die Forscher annehmen, dass sie die Wundheilung positiv beeinflussen.

Effektive Heilungsmethoden werden dringend benötigt

„Wir wollen nicht nur die Phänomene beobachten, sondern den Prozess auf molekularer und biochemischer Ebene verstehen, um die entsprechenden therapeutischen Ansätze ableiten zu können“, erklärt von Woedtke. Das Zusammenspiel der antiseptischen Wirkung mit der Neubildung von gesundem Gewebe ergibt ein breites Spektrum an Anwendungsmöglichkeiten, beispielsweise im „tissue engineering“, der Gewebezüchtung. Die Forschung ist dringend nötig: In Deutschland leben nach Angaben der Greifswalder Forscher rund 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit chronischen – also dauerhaften – Wunden.

Angesichts der demografischen Entwicklung mit einem immer größer werdenden Anteil Älterer gehen die Greifswalder Mediziner wie Professor Dr. Axel Kramer davon aus, dass sich die Problematik in Zukunft weiter verschärfen wird. Chronische Wunden beeinträchtigen nicht nur die Lebensqualität der Betroffenen. Schätzungen zufolge verursacht die Behandlung chronischer Wunden jährlich Kosten von rund fünf Milliarden Euro. Nach Angaben der Initiative Chronische Wunden (ICW e.V.) könnten jährlich bis zu 1,5 Milliarden Euro bei zeitgemäßer Prophylaxe und Therapie gespart werden.


2007

Greifswalder Plasmaforschung soll an den Markt – Bundesförderung für Ideen mit Zukunft

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald e.V.) wird im nächsten Jahr seine Forschungsaktivitäten strategisch auf wirtschaftliche Verwertung prüfen. Das INP Greifswald hat die erste Auswahlrunde in einem Wettbewerb des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gewonnen. Mit dem Förderprogramm "Forschung für den Markt im Team" (ForMaT) soll der Wissens- und Technologietransfer in die Wirtschaft beschleunigt werden. Dabei geht es um die Stärkung von Unternehmen und der regionalen Infrastruktur. Von den über 80 Antragstellern erhalten 30 eine Förderung, insgesamt drei davon in Mecklenburg-Vorpommern.

"Unsere angewandte Grundlagenforschung liefert Ergebnisse, die für die Industrie relevant sind. Mit dieser Förderung fokussieren wir nun ausgewählte Arbeiten und binden direkt betriebswirtschaftliches Know-How mit ein" sagt Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP. Seine Kompetenz beim Transfer von Forschungsergebnissen stellte das INP bereits in der Vergangenheit unter Beweis.

Mit der neoplas GmbH, dem Transferzentrum des Instituts, und der neoplas control GmbH, einem Unternehmen auf dem Gebiet der Hightech-Messgeräte, gibt es bereits zwei erfolgreiche Ausgründungen.

Innovative plasmagestützte Prozesse bei Atmosphärendruck für unterschiedliche industrielle Anwendungen bilden den Kern, denn diese können den Anwenderkreis der Plasmatechnologie erheblich erweitern. Unterschiedliche Konzepte zu Erzeugung und Betrieb der erforderlichen Plasmaquellen sind inzwischen am INP entwickelt und untersucht worden, nun sollen sie hinsichtlich ihrer Anwendbarkeit und Verwertbarkeit genauer unter die Lupe genommen werden, weitere neue interessante Ideen für die noch erforderliche Forschung und Entwicklung abgeleitet werden. Die zunächst im Fokus stehenden Anwendungsfelder sind die Oberflächenmodifizierung, die antimikrobielle Behandlung und die Abgasreinigung.

Dr. Ronny Brandenburg, Projektleiter am INP, ist sich sicher, Unternehmen aus der Region als Partner zu gewinnen: "Unser klares Ziel in dem Projekt ist die Verwertung. Wir müssen aber im Einzelfall entscheiden, ob dazu eine neue Ausgründung oder die enge Partnerschaft mit bestehenden Unternehmen erforderlich ist."

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) betreibt in der Niedertemperaturplasmaphysik Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp.
Mit derzeit etwa 120 Mitarbeitern ist das INP die größte außeruniversitäre Einrichtung Europas auf diesem speziellen Forschungsgebiet. Dabei arbeitet es eng mit industriellen Partnern und Universitäten zusammen. Forschungsschwerpunkte sind die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Entwicklung neuer Plasmaanwendungen in den Bereichen Oberflächen und Materialien, Energie und Umwelt sowie Biologie und Medizin.

Plasma verbindet - besseres Wachstum von Knochenzellen auf Implantaten

Greifswald Damit medizinische Implantate optimal in einen Knochen einwachsen, muss die Oberfläche möglichst gut und schnell mit Knochenzellen bewachsen. Diese schnelle Zelladhäsion ist ein kritischer Faktor für die Verbesserung von künstlichen Hüft-, Knie- oder Zahnimplantaten. Titan hat sich hier wegen seiner natürlichen Oxidschicht seit Jahren bewährt und wird von Knochenzellen (Osteoblasten) gut angenommen.

Jetzt ist es Forschern des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) zusammen mit Partnern gelungen, die Titanoberfläche mit einer neuen plasmachemischen Beschichtung zu optimieren. Dazu wird auf das Implantat im Vakuum eine sehr dünne, kunststoffartige Schicht aufgebracht, die aus einfachen organischen Molekülen (Allylamin) erzeugt wird. Die Osteoblasten wachsen auf dem beschichteten Titan wesentlich besser als auf purem Metall. "Durch unsere Beschichtung können sich Osteoblasten schneller auf dem Implantatmaterial ansiedeln. Wir haben es mit Ankergruppen versehen, an denen Zellsignalmoleküle sehr leicht adsorbiert werden", meint INP-Projektleiter Andreas Ohl, dessen Team das Verfahren entwickelte. Damit kann auch die gezielte Gewebezüchtung ("tissue engineering") auf Biomaterialien generell verbessert werden. Die Ergebnisse wurden jetzt im international renommierten Journal "Biomaterials" publiziert.

Der Erfolg des INP Greifswald beruht auf der interdisziplinären Zusammenarbeit mit den Universitäten Rostock und Greifswald, dem Institut für Bioprozess- und Analysenmesstechnik in Heiligenstadt, dem GKSS-Forschungszentrum Geesthacht und der DOT Rostock, einem führenden Medizintechnik-Unternehmen in der regenerativen Medizin. Das von der DOT koordinierte Verbundprojekt hat 2004 den Forschungswettbewerb des Landes Mecklenburg-Vorpommern gewonnen und wird vom Land und der Helmholtz-Gemeinschaft Deutscher Forschungszentren unterstützt.

Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist einerseits die technologische Vorlaufforschung und andererseits die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Erforschung neuer Plasmaanwendungen.
Dies wird ergänzt durch die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Das INP betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp, wobei sich die Themen an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren. Derzeit stehen die Biomedizintechnik, Oberflächentechnologie, Umwelttechnik, Spezial-Plasmaquellen, Modellierung und Diagnostik im Mittelpunkt des Interesses.

Das INP verfügt über 3700 m2 Hauptnutzfläche, hat 25 Speziallabore sowie einen klassifizierten Reinraum und ein mikrobiologisches Labor für interdisziplinäre Forschung.
Das INP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Derzeit beschäftigt das INP etwa 130 Mitarbeiter und ist damit die größte außeruniversitäre Einrichtung auf diesem Forschungsgebiet in Europa.

Im Verbund mit dem Institut für Physik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität (IfP) und dem Max-Planck-Institut (IPP) besteht die Aufgabe des INP in der Förderung der Plasmatechnologie, in der Verbindung von Grundlagen und Industrieforschung.

Aus dem INP wurde in den Jahren 2005 und 2006 bereits je eine Firma ausgegründet.

Unüberwindbare Grenzen - auch für biologische Zellen

Plasmaverfahren ermöglicht schnelle und intelligente Lösung für die Zellkulturdiagnostik

Greifswald Chemische Mikrostrukturen auf Kunststoffoberflächen werden in der Biomedizin von morgen eine entscheidende Rolle spielen, z.B. für die Untersuchungen zu genetischen Veränderungen von Zellen. Eine wissenschaftliche Herausforderung ist dabei insbesondere die Schaffung intelligenter Lösungen für die schnellere Zellkulturdiagnostik bedingt durch den immer kleiner werdenden Raum auf den Biochips. Diese Anforderung wird zusätzlich durch den Anspruch verstärkt viele parallele und unterschiedliche Diagnostiken in den so genannten „Zellspots“ gleichzeitig durchzuführen.

Forschern des Leibniz-Institutes für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald e.V.) ist es zusammen mit der Firma zell-Kontakt nun erstmalig gelungen, mit Hilfe eines plasmagestütztes Verfahrens, unterschiedlich chemisch funktionalisierte und klar voneinander abgegrenzte Oberflächenareale auf engstem Raum zu erzeugen. Zentrale Bereiche, welche die Ansiedlung eines Zellrasens für die Gentests ermöglichen, sind jeweils von einer Zone umgeben, die für die biologischen Zellen eine unüberwindliche Grenze bildet. Somit wird ein Überwachsen der Zellen in Nachbarstrukturen wirksam unterbunden und die parallele Durchführung einer Vielzahl unterschiedlicher Tests auf der Fläche eines Chips ist möglich. Der Nachweis solcher chemischer Mikrostrukturen auf Materialoberflächen ist nur mit Spezialmethoden möglich, denn unter dem Mikroskop bleiben sie verborgen. Eine davon ist die Elektronenspektroskopie für die Chemische Analyse (ESCA). Bereiche unterschiedlicher atomarer Zusammensetzung lassen sich selbst für Abmessungen von 10 µm (1 µm = 1/1000 mm) hiermit sichtbar machen. Dazu misst ESCA Elektronen, die mittels Röntgenstrahlung aus den Materialien herausgelöst werden und Rückschlüsse auf die chemischen Bindungsverhältnisse auf der Materialoberfläche erlauben. INP Projektleiter Dr. Karsten Schröder „Unsere Messungen zeigen, dass sich die chemischen Eigenschaften der verschieden behandelten Areale deutlich voneinander unterscheiden lassen und darüber hinaus scharfe Übergänge aufweisen.“ Die Ergebnisse wurden jetzt in Brüssel der internationalen Fachwelt vorgestellt und sollen in innovative Zellkulturprodukte umgesetzt werden.

Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist einerseits die technologische Vorlaufforschung und andererseits die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Erforschung neuer Plasmaanwendungen. Dies wird ergänzt durch die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Das INP betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp, wobei sich die Themen an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren. Derzeit stehen die Biomedizintechnik, Oberflächentechnologie, Umwelttechnik, Spezial-Plasmaquellen, Modellierung und Diagnostik im Mittelpunkt des Interesses.

Das INP verfügt über 3700 qm Hauptnutzfläche, hat 25 Speziallabore sowie einen klassifizierten Reinraum und ein mikrobiologisches Labor für interdisziplinäre Forschung.
Das INP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Derzeit beschäftigt das INP etwa 130 Mitarbeiter und ist damit die größte außeruniversitäre Einrichtung auf diesem Forschungsgebiet in Europa.

Im Verbund mit dem Institut für Physik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität (IfP) und dem Max-Planck-Institut (IPP) besteht die Aufgabe des INP in der Förderung der Plasmatechnologie, in der Verbindung von Grundlagen und Industrieforschung.

