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Das im Folgenden beschriebene Vorhaben erhält finanzielle Unterstützung durch die europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) hat sich in den vergangenen Jahren am Wissenschaftsstandort Greifswald in Mecklenburg-Vorpommern zu einem der international größten und bedeutendsten Zentren für anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Plasmamedizin entwickelt.

Ein Ergebnis dieser Arbeiten ist die in Kooperation mit dem Unternehmen neoplas tools GmbH erfolgte Weiterentwicklung und Markteinführung des Atmosphärendruck-Plasmajets kINPen zu einem CE-zertifizierten Medizinprodukt der Klasse IIa (kINPen MED®), welches gegenwärtig vor allem zur Behandlung von chronischen Wunden klinisch eingesetzt wird.

Unter maßgeblicher Beteiligung von INP-Forschenden wurden in den vergangenen Jahren wichtige Grundmechanismen der Wirkung kalter Atmosphärendruckplasmen auf biologische Systeme aufgeklärt und damit solide wissenschaftliche Grundlagen für deren medizinische Anwendung gelegt. Nun gilt es, die bisherigen Erkenntnisse in die Klinik zu transferieren. Ein besonders wichtiger Partner stellt hierbei das neu geschaffene Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg dar. Das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg als zentraler Bestandteil der Kooperation zwischen der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co. KG und dem INP ist auf dem Gebiet der kliniknahen Forschung, Entwicklung sowie Anwendung innovativer Technologien in der Medizin tätig.

Der Zweck des Kompetenzzentrums ist die Förderung des Forschungs- und Technologietransfers in der angewandten Plasmamedizin sowie weiterer innovativer Entwicklungen aus Mecklenburg-Vorpommern, insbesondere auf dem Gebiet der Heilung chronischer Wunden. Hierbei steht vor allem die klinikbegleitende Forschung mit räumlicher Nähe zum Patienten im Vordergrund. Nur in dieser Konstellation wird es möglich sein, Daten direkt am Patienten zu erfassen und mit den Ergebnissen der Grundlagenforschung zu korrelieren. Mit diesen neu geschaffenen Laborräumen direkt im Klinikum Karlsburg werden zukünftig innovative Produktideen direkt im Klinikalltag entwickelt - ein komplett neuer Ansatz für den Transfer von Forschungsergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern. Speziell in der Plasmamedizin - also der Anwendung kalter physikalischer Plasmen, deren biologisch aktive Bestandteile sehr kurze Halbwertzeiten aufweisen - wird diese Nähe zum Patienten von entscheidendem Vorteil. Hierbei werden vor allem die kurzen Wege zwischen Behandlungszimmer / OP und den Laboren für Zell- und Molekularbiologie auf der einen Seite und der Physik auf der anderen Seite zahlreiche Impulse für neue Ideen und Innovationen in Bereich der Medizintechnik und der Anwendung kalter Plasmen im Klinikbereich ergeben. Gleiches gilt für innovative Produkte zur Diagnostik, die nun auch im Klinikalltag getestet und weiterentwickelt werden können.

Im Rahmen zukünftiger klinikbegleitender Forschung wird in Zusammenarbeit mit dem Klinikum Karlsburg der Dr. Guth GmbH &Co.KG im Rahmen des Kompetenzzentrums Diabetes Karlsburg eine Optimierung der Wundbehandlung stattfinden. Dies betrifft sowohl Aspekte der Anpassung der Plasmaquellen an die Geometrie und Morphologie der verschiedenen Wunden an den unterschiedlichsten Körperstellen der Patienten, wie auch die Einstellung der Plasmaparameter an die jeweilige Wunde. Hierbei wird ein besonderer Fokus auf die individuellen Unterschiede der einzelnen Wunden aufgrund ihrer einzigartigen Ätiologie gelegt werden. Diese Weiterentwicklung bzw. Anpassung der Plasmatechnologie soll dabei Hand in Hand gehen mit ebenfalls in Mecklenburg-Vorpommern entwickelten Diagnostiken und somit die nächste Stufe der personalisierten Wundbehandlung einläuten. In Analogie zu den Grundlagenforschungsergebnissen ist anzunehmen, dass verschiedene Vorerkrankungen sowie der allgemeine Lebensstil und insbesondere auch die Ernährungsgewohnheiten einen wesentlichen Einfluss auf die Wundheilung bzw. auf das Verharren der offenen Wunden nimmt. Es gilt also, diese für jeden Patienten individuellen Parameter auf zellulärer und molekularer Ebene zu untersuchen - um beispielsweise das Wissen über die bakterielle Besiedlung oder die antioxidative Kapazität jeder einzelnen Wunde - Rückschlüsse für eine individuelle Therapie abzuleiten. Zukünftig sollen in diesen Laboren weitere Verbundforschungsprojekte das Spektrum neuer Therapien für die Wundheilung noch erweitern. Im Rahmen dieser Projekte soll das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg als landesweite Anlaufstelle für innovative Produktideen für den Bereich Wundheilung in Mecklenburg-Vorpommern etabliert werden.