Aus dem INP wurde in den Jahren 2005 und 2006 bereits je eine Firma ausgegründet.

Die Firma zell-kontakt GmbH aus Nörten-Hardenberg entwickelt, produziert und vertreibt analytische Zellkulturgefäße für die Grundlagenforschung und die angewandte pharmakologische Forschung. Ein besonderer Fokus liegt auf Produkten, die anspruchsvolle Mikroskopieverfahren unterstützen. Derartige Mikroskopieverfahren kommen in den Lebenswissenschaften in steigendem Maß zum Einsatz. Durch plasma-chemische Oberflächenmodifikation werden hierbei spezielle biomimetische Oberflächen auf den Zellkulturträgern erzeugt, die eine physiologische Untersuchung der Zellen ermöglichen.

Spin-Off des INP-Greifswald ist einer der beiden Gewinner des Ludwig-Bölkow-Technologiepreises 2007

Die neoplas-control GmbH überzeugte mit Gerät für hochempfindliche Spurengasanalyse

Greifswald Ein schwarzes Schaf unter einer Milliarde weißer Schafe in Sekundenschnelle zu finden - dazu ist im übertragenden Sinne der Q-MACS (Quantenkaskadenlaser- Mess- und Steuersystem) in der Lage. Prof. Jürgen Röpcke, Geschäftsführer der neoplascontrol GmbH erhielt am 22.11.2007 in Greifswald den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis des Landes Mecklenburg- Vorpommern zusammen mit Silicann Technologies Rostock. Der Preis wird gemeinsam von den Industrie- und Handelskammern, Schwerin, Rostock und Neubrandenburg, sowie dem Wirtschaftsministerium M-V verliehen und ist mit 10.000 € dotiert. Die Jury bewertete unter anderen nach Kriterien wie „Nutzung des Technologietransfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft, “Marktfähigkeit und Schaffung von Arbeitsplätzen“. Diese Voraussetzungen erfüllte die neoplascontrol GmbH.

Die ersten Grundlagenforschungen im Bereich Plasmadiagnostik begannen im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) vor mehreren Jahren. 2006 waren die Ergebnisse und der Prototyp Q-MACS so überzeugend, dass der zweiten Firmenausgründung am INP nichts mehr im Weg stand.

Eingesetzt wird das Gerät für die hochempfindliche Spurengasanalyse, z.B. bei industriellen Anwendungen in der Echtzeitprozessüberwachung. Die Vorteile der Entwicklung haben schon viele Kunden aus der Halbleiterindustrie überzeugt. Derzeit arbeiten 4 feste Mitarbeiter und einige Teilzeitbeschäftigte bei der neoplascontrol GmbH. In den kommenden drei Jahren soll die Mitarbeiterzahl auf 15 Festangestellte steigen. Mittlerweile sind je nach Kundenbedürfnis verschiedene Versionen des Gerätes erhältlich. Ein Einsatz bei der Feststellung hochexplosiver Stoffe oder im medizinischen Bereich für die Atemgasanalyse ist angedacht. Das Marktpotential des Q-MACS ist also noch lange nicht erschöpft.

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Plasma plus Zelle

Eine Initiative für den Aufbau eines leistungsstarken Zentrums für Innovationskompetenz (ZIK).
Interdisziplinäre Zusammenarbeit  des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie Greifswald e.V. (INP) mit dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin (IHU) und dem Institut für Pharmazie (IPh) der Greifswalder Universität.

Der Fortschritt der modernen Lebenswissenschaften, allen voran der Medizin, ist in starkem Maße durch Innovationen bestimmt. Diese werden nicht allein durch das Voranschreiten des Basiswissens in Medizin und Biologie an sich ermöglicht, sondern auch durch  die Fortschritte vielfältiger anderer, mitunter sogar zunächst sehr artfremd erscheinender Wissensgebiete und Technologien.

Mikrosystemtechnik und Mikroelektronik, Laser und Optik, neue Werkstoffe und Biomaterialien sowie Nanotechnologie haben sich zu Schlüsseltechnologien entwickelt, ohne die der Fortschritt in den Lebenswissenschaften nicht denkbar wäre.

In den letzten Jahren hat sich auch die Plasmatechnologie zu einer solchen Schlüsseltechnologie für medizinische und biologische Applikationen entwickelt. Physikalische Plasmen sind ionisierte Gase, von denen je nach Zusammensetzung unterschiedliche Wirkungen ausgehen können. Ein gewichtiger Vorteil von Plasmen liegt in ihrer hohen selektiven Reaktionsfähigkeit. Bei Niedertemperaturplasmen im Bereich des Atmosphärendrucks treten nur geringe thermische Belastungen von Substraten auf. Das macht diese Plasmen auch für die Behandlung von thermolabilen Materialien für medizinische und biotechnologische Anwendungen interessant. Typische  Anwendungsfelder sind die Beschichtungen von Knochenimplantaten zur Biologisierung bzw. Verschleißminderung, die Dekontaminierung von Oberflächen, z. B. von Primärpackmitteln in der Pharmaindustrie sowie die  Funktionalisierung von Oberflächen.

Plasma hilft heilen

Mit  einer Häufigkeit von  3,5 % Neuerkrankungen gehören akute Wundinfektionen in Europa und Nordamerika zu den wichtigsten Komplikationen der akuten traumatischen Wunde. Darüber hinaus leben allein in Deutschland 4,5 bis 5 Millionen Menschen mit schlecht heilenden, chronischen Wunden. Etwa 5 % aller stationären Patienten in Krankenhäusern und Rehabilitationseinrichtungen sind Patienten mit chronischen Wunden. Bei Druckgeschwüren (Ulcus decubitus) beträgt die Prävalenz unter stationären Patienten in Österreich und Deutschland sogar etwa 10-25 %, in Rehabilitationseinrichtungen etwa 30%.  Neben der häufig erheblichen Beeinträchtigung der Lebensqualität  verursacht die Behandlung chronischer Wunden allein in Deutschland jährlich Kosten von mehr als 5 Mrd. EUR. Davon werden allein 2 Mrd. EUR aufgrund der verlängerten stationären Krankenhausaufenthalte um durchschnittlich 2 Monate verursacht.  Mikrobielle Infektionen sind eine häufige Ursache für Komplikationen bei der Wundheilung, wodurch die Gewebereparation massiv behindert und verzögert wird. Das kann zu einer Chronifizierung der Wunde führen. Bei einer Infektion ist die effektive Wundantiseptik Voraussetzung für den ungestörten und komplikationslosen Heilungsprozess. Aus den bisherigen Untersuchungen zur antimikrobiellen Wirksamkeit von Atmosphärendruckplasmen ist bekannt, dass damit auch Erreger von Wundinfektionen abgetötet werden und Plasmen damit eine antiseptische Wirkung entfalten können. Aber Plasma kann möglicherweise noch mehr als „nur“ das.

Plasmatis – mit Plasma heilen

„plasmatis – mit Plasma heilen“ ist der Slogan einer Initiative, welche in Greifswald ein Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) etablieren möchte. Die ZIK Initiativen laufen im Rahmen des vom Bundesministerium für Bildung und Forschung  (BMBF) geförderten Programms „Unternehmen Region“. Das Zentrum soll sich in erster Linie mit der Erforschung von Grundlagen der Wechselwirkungen physikalischer Plasmen mit lebenden Zellen und Geweben befassen. Die meisten der bisher bekannten Untersuchungen zu biologischen und medizinischen Plasmaanwendungen sind vor allem unter Applikationsgesichtspunkten bearbeitet worden und überwiegend durch Empirie gekennzeichnet, so dass grundlegende Erkenntnisse zu den Wirkmechanismen weitgehend fehlen. Im Unterschied hierzu wird mit plasmatis erstmals der umgekehrte Weg beschritten, das heißt am Anfang steht die wissenschaftlich begründete Hypothese. Die geplanten Forschungsarbeiten können dazu beitragen, diese Lücke zu schließen. Dabei sollen nicht nur letale Wirkungen von Plasmen untersucht werden, wie sie bei der Inaktivierung von Mikroorganismen genutzt werden. Viel mehr kann auch eine positive Beeinflussung des Wachstums und der Regeneration von Körperzellen durch eine genau dosierte Plasmaanwendung erreicht werden. Dabei will man sich zunächst auf Möglichkeiten des Einsatzes von Plasmen zur Unterstützung der Geweberegeneration unter spezieller Berücksichtigung der Wundheilung konzentrieren. Das Zusammenspiel der antiseptischen Wirkung mit Unterstützung der Neubildung von gesundem Gewebe ergibt ein breites Spektrum an neuen Fragestellungen, deren Beantwortung ein besseres Verständnis  der Vorgänge in lebenden Zellen ermöglichen und zur systematischen Erschließung innovativer therapeutischer Ansätze führen sollen. Damit ist plasmatis ein einzigartiges Projekt, das von den beteiligten Einrichtungen dem Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP Greifswald) e.V., dem Institut für Hygiene und Umweltmedizin, dem Institut für Pharmazie der Universität Greifswald und einem internationalen Beirat getragen wird. Diese Interdisziplinarität ist Ausdruck der großen  Komplexität des Untersuchungsgegenstandes. Im Rahmen der Erarbeitung des Strategiekonzeptes für dieses Forschungszentrum fand am 1./2. Oktober 2007 der „1st International Workshop on Plasma Tissue Interactions“ in Greifswald statt. Forscher aus den USA, Großbritannien, Österreich und Deutschland gaben Übersichten über den aktuellen Stand biologischer und medizinischen Plasmaanwendungen, stellten Verfahren der Zell- und Gewebediagnostik vor und diskutierten Möglichkeiten der Nutzung des biologischen und physikalischen Methodenspektrums zur Untersuchung von Plasma-Zell-Wechselwirkungen unter besonderer Berücksichtigung von Wundheilungs- und Geweberegenerationsmechanismen. Bis Ende Februar 2008 haben 12 ZIK- Initiativen (zwei in Greifswald) Zeit, um Strategiekonzepte für den Aufbau leistungsstarker Forschungszentren zu erarbeiten.  Die Entscheidung über die Vergabe der Millionenförderung wird durch das BMBF Anfang Juni 2008 bekannt gegeben.  Das BMBF stellt hierfür bis zum Jahr 2012 rund 150 Millionen Euro zur Verfügung.

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Bessere Wundheilung durch Plasma

Internationaler Workshop am INP Greifswald e.V.

Plasmatechnologie ist in vielen Lebensbereichen wieder zu finden. Ob im Bereich der Unterhaltungsmedien, Beleuchtung oder bei der Oberflächenbehandlung mit Plasmaverfahren werden Produkt- Eigenschaften verbessert. Auch in der Medizintechnik, Biotechnologie und Pharmazie gewinnt die Plasmatechnologie zunehmend an Bedeutung und verspricht in den nächsten Jahren ein erhebliches Wirtschaftswachstum.


Greifswald Mit einem neuen Anwendungsbereich in der Medizin beschäftigt sich derzeit das INP Greifswald e.V. (Dr. von Woedtke, Prof. Weltmann) gemeinsam mit den Instituten der Universität Greifswald für Pharmazie (Prof. Lindequist) sowie Hygiene und Umweltmedizin (Prof. Kramer). Es geht um den Einsatz von Plasmaverfahren bei der Heilung von chronischen Wunden. Ziel der geplanten wissenschaftlichen Untersuchungen ist es letztendlich, Patienten mit diesem Krankheitsbild zukünftig mittels Plasma schneller zu heilen, was gleichzeitig auch eine Entlastung für das Gesundheitssystem bedeuten würde.

Im Rahmen des vom BMBF geförderten Programms "Unternehmen Region" bereitet das Team den Aufbau eines Zentrums für Innovationskompetenz (ZIK) "plasmatis - Plasma plus Zelle" vor, welches sich mit Grundlagenforschung zu Wechselwirkungen physikalischer Plasmen mit Zellen und Gewebe befassen wird. Die geplanten Forschungsarbeiten sollen sich zunächst auf Möglichkeiten des Einsatzes von Plasmen zur Unterstützung der Geweberegeneration unter spezieller Berücksichtigung der Wundheilung konzentrieren.

Am 1. und 2. Oktober findet im INP Greifswald e.V. im Rahmen der Strategieentwicklung für dieses Forschungszentrum ein internationaler Workshop zum Thema "Plasma-Gewebe- Wechselwirkungen" statt. Die dort behandelten Themen betreffen den derzeitigen Stand von Plasmaanwendungen im biologischen und medizinischen Bereich, Methoden der Zell- und Gewebecharakterisierung sowie spezielle Fragen der Wundheilung und Geweberegeneration. Internationale Experten aus unterschiedlichen Fachrichtungen werden an zwei Tagen ihre Forschungsarbeiten auf diesen Gebieten präsentieren und gemeinsam das wissenschaftliche Umfeld des in Greifswald geplanten Forschungsprogramms zu Plasma-Zell-Wechselwirkungen aus den verschiedenen Blickwinkeln diskutieren. Der Workshop findet in den Räumen des Leibniz-Institutes für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP), Felix-Hausdorff-Str. 2 statt. Interessenten sind herzlich eingeladen. Weiterführende Informationen finden Sie unter www.plasmatis.de.

Greifswald ist ein Zentrum der Plasmaphysik

Ostseezeitung 15./16. September 2007

Greifswald ist ein Zentrum der Plasmaphysik.
Seit 15 Jahren ist das Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik ein Teil dieses Zentrums.


Von ECKHARD OBERDÖRFER

Greifswald Die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Plasmaforschung in Europa heißt seit gestern Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie.

Den neuen Namen verlieh Bildungsminister Henry Tesch am Ende eines Festaktes zum 15. Geburtstag dem Greifswalder Instituts für Niedertemperaturplasmaphysik (INP). Entstanden ist es aus einem Akademieinstitut der DDR, das wiederum auf noch älteren Greifswalder Traditionen fußt. „Forschung macht aus Geld Wissen, und Technologie macht aus Wissen Geld“, sagte der Bildungsminister. Genau dafür stehe das INP, und die Etablierung eines Plasmatechnikums weise den richtigen Weg. Tesch dankte im Namen des Landes INP-Direktor Prof. Klaus-Dieter Weltmann, dem seit seinem Amtsantritt 2004 eine „exorbitante Steigerung der eingeworbenen Industriemittel“ gelang. Nicht umsonst befand sich unter den Rednern der Senior Vice Präsident der Osram GmbH Dr. Albert Heidemann. „15 gemeinsame Projekte für die mehr als 4,7 Millionen Euro bereitgestellt wurden, zeigen unsere erfolgreiche Zusammenarbeit“, sagte er. Seine Hochachtung sprach Prof. Ernst Rietschel, Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, dem INP aus. Man müsse besser als die Süddeutschen sein, sonst würde niemand Reisen von 1000 Kilometer in den Nordosten auf sich nehmen. Mit dem baltischen Netzwerk, zu dessen über 30 Partnern die Universitäten Köslin und Stettin gehören, sei die Vernetzung in den Ostseeraum gelungen. „Greifswald ist ein natürlich gewachsener Technologiestandort, der vorn mitspielen kann und muss“, so Prof. Rietschel. Er regte einen Wissenschaftscampus und mehr gemeinsame Berufungen mit der Universität an. Deren Rektor Prof. Rainer Westermann sagte, dass es in der Hochschulleitung ähnliche Überlegungen gebe. Er erinnerte an die Sonderforschungsbereiche in der Physik, an denen Uni, INP und Max-Planck- Institut für Plasmaphysik beteiligt sind und die in der ersten Stufe erfolgreichen Bemühungen um ein Zentrum für Innovationskompetenz, das das INP mit Kollegen aus der Hygiene und Umweltmedizin sowie der pharmazeutischen Pharmazie anstrebt. INP-Direktor Prof. Weltmann überraschte das Auditorium mit der Nachricht, dass in Greifswald schon über 500 Menschen auf dem Gebiet der Plasmatechnologie tätig sind. Mit jährlich 80 Veröffentlichungen, 20 Einladungen zu Vorträgen und vier Patenten müsse sich sein Institut auch wissenschaftlich nicht verstecken.

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110.000 Euro Preisgeld für Forschungs- und Gründerideen aus dem INP Greifswald e.V.

Conplas und Plasmasept überzeugten auf der venturesail 2007

1. und 4. Platz, eine erfolgreiche Bilanz für das Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. auf der diesjährigen "venturesail“.
Alle Drei eingereichten Ideen aus dem INP wurden zum Finale in der Kategorie Gründer-Team und Forscher-Team zugelassen.
Erstmalig konnte sich das INP Greifswald gegen alle Mitbewerber in der Kategorie Gründer-Team durchsetzen.

Dr. Ronny Brandenburg und Sebastian Spreeberg überzeugten als potenzielle Ausgründer. ConPlas – prämiert mit dem 1. Platz bei den Gründer-Teams und 80.000 Euro – ist ein effektives Arbeitsgerät zur Oberflächenbehandlung. Mit ConPlas kann ein kompaktes und flexibles Plasmawerkzeug zur trockenen Reinigung, zur Haftverbesserung von Lacken und Verklebungen, zur Beschichtung und Entkeimung von glatten und strukturierten Oberflächen angeboten werden. Die einfache und sichere Handhabung sowie die zuverlässige Arbeitsweise bieten das Potenzial für eine hohe Akzeptanz bei Kunden aus allen Bereichen der Oberflächenbearbeitung. Conplas ermöglicht kostengünstige Lösungen für den Hobby- und Modellbau Bereich, sowie für Handwerk und Industrie.

Das Forscherteam um Dr. Thomas von Woedtke, (Mentoren: Prof. Weltmann, Prof. Wilke, Prof. Axel Kramer sowie Prof. Ulrike Lindequist – INP und UNI Greifswald) freute sich über 30.000 Euro und den 4. Platz. Physiker, Mediziner und Pharmazeuten entwickelten gemeinsam einen neuen Ansatz der Wundbehandlung – Plasmasept ein plasmabasiertes Verfahren zur Wundheilung.

Schwer therapierbare chronische Wunden verursachen im Gesundheitswesen jährlich Kosten in Milliardenhöhe. Plasmasept soll als eine gut verträgliche Alternative zur Behandlung mit chemischen Antiseptika Wundheilungsprozesse erheblich verkürzen.

Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP und Mentor sowie Initiator beider Projekte, zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

"Die Gelder ermöglichen uns unter anderem eine schnellere und detaillierte Projektbearbeitung. Dem INP Greifswald wurde mit diesem Erfolg einmal mehr die Richtigkeit der Strategie 'Von der Idee zum Prototyp' bestätigt, d.h. wissenschaftliche Vorlaufforschung für zukünftige Anwendungen zu betreiben und deren Qualifizierung zu marktfähigen Produkten und Verfahren konsequent zu begleiten" so Weltmann.

Weltmann weiter "Besonderer Dank gilt Frau Prof. Lindequist und Prof. Kramer von der Universität Greifswald für die hervorragende interdisziplinäre Zusammenarbeit“.

Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist einerseits die technologische Vorlaufforschung und andererseits die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Erforschung neuer Plasmaanwendungen.

Dies wird ergänzt durch die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Das INP betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp, wobei sich die Themen an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren. Derzeit stehen die Biomedizintechnik, Mikro- und Nanotechnologie, Umwelttechnik, Spezial-Plasmaquellen, Modellierung und Diagnostik im Mittelpunkt des Interesses.

Das INP verfügt über 3700 qm Hauptnutzfläche, hat 25 Labore sowie einen klassifizierten Reinraum und ein mikrobiologisches Labor für interdisziplinäre Forschung.

Das INP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Derzeit beschäftigt das INP etwa 130 Mitarbeiter und ist damit die größte außeruniversitäre Einrichtung auf diesem Forschungsgebiet in Europa.

Im Verbund mit dem Institut für Physik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität (IfP) und dem Max-Planck-Institut (IPP) besteht die Aufgabe des INP in der Förderung der Plasmatechnologie, in der Verbindung von Grundlagen und Industrieforschung.

Aus dem INP wurde in den Jahren 2005 und 2006 bereits je eine Firma ausgegründet.

Plasmatechnologie aus Greifswald in Hannover

Greifswald Auf dem Gebiet der Plasmatechnologien sind in den letzten Jahren eine Reihe von Verfahren und Geräten entwickelt worden, die völlig neue Nutzungsmöglichkeiten eröffnen. Weltweit sind Firmen marktwirksam aktiv und nutzen Plasmaprozesse in ihrer Vielfalt und Komplexität. Plasmasterilisation, Plasmaanwendungen in der Medizintechnik sowie das Marktwachstum bei Plasmafernsehern und Plasmalampen sind nur einige Einsatzmöglichkeiten der Plasmatechnik.

Das Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP Greifswald) nutzte die diesjährige Hannovermesse und präsentierte gemeinsam mit dem BalticNet-PlasmaTec e.V. (BNPT) auf der weltweit größten Industriemesse anwendungsorientierte Forschungsergebnisse aus den Bereichen Oberflächenmodifizierung sowie Mikro- und Nanodisperse Materialien.

Zahlreiche in- und ausländische Unternehmen fanden Ihren Weg zum Gemeinschaftsstand und nutzten die Möglichkeit konkrete Problemstellungen zu diskutieren.

Staatssekretär Dr. Rudolph informierte sich auf seinem Rundgang am Eröffnungstag über die Dienstleistungen aus Forschung und Entwicklung des INP sowie das Leistungsspektrum des BNPT.
Ergänzende Informationen zu den regionalen Netzwerken Plasma plus Bio und MOPLAS in den Bereichen der Lebenswissenschaften bzw. zu der Modifizierung von Kunststoffoberflächen stießen ebenfalls auf positive Resonanz.

Das INP Greifswald e.V. ist gemeinsam mit dem Technologiezentrum Vorpommern (TZV) im BalticNet PlasmaTec e.V. federführend tätig, um insbesondere die Kooperationen im Ostseeraum zu intensivieren und Kompetenzen zu bündeln.

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Jubiläumsfeier 15 Jahre INP Greifswald

Das Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP) in Greifswald ist nun schon seit 15 Jahren fester Bestandteil der Forschungslandschaft des Landes Mecklenburg-Vorpommern. Um die vergangenen Jahre entsprechend zu würdigen und motiviert den kommenden Herausforderungen zu begegnen, feiert das INP am 14. und 15. September gemeinsam mit Vertretern aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft, unseren Mitarbeitern und Partnern sein 15jähriges Bestehen. Zum abwechslungsreichen Programm zählen ein wissenschaftliches Kolloquium (14. September) sowie ein kultureller Teil (15. September).


2006

Bund fördert Greifswalder Forscher

Zwölf neue Zentren für Innovationskompetenz fördert Berlin. Darunter zwei aus Greifswald, es sind die einzigen in MV.

Greifswald Großer Erfolg für unseren Wissenschaftsstandort. Unter den zwölf Innovativen, die das Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung in der letzten Woche zu Zentren für Innovationskompetenz ernannt hat, sind zwei aus der Boddenstadt, die einzigen aus Mecklenburg-Vorpommern. In Greifswald existiert bereits das Zentrum für Innovationskompetenz in der funktionellen Genomforschung.

Allerdings ist die Auswahl erst der erste Schritt. Zunächst stellt des Forschungsministerium je 250 000 Euro für die Erstellung eines Konzepts im Jahre 2007 plus Geld für Training durch eine Unternehmensberatung zur Verfügung. Eine internationale Jury wählt dann die Geeigneten aus – in der letzten Runde waren das Sechs von Zwölf. Sie bekommen Geld für je zwei Nachwuchs- forschergruppen mit sieben Wissenschaftlern. Insgesamt werden 60 Millionen Euro durch den Bund verteilt.

Zum interdisziplinär angelegten „Zentrum für Innovationskompetenz für humorale Immunreaktionen bei kardiovaskulären Erkrankungen“, sind namentlich Wissenschaftler um den Transfusionsmediziner Prof. Andreas Greinacher, den Herzspezialisten Prof. Stefan Felix, Werner Weitschies, Professor für Biopharmazie und pharmazeutische Technologie, und Christiane Helm, Professorin für angewandte Physik, beteiligt. Sie wollen sich mit Immunreaktionen als Ursache für Herz-, Kreislauferkrankungen befassen, speziell um Autoimmunreaktionen und die Vermeidung von Immunreaktionen durch Arzneimittel.

Das zweite neue Zentrum für Innovationskompetenz nennt sich „Plasma plus BioMed“. Sprecher ist der Direktor des INP (Institut für Niedertemperaturplasmaphysik e.V.), Prof. Klaus-Dieter Weltmann. „Es geht um ein weites Spektrum von der Grundlagenforschung bis zum Transfer von Ergebnissen in die Praxis“, so der Plasmaphysiker. Alles interdiziplinär mit Medizinern, Pharmazeuten und Biologen. Das heißt, dass Physiker im Team wahrscheinlich nicht in der Mehrheit sind.

Themen sind beispielsweise die Reduzierung von Keimen, die Sterilisation, die Bioverträglichkeit von Materialien, deren Beschichtung. Nach fünf Jahren soll sich das Zentrum für Innovationskompetenz selbst tragen.

ECKHARD OBERDÖRFER

Quelle: Ostseezeitung

Institut für Niedertemperatur - Plasmaphysik e.V. gewinnt zwei Preise beim Ideenwettbewerb "venturesail 2006"

70.000 Euro für die INP-venturesail-Preisträger in der Kategorie "Gründer-Team"

Greifswald - 15. August, auch der diesjährige Landeswettbewerb „venturesail“ endete auf der Prämierenfeier für das INP (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.) wieder erfolgreich.
PLexc und Plasmaclean konnten die Fachjury überzeugen und wurden mit dem 3. und 5. Platz belohnt.
Drei von neun eingereichten Ideen aus dem INP wurden zur Präsentation in der Kategorie Gründer-Team zugelassen.

Mentor aller drei Gründer-Teams, Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann zeigte sich mehr als zufrieden mit dem Ergebnis.

PLexc – der Plasmapinsel - ist ein Gerätesystem mit vielen Anwendungsmöglichkeiten. Im Industrieunternehmen wie auch im Handwerk wird Plasma so zu einem universellen High-Tech-Handwerkzeug in der Oberflächenbehandlung. Die hochaktiven Teilchen des Plasmas wirken auf Oberflächen in der Reinigung, Entkeimung, Schutzschichtaufträgen sowie auf funktionellen Farbschichten.

Hinter Plasmaclean – einem Plasma-Luftfiltersystem steht eine effektive und kostengünstige Abluftbehandlung / Abluftreinigung. Das System ermöglicht eine erhebliche Verbesserung der Raumluftqualität durch die Entfernung bzw. Vernichtung von Gerüchen, Rauch, Schadstoffen und Keimen aller Art.

Das Frankfurter Unternehmen airtec consult GmbH entwickelte daraus bereits die marktreife Luftfilter-Technologie plasmaNorm, die auf der vom INP entwickelten Plasma-Technologie basiert. Die jetzt prämierte gemeinsame geplante Unternehmensgründung führt wissenschaftliches und kaufmännisches Know-how zusammen, um dann mit dem Produkt in großen Stückzahlen auf den Markt zu gehen.
Die Preisgelder in Höhe von 50.000 Euro und 20.000 Euro sollen für die Gründungsvorbereitung eingesetzt werden.

Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist einerseits die technologische Vorlaufforschung und andererseits die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Erforschung neuer Plasmaanwendungen.
Dies wird ergänzt durch die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Das INP betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp, wobei sich die Themen an den Bedürfnissen der Gesellschaft orientieren. Derzeit stehen die Biomedizintechnik, Mikro- und Nanotechnologie, Umwelttechnik, Spezial-Plasmaquellen, Modellierung und Diagnostik im Mittelpunkt des Interesses.

Das INP verfügt über 3700 m2 Hauptnutzfläche, hat 25 Labore sowie einen klassifizierten Reinraum und ein mikrobiologisches Labor für interdisziplinäre Forschung.

Das INP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und ist als gemeinnütziger Verein organisiert. Derzeit beschäftigt das INP etwa 130 Mitarbeiter und ist damit die größte außeruniversitäre Einrichtung auf diesem Forschungsgebiet in Europa.

Im Verbund mit dem Institut für Physik an der Ernst-Moritz-Arndt-Universität (IfP) und dem Max-Planck-Institut (IPP) besteht die Aufgabe des INP in der Förderung der Plasmatechnologie, in der Verbindung von Grundlagen und Industrieforschung.

Aus dem INP wurde in den Jahren 2005 und 2006 bereits je eine Firma ausgegründet.

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Riemser Arzneimittel AG nutzt innovative Plasmaverfahren des Institutes für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.

Sekundenschnelle Sterilisation von Kosmetikverpackungen – Plasma macht's möglich

Greifswald - Insel Riems, 24. Juli.
Die Häufigkeit von Allergien nach der Verwendung von Kosmetika hat in den letzten Jahren stark zugenommen. Diese werden vielfach durch die enthaltenen Konservierungsmittel ausgelöst. Vor diesem Hintergrund untersucht die Riemser Arzneimittel AG im Rahmen eines Förderprojektes des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) die konservierungsmittelfreie Produktion von Cremes und Salben.

Pünktlich zur Projekthalbzeit konnte nun ein wichtiger Meilenstein auf diesem Weg erreicht werden. Jetzt ist es möglich, Plastikflaschen für Kosmetikverpackungen durch Plasmaentladungen – ähnlich einem sanftem Blitz - keimfrei zu machen.

Die Plasmasterilisation beruht darauf, durch den direkten Kontakt eines Plasmas Keime zu schädigen. Im Plasma, dem so genannten vierten Aggregatzustand, sind neben freien Elektronen und Ionen auch Radikale enthalten. Außerdem sendet es ultraviolette Strahlung aus. So können Mikroorganismen getötet oder zumindest inaktiviert werden, ohne eine Schädigung des Sterilgutes zu verursachen.
Das am Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP) in Greifswald entwickelte Plasma-Entkeimungsverfahren für Plastikflaschen ist ein material-schonender und zeitsparender Prozess. Im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren bieten sich einige Vorteile.

Ein erster Aufbau einer solchen Entkeimungsanlage ist in Zusammenarbeit des INP mit der Firma DMT, Demmin erstellt worden. Geplant ist nun, diese Entkeimungsanlage in die Kosmetikaabfüllung der Riemser Arzneimittel AG zu integrieren. Ziel weiterer Untersuchungen ist die Optimierung der Plasmaentkeimung. „Außerdem möchten wir unser Verfahren auf weitere Varianten aus dem breiten Spektrum der Kosmetikaverpackungen übertragen“, so Dr. Ehlbeck, Verbund-koordinator am INP.

Die Riemser Arzneimittel AG ist der größte Industriepartner im Verbundprojekt „Plasmagestützte Oberflächenmodifizierung mittels modularer selektiver Plasma-quelle (Plasmose)“. Das Projekt ist unter der Federführung des INP Greifswald im Herbst 2004 angelaufen und untersucht auf Grundlage der Plasmatechnologie neuartige Verfahren zur Entkeimung von Kosmetika oder auch Medizinprodukten. Für dieses im Bereich der industriellen Grundlagenforschung angesiedelte Thema kann die Firma vor allem auf Expertenwissen aus der Region zurückgreifen. Das INP hat sich in den letzten Jahren eine breite Expertise in Fragen der Plasmaentkeimung erworben.

„Die steigende Zahl von Allergien ist ein wichtiges Thema in der Medizinforschung“, erläutert Dr. Dagmar Braun, Forschungsvorstand der Riemser Arzneimittel AG. „Für unsere Patienten stellen wir sehr hohe Anforderungen an die Zuverlässigkeit der Produkte. Was wir suchen, ist eine effiziente und schonende Methode, um Konservierungsmittel völlig einzusparen oder stark zu reduzieren“, so Dr. Braun weiter. „Plasmaverfahren können im Vergleich zu herkömmlichen Herstellungs-verfahren eine echte Alternative darstellen und sogar dort, wo herkömmliche Ansätze versagen Lösungen offerieren“, betont Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Vorstandsvorsitzender des INP.

Das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt das Projekt mit einer Zuwendung von ca. 1,6 Millionen Euro. Insgesamt sind sieben Unternehmen und drei Forschungsinstitute aus dem gesamten Bundesgebiet beteiligt, wie z.B. das Frauenhofer-Institut für Grenzflächen- und Bio-verfahrenstechnik, Stuttgart oder das Institut für Marine Biotechnologie in Greifswald.

Die Riemser Arzneimittel AG, Greifswald - Insel Riems, ist ein forschendes, mittelständisches Pharma-Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern. Der Hauptsitz befindet sich auf der Insel Riems im Greifswalder Bodden zwischen den Hansestädten Greifswald und Stralsund. Seit der Privatisierung 1992 gehört die AG zu den stetig wachsenden Unternehmen der Branche in Deutschland und wuchs seitdem um ein Mehrfaches. Heute ist es in den Geschäftsbereichen Humanarzneimittel, Dental und Veterinärarzneimittel aktiv. Arzneimittel gegen Haut- und Krebskrankheiten des Menschen sowie Anti-Infektiva z.B. bei Tuberkulose sind die Kernkompetenzen im Bereich Human, Impfstoffe im Bereich Veterinär und Präparate zur Schmerz- und Entzündungsbehandlung bei Zahnentzündungen im Bereich Dental.

In Berlin, Leipzig und Gengenbach (Baden-Württemberg) betreibt das Unternehmen Betriebsstätten, die unter anderem Wirkstoffe, Medizintechnik und Arzneimittel herstellen. In Werne bei Dortmund unterhält die AG zusammen mit Partnern die international agierende Sanavita Pharmaceuticals GmbH. Im Juli 2006 übernahm die Riemser Arzneimittel AG 100 Prozent der Fatol Arzneimittel GmbH in Schiffweiler im Saarland.

Die Aktiengesellschaft beschäftigt 440 Mitarbeiter an mehreren Standorten in Deutschland und Europa. 2005 erzielte sie einen Umsatz von 44 Millionen Euro. 2006 wird ein Umsatz von 47 Millionen Euro angestrebt. Die Riemser Arzneimittel AG exportiert in über 30 Länder, unter anderem nach Brasilien, China, Vietnam, Russland sowie ins Baltikum und in die USA.

Mit einem Etat von fünf Millionen Euro in 2006 forciert das Unternehmen die ohnehin intensive Forschungsarbeit. Schwerpunkt im Bereich Human sind biotechnologische Arzneimittel zur Behandlung von Tumor- und Immunerkrankungen. Im Bereich Veterinär werden Impfstoffe und Immunglobuline entwickelt, die zum Teil im Zulassungsverfahren sind. Partner der Forschungs- und Entwicklungsabteilung sind renommierte Forschungsinstitute und Universitäten in Deutschland und Europa. Im Land Mecklenburg-Vorpommern sind international anerkannte Mediziner der Universitäten Rostock und Greifswald in die Forschungsarbeit eingebunden.

Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Entwicklung neuer Plasmaanwendungen. Dazu gehören die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung. Das INP betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp, wobei sich die Themen an den Bedürfnissen des Marktes orientieren. Derzeit stehen die Biomedizintechnik, Mikro- und Nanotechnologie, Umwelttechnik und Spezial-Plasmaquellen im Mittelpunkt des Interesses. Das INP gehört zur Leibniz-Gemeinschaft und beschäftigt etwa 130 Mitarbeiter.

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Lasertechnik macht Plasmaprozesse verständlich

Spektroskopie-Experten treffen sich in Greifswald

Greifswald Vom 14. bis zum 16. Juni findet der erste internationale Workshop für Infrarot-Spektroskopie an Plasmen in Greifswald statt. Erwartet werden ca. 40 Experten aus 8 Ländern. In Vorträgen und Diskussionsrunden tauschen sich Wissenschaftler aus Forschung und Industrie über neue Phänomene in Plasmen und die Optimierung der Plasmatechnik mittels Spektroskopie aus.

Veranstalter des Workshops ist das INP Greifswald (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.) zusammen mit dem Institut für Physik der Universität Greifswald.

Die Vorteile in den Anwendungen der Infrarot-Spektroskopie reichen weit über die Plasmatechnik hinaus. So können Umweltbelastungen wie z.B. Industrie- oder Autoabgase auch über größere Distanzen in immer feineren Konzentrationen erfasst werden. Nebel, Staub oder ähnliche Störfaktoren nehmen kaum Einfluss auf die Messungen.
Ermöglicht wird dies alles durch die neue QCL-Technologie (Quanten-Kaskaden-Laser).

Hier genau setzt die neoplas control GmbH an, eine junge Spin-off-Firma des INP, welche in der dem Workshop angeschlossenen Industrieausstellung in Greifswald entwickelte Spezialmesstechnik präsentiert.

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3. Mikroplasma-Workshop gibt innovativer Technologie neue Impulse

Greifswald Mehr als 150 Besucher, ein hochkarätiges wissenschaftliches Programm und großes Interesse aus der Industrie: So bilanzieren die Organisatoren den dritten Mikroplasma-Workshop, der heute im Greifswalder Alfried-Krupp-Kolleg zu Ende geht. Internationale Experten, davon viele aus den USA und Japan, diskutierten drei Tage aktuelle Entwicklungen der Plasmaforschung und -anwendung.
"Mikroplasmen, also Plasmen mit extrem kleiner Ausdehnung, werden inzwischen verstärkt von der Industrie nachgefragt", sagt Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP Greifswald (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.), der Leiter des Workshops: "Der Vorteil dieser innovativen Plasmaquellen liegt darin, dass sie sehr flexibel und exakt regulierbar sind. Außerdem können Mikroplasmen bei Atmosphärendruck betrieben werden, das senkt die Kosten."

Vielfältige Anwendungen von der Keimreduktion in der Medizin bis zur Satellitentechnik

Inhaltliche Schwerpunkte des Workshops waren Anwendungen von Mikroplasmen in der Biomedizintechnik und in den Bereichen Umwelttechnologie, Chemie und Oberflächenbehandlung, aber auch Fragen der Grundlagenforschung. Zum Beispiel konnten die Teilnehmer erfahren, dass Mikroplasmen als Antrieb die Manövrierfähigkeit und Lebensdauer von Satelliten im Orbit verlängern. Ein weiterer Vortrag präsentierte neueste Erkenntnisse im medizinischen Bereich der Keimreduktion, außerdem wurde gezeigt, wie Mikroplasmen die Verklebungseigenschaften von Kunststoffen verbessern.

Greifswald als international bedeutendes Kompetenzzentrum der Plasmaphysik und -technologie

Überrascht waren die Organisatoren des Workshops von der großen Nachfrage. "Die Teilnehmerzahl hat sich im Vergleich zum letzten Workshop verdoppelt", so PD Dr. Hans-Erich Wagner vom Institut für Physik der Greifswalder Universität. "Das Interesse an diesem Forschungsthema ist deutlich gestiegen, was darauf hindeutet, dass das hohe Innovationspotenzial von Mikroplasmen sich herumspricht." "Aber auch dem Standort Greifswald als international renommierten Ort der Plasmaforschung ist ein Teil des Besucherandrangs geschuldet, wie Prof Kurt Becker vom Stevens Institute of Technology als Organisator des letzten workshops erklärt." Das Konzept der Greifswalder ist erfolgreich: An der Universität wird die Grundlagenforschung vorangetrieben, den wichtigen Schritt in die Anwendung bearbeitet das INP, ein Leibniz-Institut. So entwickle sich Greifswald zum international bedeutenden Kompetenzzentrum für Plasmaphysik und Plasmatechnologie, lobte Holger Wandsleb vom Schweriner Bildungsministerium die Kooperation zwischen universitärer und außeruniversitärer Forschung in seiner Rede zur Eröffnung des Mikroplasma-Workshops.

Erfolgreiche Forschung und Entwicklung müsse beides im Blick haben, so Prof. Weltmann, Excellenz in den Grundlagen und die konsequente industrielle Umsetzung und Verwertung. Aus diesem Grund habe man auch Vertreter der Industrie eingeladen und internationale Netzwerke, wie BalticNet-PlasmaTec oder Innovationsforum PlasmaPlusBio die Gelegenheit zur Präsentation ihrer Ergebnisse gegeben.

4. Mikroplasma-Workshop findet 2008 in Taiwan statt

Der Mikroplasma-Workshop in Greifswald hatte 150 Teilnehmer aus 25 Ländern. Den ersten Workshop zu diesem Thema initiierte Prof. Kunihide Tachibana von der Kyoto University in Japan im Februar 2003 unter dem Titel "The New World of Microplasmas". Er erkannte als einer der ersten dass große Potenzial, als er schrieb: It's a small field now. But it is expanding to a large field by bringing together scientific groups from all over the world. Das zeigte sich bereits beim zweiten Mikroplasma-Workshop 2004 in den USA. Nach dem erfolgreichen dritten Workshop in Greifswald übernimmt nun Taiwan den Stab. Ausrichter des vierten Mikroplasma-Workshops wird 2008 das Industrial Technology Research Institute (ITRI) und das Center for Environmental, Safety, and Health Technology Development (CESH).

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Plasma befreit Abluft von lästigen Gerüchen Technologie aus dem INP Greifswald erobert den Markt

Eine verbesserte Technologie für die Abluftreinigung bringt jetzt die Firma airtec consult GmbH auf den Markt. Die Kombination aus Plasma- und Filtertechnik beseitigt äußerst zuverlässig und kostengünstig Gerüche und andere gasförmige Nebenprodukte der Nahrungsmittelzubereitung. Die Technologie wurde in einer Kooperation zwischen dem INP Greifswald und airtec consult entwickelt. Die ersten 50 Anlagen sind bereits verkauft.

Das Filtersystem besteht aus drei Komponenten: Zuerst werden Aerosole und grobe Partikel in einem Vorfilter abgeschieden. Dann wird die Abluft durch ein Plasma geschickt, wo sie zu Oxidations- und anderen Reaktionsprozessen angeregt wird. Schließlich ist ein Aktivkohlefilter als Speichermedium nachgeschaltet. Manfred Langner, Geschäftsführer der Firma airtec consult ist begeistert: „Was am Schluss rauskommt: CO2 und Wasser. Kaum zu glauben. Nach zwei Jahren Entwicklungszeit haben wir ein Problem gelöst, das mich seit 20 Jahren beschäftigt, nämlich: Wie kann ich Gerüche aus der Abluft wirklich entfernen?“

Der Unternehmer aus Hopsten in Nordrhein-Westfalen beschäftigt sich seit langem mit der Reinigung von Abluft, er entwickelt selbst angepasste Systeme und berät Anlagenhersteller von Großküchenkomponenten. Hier lag auch sein Problem: Übliche Aktivkohlefilter setzen sich schnell zu, wenn die fett- und wasserhaltige Küchenabluft sie durchströmt. Manfred Langner schaltete selbstreinigenden Filter vor, der Fett- und Wassertropfen sowie andere grobe Verschmutzungen zurückhielt. Zudem verbesserte er die Strömungstechnik. Gerüche konnte er damit aber noch nicht befriedigend herausfiltern und suchte nach neuen Technologien. Er testete Plasmafilter für Abgasreinigung, die auf dem Markt angeboten wurden. Diese, klassischerweise auf einer sog. Korona-Entladung basierend, machten aber Probleme, sobald Wasserdampf oder Aeroslole in der Abluft waren. Schließlich suchte sich Langner Unterstützung im INP Greifswald, er hatte von einem neuartigen Plasmafilter gelesen, an dem im INP geforscht wird.

Zusammen mit airtec consult entwickelten Wissenschaftler des INP dann plasmaNorm, eine raffinierte Kombination aus Filter- und Plasmatechnik, die Abluft wirklich reinigt. „Unsere Plasmaquelle ist nach dem Prinzip der dielektrisch behinderten Entladung aufgebaut. Die Abluft wird zwischen zwei Elektroden durchgeleitet und dabei durch Zufuhr elektrischer Energie in den Plasmazustand versetzt“, erläutert Dr. Siegfried Müller vom INP Greifswald. „Der Plasmazustand sorgt dann dafür, dass Elektronen und freie Radikale entstehen, die mit den Molekülen und Aerosolen reagieren. Das ist dann keine Physik mehr, sondern Chemie: Es wird ein Oxidationsprozess in Gang gesetzt, auch ‚kalte Verbrennung’ genannt. Die schädlichen oder geruchsintensiven Moleküle im Plasma werden dabei zersetzt oder zu chemisch stabilen Verbindungen umgewandelt.“ Der Plasmafilter ist also ein selbst reinigender Filter, der auch kleinste Schmutzpartikel nicht nur einfängt, sondern auch gleich unschädlich macht. Anfang 2005 waren die ersten Portotypen fertig. Manfred Langner suchte sich Partner, um die Alltagstauglichkeit zu testen: kleine, mittlere Gaststätten, Hotels und eine Großküche. Die Tests waren erfolgreich. Inzwischen wird plasmaNorm über einen internationalen Anlagenhersteller vertrieben.

Im INP Greifswald ist man sehr erfreut über den Erfolg des Plasmafilters. Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, der Direktor des Forschungsinstituts, meint dazu: "Es ist unsere Aufgabe, Technologien, Prozesse und Prototypen für die Plasmatechnik so weit zu entwickeln, bis sie der Markt übernehmen kann. Dabei kooperieren wir gern mit kleinen und mittelständigen Unternehmen, die es wagen, etwas Neues zu machen. airtec consult hat bei der Entwicklung des Plasmafilters eine große Risikobereitschaft gezeigt und wir freuen uns zusammen mit der Firma über den Erfolg der Technologie."

Das INP ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft, einem Zusammenschluss von 80 Forschungsinstituten und Service-Einrichtungen für die Forschung. Leibniz-Institute forschen interdisziplinär und anwendungsorientiert. Aufgabe des INP Greifswald ist Forschung und Entwicklung für die Plasmatechnologie: Von der Idee bis zum Prototyp. Dazu gehören Anpassungen von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Technologietransfer und Image-Kampagne: Internationales Plasmatechnologie-Netzwerk gründet Verein

Die Förderung der Plasmatechnologie im Ostseeraum hat sich ein Verein auf die Fahnen geschrieben, der heute in Greifswald gegründet wurde. Der Verein BalticNet-PlasmaTec e.V. vermittelt internationale Forschungs- und Entwicklungskooperationen, entwickelt Bildungsangebote und unterstützt seine Mitglieder durch professionelles Marketing und Projektmanagement.

Die Förderung der Plasmatechnologie im Ostseeraum hat sich ein Verein auf die Fahnen geschrieben, der heute in Greifswald gegründet wurde. Der Verein BalticNet-PlasmaTec e.V. vermittelt internationale Forschungs- und Entwicklungskooperationen, entwickelt Bildungsangebote und unterstützt seine Mitglieder durch professionelles Marketing und Projektmanagement. Der Verein hat 10 Gründungsmitglieder, darunter auch Unternehmen von Hamburg bis Koszalin. Vorsitzender des BalticNet-PlasmaTec e.V. wurde Prof. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP Greifswald, weitere Vorstandsmitglieder sind Dr. Marcin Holub (Universität Szczecin), Dr. Jan Staskiewicz (Firma VTT Sp. Z oo Techniki i Technologie Prózniowe, Koszalin) und Mario Kokowsky (Technologiezentrum Vorpommern, TZV).

Seit fast einem Jahr existiert das BalticNet-PlasmaTec als Netzwerk aus Universitäten, Forschungseinrichtungen und Firmen aus Deutschland und Polen. Gefördert mit EU- und Landesmitteln brachten die Initiatoren in dieser Zeit bereits mehrere Projekte auf den Weg. So arbeiten ein deutscher und ein polnischer Partner gemeinsam an der Optimierung einer Plasmaquelle, noch in diesem Jahr startet ein Projekt mit gemeinsamen deutsch -polnischen Lehrveranstaltungen. "Die Vereinsgründung war notwendig, weil wir für ein weiteres Wachstum klare Strukturen brauchen", erklärt Alexander Schwock vom TZV. Der 37-jährige Diplomingenieur ist seit Dezember 2005 Projektleiter des BalticNet-PlasmaTec. "Jetzt können wir den Kreis der Kooperationspartner vergrößern und verbindliche Entscheidungen fällen." Für das laufende Jahr seien viele Aktivitäten geplant, erzählt Schwock: "Zunächst sind wir auf einigen Messen vertreten, z.B. der ACHEMA in Frankfurt und der Balttechnika in Vilnius, wo wir Produkte und Forschungsergebnisse unserer Mitglieder präsentieren. Das ist Teil unserer Image-Kampagne für die Plasmatechnologie."

Technische Plasmen sind vielseitige Werkzeuge, sie werden zum Beispiel zur Oberflächenbearbeitung, zur Sterilisation, zu Licht- und Strahlungserzeugung, zum Schweißen oder Schalten eingesetzt, dennoch firmieren alle diese Verfahren nur selten unter dem Begriff Plasmatechnologie. "Wenn wir Plasmatechnologie besser als Marke etablieren können, wird das den Technologietransfer unterstützen", erläutert Prof. Klaus-Dieter Weltmann, "und genau daran haben unsere Partner aus Forschung und Industrie ein großes Interesse." Bisher haben vor allem kleine und mittlere Unternehmen sowie Forschungsinstitutionen aus Polen und Norddeutschland ihren Wunsch nach Mitarbeit beim BalticNet-PlasmaTec e.V. bekundet. "Unsere Zukunftsvision ist, dass der Verein ein starker Interessenverband für die Plasmatechnik im gesamten nordeuropäischen Raum wird. Davon wird die Region wirtschaftlich profitieren" so Weltmann.

PlasmaPlusBio - eine Chance für den Norden

Am 2. Februar trafen sich etwa 90 Vertreter von Industrie, Forschungsinstituten und Universitäten im Rahmen der BMBF-Initiative "Unternehmen Region" zum Innovationsforum PlasmaPlusBio im Wissenschaftskolleg Alfried Krupp in Greifswald.

Die Initiatoren - das INP Greifswald, TZV (Technologiezentrum Fördergesellschaft mbH Vorpommern) und das BioTechnikum Greifswald GmbH – haben Impulse für eine interdisziplinäre Zusammenarbeit gesetzt. Begleitet wurde die Tagung von einer Industrieausstellung, die reges Interesse der Teilnehmer fand und auch zu neuen Projektanbahnungen geführt hat.

Die Partner des Innovationsforums wollen die regionalen Stärken Mecklenburg Vorpommerns auf den Gebieten Plasmatechnologie und Biologie/Medizin/Pharmazie bündeln . Die Entwicklung neuer Produkte und Verfahren im Life Science Bereich stehen im Mittelpunkt der Aktivitäten: Wie z.B. in einem gemeinsamen Projekt zwischen der Riemser Arzneimittel AG und dem INP Greifswald zur konservierungsmittelfreien Herstellung von Arzneimitteln.

Die Akteure sind sich einig "Plasmatechnologie hat mehr Potenzial als wir uns derzeit vorstellen", so der Leiter des INP Prof. Klaus-Dieter Weltmann. Um dieses Potenzial in der Kombination PlasmaPlusBio besser auszunutzen, haben 7 Teilnehmer einen Letter of Intent zur gemeinsamen Forschung und Entwicklung geschlossen. Firmen wie DOT GmbH medical implant solutions Rostock, Cortronik Rostock, Riemser Arzneimittel GmbH wollen diesen Weg gemeinsam mit dem INP Greifswald, dem IIB Rostock und dem TZV sowie dem BioTechnikum Greifswald gehen.

Diese Verbindung ist einzigartig im Land und es besteht nach Aussagen von Vertretern des VDI TZ Düsseldorf (Verein Deutscher Ingenieure – Technologiezentrum) "eine gute Chance, dass hier der Norden, wenn er diese Kooperation zum Erfolg führt, die Nase vorn hat".

Bei einer zunehmend alternden Bevölkerung gewinnen Themen wie z.B. Implantatverträglichkeit, Vermeidung von allergieerregenen Stoffen, keimreduzierende Verfahren mehr und mehr an Bedeutung. Plasma ist bereits dort im Einsatz und die Technologie entwickelt sich weiter - auch Dank des Wechselspiels zwischen Forschung und Industrie.

Die Initiatoren arbeiten an einem Folgeprojekt, um diese erfolgreiche Veranstaltung nachhaltig zum Nutzen der Region, der Stärkung ansässiger Unternehmen und damit zur Schaffung von Arbeitsplätzen auszudehnen. Vielleicht erleben wir bald etwas Ähnliches wie Biocon Valley, Scan Balt nur diesmal mit der Silbe "Plasma" im Wort. Es wäre allen Beteiligten und der Region zu wünschen.

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2005

Nächste Schritte in der Kooperation mit Korea vollzogen

Plasmaforscher auf Gegenbesuch in Korea

In der deutsch-koreanischen Forschungs- und Entwicklungs- kooperation mit der Provinz Gangwon in der Republik Korea sind neue Schritte in die Wege geleitet. Nachdem im Juni diesen Jahres ein Kooperationsvertrag zwischen dem Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. (IOM), dem INP Greifswald und den koreanischen Kooperationspartnern unterschrieben wurde, besuchten nun die Leibniz-Forscher ihre Kollegen zu Hause. Auf Einladung von Jin Sun Kim, dem Gouverneur der Provinz Gangwon und Seung Ho Han, dem Direktor des Gangwon TechnoValley, vertieften die Partner ihre Pläne zur Zusammenarbeit auf dem „1st Korea-Germany Plasma and Surface Technology Workshop“.

Die Zukunft soll Synergien bezüglich der gegenseitigen Kompetenzen bringen und das Entwicklungstempo von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt oder einer neuartigen Technologie beschleunigen. Die Provinz Gangwon ist in der Größe vergleichbar mit Mecklenburg-Vorpommern und liegt an der Grenze zu Nord-Korea. Bis 2010 investiert die Provinzregierung in der bisher schwach entwickelten Region 3.3 Mrd.$ in einen Industriepark. Insgesamt sollen sich ca. 800 Unternehmen und Forschungsinstitute mit 20.000 Beschäftigten ansiedeln. Die Themen Plasma- und Oberflächentechnologien sowie Medizin- und Biotechnologie werden schwerpunktmäßig gefördert; allein für die Plasmatechnik sind 20 Mio.$ im Gespräch. Von dieser Entwicklungsdynamik hofft die, in Korea hoch angesehene, deutsche Plasmatechnik zu profitieren.

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Deutschlandjahr in Japan: Präsentation der angewandten und industriellen deutschen Plasmatechnik in Nagoya

Deutschlandjahr in Japan: Präsentation der angewandten und industriellen deutschen Plasmatechnik in Nagoya

Im September 2005 hatte das INP Greifswald in Zusammenarbeit mit der VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf, dem Fraunhofer IST aus Braunschweig und dem fmt Wuppertal in einem von der Leibniz-Gemeinschaft und dem Internationalen Büro des BMBF geförderten Projekt die Möglichkeit, im Rahmen des Deutschlandjahrs in Japan 2005/2006 ein umfassendes Bild der angewandten und industriellen deutschen Plasmatechnik in Japan zu präsentieren.

Im Mittelpunkt stand dabei die Posterausstellung „Plasma technology in Germany“ in Nagoya, mit über 20 Unternehmen, Organisationen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen als Aussteller. Dank der tatkräftigen Unterstützung der Aussteller ist es gelungen, innerhalb von nur sieben Wochen Vorbereitungszeit eine hochkarätige professionelle Ausstellung zu organisieren, zu gestalten und zu präsentieren.

Obwohl die Besucherzahlen leicht hinter den hohen Erwartungen zurückgeblieben sind, konnten in Japan dennoch einige interessante Kontakte geknüpft werden, die auf eine viel versprechende Folgeveranstaltung im nächsten Jahr in Deutschland hoffen lassen. Die Vorbereitungen zur „Plasma Tour 2006“, mit der ganz gezielt hochrangige japanische Industrievertreter angesprochen werden sollen, laufen gerade an.

Die Folgeveranstaltung wird organisiert/gefördert durch:

INP Greifswald

  • Fraunhofer IST, Braunschweig
  • fmt Wuppertal
  • Invest in Germany GmbH, Berlin
  • Leibniz-Gemeinschaft, Bonn
  • Bundesministerium für Bildung und Forschung, Bonn/Berlin
  • VDI Technologiezentrum GmbH, Düsseldorf
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International Workshop on Microplasmas 2006

We would like to invite you to participate in the 3rd International Workshop on Microplasmas from Tuesday, May 9 to Thursday, May 11 2006, which will take place in the old university town of Greifswald. The workshop will start with a reception dinner on May 8.

General information
The subjects of this workshop are the inspiring scientific and arising technological opportunities of microplasmas and microdischarges. We will discuss the latest results of research and applications of plasmas with linear dimensions in the range from mm to µm and operating pressures up to and exceeding atmospheric pressure. The workshop is organized by the INP (Institute of Low Temperature Plasma Physics e.V.) in cooperation with the IfP (Institute of Physics) of the Ernst-Moritz-Arndt-University Greifswald.

Acknowledging
We wish to thank the following for their contribution to the success of this conference:
European Office of Aerospace Research and Development, Air Force Office of Scientific Research, United States Air Force Research Laboratory (http://www.london.af.mil/).

Next Workshop
It is accepted by the International Scientific Committee to hold the 4th International Workshop on Microplasmas in Tainan City, Taiwan, Republic of China.
Date : Probably Spring of 2008
For first contact : Dr. Chih C. Chao / E-mail: ccchao@itri.org.tw

(last update: 22/05/2006)

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Plasma und life science automation: interdisziplinär zum Erfolg

Neues entsteht oft aus der raffinierten Kombination etablierter Verfahren. Diese Erkenntnis brachte die Experten der Plasmatechnologie mit den Spezialisten für Life Science Automatisierung an einen Tisch: Das INP Greifswald (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.) und CELISCA (Center for Life Science Automation, Rostock). Gut einen Monat nach Unterzeichnung der Kooperationsvereinbarung nehmen die Partner nun erste Projekte in Angriff.

„Der Bedarf nach Automatisierung und die Suche nach interdisziplinären Anwendungsfeldern sind zentrale Themen. Wir erwarten von der Zusammenführung des unterschiedlichen Know-hows von CELISCA und INP deutliche Synergien bei der Entwicklung technologischer Innovationen“, erläutert Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, der das INP Greifswald seit 2003 leitet. Erfolg versprechende Themenfelder seien zum Beispiel die Kombination von Spezial-Plasmaquellen mit Automatisierungsleistungen nach Kundenwunsch. Als internationales Kompetenzzentrum biete celisca das ideale Dach für effektive interdisziplinäre Forschungs- und Entwicklungsvorhaben. Prof. Dr.-Ing. habil. Kerstin Thurow, Präsidentin von celisca, erklärt: „Mit dem INP haben wir einen weiteren strategisch wichtigen Partner gefunden. Im Rahmen der geplanten Zusammenarbeit werden wir das Portfolio unserer Arbeiten neben den chemischen und biologischen Prozessen nun um physikalische Prozesse erweitern, was uns neue Applikations- und Technologiefelder eröffnet.“ Das INP Greifswald habe sich als hoch interessanter Partner für die Verbindung von Plasmatechnologie mit zukunftsweisenden Technologien wie Biomedizintechnik, Umwelttechnologie oder Erforschung Neuer Materialien etabliert. Davon werde die Kooperation mit CELISCA profitieren. Für den Zeitraum von zunächst fünf Jahren werden gemeinsam Forschung und Entwicklung von Plasmatechnologien sowie deren Automation für die Life Sciences vorangetrieben.

Über CELISCA
celisca ist eines von sechs Zentren für Innovationskompetenz, die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert werden. Mit den Fördermitteln wird der Aufbau einer exzellenten, international wettbewerbsfähigen Spitzenforschung in Ostdeutschland vorangetrieben. Die Kernkompetenzen celiscas erstrecken sich auf Automation + Engineering, Chemie & Biotechnologie, Screening & Analytik, Prozessinformations-technologien & LIMS sowie Automationsfolgeabschätzungen (Automation Assessment).

Über das INP Greifswald
Das INP Greifswald erforscht Niedertemperatur-Plasmen für technische Anwendungen. Ziel ist die Optimierung etablierter Plasmaverfahren und Plasmaprodukte sowie die Entwicklung neuer Plasmaanwendungen. Dazu gehören die Anpassung von Plasmen an kundenspezifische Einsatzbedingungen sowie Machbarkeitsstudien, Serviceleistungen und Beratung.

Das INP Greifswald betreibt Forschung und Entwicklung von der Idee bis zum Prototyp. Orientiert an den Bedürfnissen des Marktes stehen derzeit Themenfelder wie Biomedizintechnik, Mikro- und Nanotechnologie oder Umwelttechnik im Mittelpunkt des Interesses. Das INP beschäftigt 110 Mitarbeiter.

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Neue Impulse für die Zusammenarbeit zwischen Korea und Deutschland

Leibniz-Institute kooperieren mit koreanischen Forschungseinrichtungen

In dieser Woche wurde am Leibniz-Institut für Oberflächenmodifizierung e.V. (IOM) ein Vertrag unterschrieben, der die wissenschaftlich-technische Zusammenarbeit zwischen der Republik Korea und der Bundesrepublik Deutschland einen Schritt voranbringt. Gegenstand der Vereinbarung ist die Kooperation auf dem Gebiet der Plasma- und Oberflächentechnologien mit der koreanischen Provinz Gangwon, die in den nächsten Jahren Industrie und Forschung ausbauen will. Der Rahmenvertrag wurde in Leipzig vom Gouverneur der koreanischen Provinz Gangwon, Herrn Jin Sun Kim, dem Direktor des im Aufbau befindlichen koreanischen Forschungsinstituts für Plasma- und Oberflächentechnologien CAPST/IPIT, Prof. Jeon Geon Han sowie den Direktoren der Leibniz-Institute für Oberflächenmodifizierung Leipzig (IOM), Prof. Michael Buchmeiser (stellv. Direktor), und für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V. (INP Greifswald), Prof. Klaus-Dieter Weltmann, unterschrieben.

Als nächste Projekte sind der Austausch wissenschaftlicher Erkenntnisse und Ergebnisse, der Austausch hochqualifizierten wissenschaftlich-technischen Personals, von Studenten und Doktoranden und die Durchführung gemeinsamer Forschungsprojekte geplant. Die Vertragspartner versprechen sich davon Synergien bezüglich der gegenseitigen Kompetenzen und ein schnelleres Entwicklungstempo von der Grundlagenforschung bis zum fertigen Produkt oder einer neuartigen Technologie. Anlass für die koreanische Seite ist der Ausbau eines Industrie-Dreiecks, das der noch schwach entwickelten Provinz Gangwon (1.5 Mio. Einwohner) an der Grenze zu Nordkorea Auftrieb verleihen soll. Bis 2010 hofft man auf 800 Unternehmen mit 20.000 Beschäftigten und einer Investitionssumme von 3.3 Mrd.$. Branchenschwerpunkte sind Bio-Technologien, Medizinischer Apparatebau und Neue Materialien.

Herr Gouverneur Kim und Prof. Han wurden vom Botschafter für Internationale Beziehungen von den Vorsitzenden des Hauptausschusses und des Industrieausschusses des Provinzparlaments, von Wirtschafts- und Wissenschaftsbeamten der Provinzregierung sowie einigen Journalisten begleitet.

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PlasmaPlusBio: Interdisziplinär neue Märkte erschließen

Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) bewilligt Anschubfinanzierung für überregionales Innovationsforum

Die Entwicklung neuer Produkte und damit die Erschließung neuer Märkte ist das Ziel von PlasmaPlusBio. Initiatoren sind das INP Greifswald, das Technologiezentrum Vorpommern (TZV) und das Biotechnikum Greifswald (BTG). Das Innovationsforum bringt Unternehmen und F&E-Einrichtungen der Bio- und Plasmatechnologie in Mecklenburg-Vorpommern zusammen. Ziel ist es, neue Synergien zu schaffen und die regionale Wirtschaft zu fördern. In den Bereichen Plasma- und Biotechnologie gibt es in M-V erfolgreiche Forschungsinstitute, etablierte Netzwerke und eine wachsende Zahl kleiner und mittlerer Unternehmen. Was bisher fehlt, ist eine frühzeitige Koordination von physikalischer, naturwissenschaftlicher, klinischer, industrieller Forschung und Anwendung, um Entwicklungszyklen zu verkürzen und Entwicklungskosten zu senken. Diese Lücke will PlasmaPlusBio schließen.

Auf dem stark wachsenden Markt der Medizintechnik bietet die Plasmatechnik Möglichkeiten für innovative Produkte. Beispiele sind in der Prothetik (Biokompatible Kunststoffe), der Pharmazeutik (Steuerung der Wirkstoffabgabe) oder im Bereich der miniaturisierten Diagnostikchips zu finden, die günstig mit Plasmaverfahren herstellbar bzw. modifizierbarsind. Die Zusammenführung von plasmatechnischer Kompetenz und Life-Science-Experten (Pharmazeuten, Biologen) soll zu neuen Ideen führen und deren Umsetzung in Produkte voranbringen.

Mit der Förderung des BMBF werden zunächst Workshops in Schwerin, Rostock und Greifswald veranstaltet, auf denen zusammen mit Unternehmern und F&E-Einrichtungen marktfähige Projektideen entwickelt werden sollen. Neue Interessenten sind willkommen.


2004

Plasmatechnologie-Netzwerk gegründet

Greifswald Kompetenz vernetzen und technologieorientierte Arbeitsplätze schaffen: Das sind die Ziele des "BalticNet-PlasmaTec". Eine Absichtserklärung für die Gründung des Plasmatechnologie-Netzwerkes "BalticNet-PlasmaTec" unterzeichneten heute Vertreter von Forschungseinrichtungen und Technologiezentren aus Greifswald, Stettin und Köslin.

Die Plasmatechnologie ist eine Schlüsseltechnologie mit ausgesprochenem Querschnittscharakter für viele Branchen. Deutschland hat in Forschung und Technologieentwicklung auf diesem Gebiet eine führende Rolle, zusammen mit Japan und den USA. Um diesen Vorsprung zu halten, insbesondere aber die Umsetzung von Wissen in industrielle Produkte zu fördern, wird das PlasmaBalticNet gegründet.

In den Bereichen Abgas- bzw. Abwasserreinigung, Schweißtechnik, Nanomaterialien und Dünnschichtdeposition haben sich bereits Ansatzpunkte für konkrete Projekte ergeben. Diese Bereiche spiegeln zwar nur einen kleinen Ausschnitt der Möglichkeiten der Plasmatechnologie wider, repräsentieren aber jeder für sich große, und in Zukunft noch wachsende Märkte.

Partner im BalticNet-PlasmaTec sind:
INP Greifswald, Technologiezentrum Vorpommern, Science and Technologie Park of Szczecin, Institut für Physik der Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald, Technical University of Koszalin, Technical University of Szczecin and Science and Technology Park Technical University of Koszalin.

Greifswalder Plasmaforschung kooperiert mit Korea

Greifswald Eine fünfköpfige Delegation aus Korea besuchte heute das INP Greifswald. Dabei sind führende Vertreter der Wirtschaft sowie die Leiter von Technologiezentren und einem neu gegründeten Zentrum für Plasmatechnologie in der Provinz Gangwon. Ziel des Treffens ist, einen Austausch von Experten und Möglichkeiten des Technologietransfers zu konkretisieren. Thematisch stehen Plasmalichtquellen und Plasmaverfahren zur Oberflächenbearbeitung im Mittelpunkt des Interesses.

Beide Partner sind Mitglieder des internationalen „Center of Excellence Plasma-Nano“, das im April diesen Jahres in Japan gegründet wurde und dem führende Plasmaforschungseinrichtungen aus Korea, Frankreich, Holland, Irland, Japan und Deutschland angehören. Die koreanische Delegation besucht außer dem INP noch das Angström-Labor an der Universität Uppsala und das Institut für Oberflächenmodifizierung in Leipzig.

Japan, USA, Europa: Internationaler Microplasma-Workshop kommt 2006 nach Greifswald

Greifswald Der dritte internationale Microplasma-Workshop wird 2006 in Greifswald stattfinden. Dies entschied das Organisationskomitee zum Abschluss des diesjährigen Microplasma-Workshops in Hoboken (USA). Das INP Greifswald und das Institut für Physik der Greifswalder Universität konnten die hochkarätige Veranstaltung damit erstmals nach Europa holen. Beide Institute forschen seit einigen Jahren an Microplasmen, die für mehrere Technologiebranchen zunehmend interessant sind. Denn Microplasmen sind flexibel einsetzbar, exakt regulierbar und können außerdem bei Atmosphärendruck betrieben werden. Im Mittelpunkt des dreitägigen Workshops steht die Nutzung von Microplasmen in der Umwelt- , Medizin- und Biotechnologie.

nanoTruck kommt nach Greifswald

Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) informiert über Nanotechnologie

Greifswald "nanoTruck: Reise in den Nanokosmos – Die Welt kleinster Dimensionen" bietet umfassende Informationen über die komplexe und faszinierende Welt der Nanotechnologie. Auf Einladung des INP ist der nanoTruck am 24. August 2004 in Greifswald auf dem Fischmarkt zu Gast.
Wer sich für Grundlagen, Zusammenhänge und Anwendungsgebiete der Nanotechnologie interessiert, kann sich am Dienstag, 24. August von 13:30 bis 17 Uhr beim "Tag der offenen Tür" informieren. Für Schüler ab der 9. Klasse werden am Vormittag Führungen angeboten. (Anmeldung nötig unter 03834 – 554455)

Außerdem laden INP (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik e.V.) und nanoTruck in den Bürgerschaftssaal des Greifswalder Rathauses ein. Ein kurzer, allgemein verständlicher Vortrag erläutert die Grundlagen, Anwendungen, Chancen und mögliche Risiken der Nanotechnologie, anschließend zeigt PD Dr. Kersten anhand von Experimenten, wie im INP aus einer Kombination von Plasma- und Nanotechnologie an neuartigen Materialien geforscht wird. Die anschließende Diskussion mit dem Publikum bietet Raum zum offenen, konstruktiven Dialog. Der Übersichtsvortrag beginnt um 15 Uhr. Er richtet sich an die gesamte interessierte Öffentlichkeit. Der Eintritt ist frei.

Kernstück der Informationskampagne ist der nanoTruck: Vor Ort angekommen verwandelt sich das Roadshow-Fahrzeug in eine mobile Erlebniswelt und bietet auf rund 60 Quadratmetern Raum für Wissenschaft „live“. Zahlreiche Exponate, darunter Messgeräte, die Atome sichtbar machen, und Materialien mit verblüffenden Eigenschaften, vermitteln auf anschauliche Weise die faszinierende Welt der Nanotechnologie. Zudem umfasst das Programm eine Lasershow, ein Gewinnspiel zur Nanotechnologie, Multimediapräsentationen, Führungen durch die Ausstellung, Tage der offenen Tür, Vorträge und Diskussionsrunden. Der Truck wird auf seiner Tour von erfahrenen Wissenschaftlern begleitet, die Fragen der Besucher aus erster Hand beantworten.

"nanoTruck: Reise in den Nanokosmos – Die Welt kleinster Dimensionen" ist ein gemeinsames Projekt des Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und der Initiative Wissenschaft im Dialog (WiD). Die Kampagne wurde ins Leben gerufen, um über den aktuellen Forschungsstand und die Entwicklungspotenziale dieser Zukunftstechnologie zu informieren.

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Kompakt, schnell, praktisch: Laserdiagnostiksystem aus dem INP Greifswald verbessert Prozesskontrolle

Wissenschaftler des INP Greifswald haben ein Messsystem für die Plasma- und Spurengasanalyse entwickelt. Kompakt und bedienfreundlich misst das "Q-MAC-System" Gaskonzentrationen in Echtzeit. Q-MACS kann vielseitig eingesetzt werden: Zum Beispiel in der Umwelttechnik zur Verbesserung von Abgasreinigungsverfahren oder zur Überwachung von Plasmaprozessen in Industrieanlagen. Der Prototyp wurde erfolgreich in Plasmabeschichtungsanlagen getestet.

Besser beschichten...

Plasmaverfahren zur Beschichtung unterschiedlicher Werkstoffe werden in der Industrie viel eingesetzt, weil sie kostengünstig, umweltfreundlich und exakt sind. Die Feinsteuerung des Plasmaprozesses macht der Industrie allerdings noch einige Sorgen, weiß Privatdozent Jürgen Röpcke, Leiter der Forschungsgruppe Plasmadiagnostik im INP: "Wir arbeiten mit einer Firma zusammen, die Motorenteile veredelt. Im Plasma werden die Oberflächen gehärtet. Wenn der Plasmaprozess nicht ordentlich läuft, wird die Schicht ungleichmäßig, zu dick oder sie platzt ab. Solche Probleme entstehen meist aufgrund ungeplanter Wechselwirkungen zwischen den Reaktionsprodukten im Plasma. Eine verbesserte Prozesskontrolle kann das verhindern."

... dank Q-MACS

"Bei unseren Industriepartnern haben wir oft Messungen durchgeführt, um deren Plasmaanlagen zu optimieren. Die geeignete und in Laboren gängige Methode ist die Laserspektroskopie. Trotzdem gab es auf dem Markt kein mobiles und bedienfreundliches System, bei dem alle Teile harmonieren: Laserquelle, Optik- und Steuereinheit sowie Auswertungssoftware. Das hat uns geärgert, denn gerade bei so feinen Messmethoden wie der Laserspektroskopie ist das Zusammenspiel der Komponenten entscheidend, weil sich sonst Störquellen einschleichen, die zu erheblichen Messfehlern führen", beschreibt Jürgen Röpcke die Motivation der Wissenschaftler.

Im Rahmen eines von DFG (Deutsche Forschungsgemeinschaft) und bmbf geförderten Projektes entwickelte sein Team das bedienfreundliche Kompaktsystem Q-MACS: Der verwendete Halbleiterlaser läuft bei Raumtemperatur, muss also nicht, wie bei den Vorgängerverfahren, aufwändig mit flüssigem Stickstoff gekühlt werden. Daher ist Q-MACS auch für Langzeitmessungen bestens geeignet. Das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten wurde optimal aufeinander abgestimmt und die Auswertungssoftware an die Bedürfnisse der Industriepartner angepasst.

Auswertung in Echtzeit

Im Q-MACS-System wird ein Infrarotstrahl mit genau justierten Spiegel durch das Plasma oder Gas hin und hergeleitet. Trifft der Strahl auf Gasmoleküle, zeigen sich am Auswertungsbildschirm die für dieses Gas typischen Spektrallinien. Während des laufenden Betriebs kann so die Gaskonzentration an verschiedenen Punkten des Behandlungsraumes genauestens gemessen werden. Entspricht sie nicht dem Sollwert, kann der Anlagenfahrer eingreifen bzw. die Korrekturautomatik starten.

F&E im INP

"Mit Q-MACS können wir unser Dienstleistungsangebot erweitern," freut sich INP-Direktor Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann. "Bisher waren unsere Experten unterwegs, um vor Ort zu messen und Strategien für eine bessere Prozesssicherheit zu erarbeiten. Jetzt können wir eine kundenspezifische Anpassung des System anbieten, inklusive Schulung der Mitarbeiter. Ein gelungenes Beispiel für den Auftrag des INP: Die Plasmatechnologie für die Bedürfnisse der Industrie weiter zu entwickeln. In diesem Falle helfen wir konkret Kosten zu senken und Qualität zu sichern."

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Spitzenforschung international vernetzt

INP Greifswald unterzeichnet in Japan Kooperationsvereinbarung

Auf Einladung des "Center of Excellence Plasma-Nano" an der Universität von Nagoya trafen sich Vertreter von acht führenden Forschungszentren der Plasmatechnologie in der vergangenen Woche in Japan, um eine intensivere Zusammenarbeit zu vereinbaren. Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Direktor des INP Greifswald (Institut für Niedertemperatur-Plasmaphysik), erläutert die Ziele des Kooperationsvertrages: "Geplant ist ein verstärkter Austausch von Informationen und Personal, um die Forschung weiter effektiv voranzubringen. Und es geht darum, die Plasmatechnologie als unverzichtbare Schlüsseltechnologie für viele Hightech-Produkte in noch größerer Breite im industriellen Prozess zu etablieren. Als Leibniz-Institut arbeitet das INP genau an der Schnittstelle zwischen Grundlagen und Anwendungen. In dieser Kooperation wird es einen aktiven Part übernehmen."

Das nächste Treffen der "Center of Excellence" aus Japan, Korea, Frankreich, Holland und Irland organisieren die drei beteiligten deutschen Institute, das CPST (Center of Excellence for Plasma Science and Technology) des Landes Nordrhein-Westfalen, der Sonderforschungsbereich "Gleichgewichtsferne Plasmen" an der Ruhr-Universität Bochum und das INP Greifswald gemeinsam in Deutschland.

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Schweißen verbindet: Workshop im INP Greifswald

Das Thema Metall-Lichtbogenschweißen steht am Dienstag, 23.3.2004 im Mittelpunkt eines Workshops im INP Greifswald. Eingeladen hat die Forschungsvereinigung des DVS (Deutscher Verband für Schweißen und verwandte Verfahren e.V.), die den Transfer von schweißtechnischen Forschungsergebnissen in die industrielle Praxis fördert.

Im INP tagt die Arbeitsgruppe „Schweißen mit abschmelzender Elektrode MIG/MAG“. MIG/MAG, also Metall-Inertgas-Schweißen und Metall-Aktivgas-Schweißen sind die gängigsten Methoden der Fügetechnik für Metalle. Vom einfachen Baustahl bis hin zu Aluminium oder neuartigen Legierungen lassen sich mit diesen Verfahren Metallteile energiegünstig fügen.

Technologische Fortschritte in der Schweißtechnik haben beispielsweise das Ziel, den Energieverbrauch zu verringern, das Verfahren materialspezifisch zu optimieren sowie dünnere und damit leichtere Baugruppen herzustellen. Dazu ist ein besseres Verständnis der Physik des Schweißlichtbogens erforderlich. Im INP werden Schweißlichtbögen mittels spektroskopischer Messverfahren untersucht, erste Ergebnisse dieser Forschungen werden auf dem Workshop präsentiert.

Weitere Themen des Expertentreffens sind das Schweißen hochlegierter Stähle oder das MIG-Schweißen von Aluminium. Auch diese Themen sind für eine intensivere Zusammenarbeit zwischen INP und DVS interessant.

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Franziska Hagen
Charlotte Giese (Elternzeit)
Stabsstelle, Kommunikation

Tel.: +49 3834 - 554 3886
Mobil: +49 159 040 10814
Fax: +49 3834 - 554 301

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www.leibniz-inp.de

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