In diesem Zusammenhang wird der Zusammenarbeit von Wissenschaft und Forschung, aber auch mit Pflegern und Patienten im direkten Klinikumfeld eine besondere Rolle zukommen. Um diesem Zweck nachzukommen, werden Labore im Untergeschoss des Neubaus des Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg mit entsprechender Infrastruktur für die Bereiche Plasmaquellen/Elektrotechnik, Zell- und Mikrobiologie und Histologie bereitgestellt.

Wissenschaftlich-technische Leitung:
Dr. Kai Masur
Tel.: +49 3834 554 3322
kai.masurinp-greifswaldde


Projektthemen

Das im August 2017 gestartete Projekt "Ausstattung für das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg zur Durchführung interdisziplinärer Verbundforschungen" wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäische Union mit insgesamt 2,5 Mio. Euro gefördert und hat zum Ziel die Infrastruktur in Form einer Laborausstattung für die patientennahe anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Behandlung chronischer Wunden am Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg bereitzustellen.

Für die Diagnostik von Entzündungen / Wunden gibt es derzeit kein allgemeingültiges Konzept – meist obliegt es den Kliniken wie die Diagnostik abläuft. Üblicherweise ist eine visuelle Analyse der Entzündungs- bzw. Wundsituation und die Bestimmung von Entzündungsparametern im Blut der erste Handlungsstrang.

Neben einem erfolgreichen Einsatz der von der Firma OT-aktiv GmbH entwickelten intelligenten Einlegesohle stellt die frühe Diagnostik von Entzündungen einen weiteren Aspekt dieser Studie und der interdisziplinären Arbeiten des Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg am Klinikum Karlsburg dar. Sollte sich die anvisierte Verbesserung der Diagnostik von Entzündungen durch die neuentwickelten Einlegesohlen durch diese Studie belegen lassen, wäre dies ein enormer Fortschritt für viele Diabetespatienten mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines Diabetisches Fußsyndroms, da sich die Entwicklung von chronischen Wunden möglicherweise rechtzeitig vermeiden lassen. Die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten mit ihren preisintensiven Behandlungen würde sowohl die Kliniken als auch die Krankenkassen entlasten, und somit hohe Beträge im Gesundheitssystem einsparen.

Die von der Diaspective Vision GmbH entwickelte Spektroskopiekamera soll in Kombination mit verschiedenen molekularbiologischen Methoden gemeinsam weiterentwickelt werden, in dem das Spektrum der Kamera auf einen neuen Wellenlängenbereich erweitert werden soll, um damit bakterielle Biofilme bzw. Bakterien sichtbar zu machen. Durch die Detektion von bakteriellen Markern in den Wundflüssigkeiten und deren Korrelation mit den aufgenommenen Fluoreszenzspektren soll eine innovative und vor allem nicht-invasive Methode zur schnellen Wundbeurteilung entwickelt werden. Das KDK Teilprojekt wird neben der Bereitstellung und Betreuung einer spezifischen Patientenkohorte mit den Untersuchungen der Wundexsudate eine zentrale Rolle in der Aufklärung der bakteriellen Belastung in chronisch infizierten Wunden einnimmt. Die molekulare Analyse der löslichen Wundbestandteile als Reaktion auf eine Infektion (also der Nachweis bakterieller Bestandteile sowie humaner Signal- und Botenstoffe) läuft parallel zur zeitaufwändigen mikrobiellen Detailanalyse. Da diese löslichen Bestandteile durchaus auch spektroskopisch aktiv sein können, sind diese Untersuchungen aus zweierlei Hinsicht wichtig: Erstens zur frühzeitigen Analyse einer mikrobiellen Besiedlung, und zweitens als Hinweis bzw. Bestätigung der Anwesenheit von Molekülen, welche mithilfe der Hyperspektralanalyse detektiert werden sollen. Da sich mit den molekularbiologischen Methoden auch die Mengen abschätzen lassen können (semiquantitative ELISA), könnte somit auch die Detektionslimits der Hyperspektralkamera ausgelotet werden. Dies ist von besonderer Bedeutung, für deren späteren Einsatz, da es für den klinischen Alltag von hoher Bedeutung ist, sowohl die Art als auch die Menge der Mikroorganismen zu kennen und zu lokalisieren. Mit dieser an den jeweiligen Patienten angepassten Diagnostik (Bakteriendetektion) soll es später einmal möglich sein, Bakterien direkt in den Wunden sichtbar zu machen, diese gegebenenfalls sogar zu identifizieren und somit eine Zeit- und Kosteneffiziente Diagnose und damit ein schnelles Einleiten entsprechend auf die Bakterien angepasster Therapien zu entwickeln.


Anfahrt/Kontakt

Standort Karlsburg

Das Klinikum Karlsburg befindet sich direkt im Ortszentrum von Karlsburg. Der Ausschilderung "Klinikum Karlsburg" folgend gelangen Sie direkt zur beschrankten Pforte des Klinikums. Parkplätze befinden sich auf dem Klinik-Campus. Vom Hauptparkplatz führt eine schöne Linden-Allee auf das prächtige Schlossportal zu. Dem Weg rechts folgend befindet sich die zentrale Anmeldung. An der Rezeption werden Sie empfangen, hier wird man Sie über alles Weitere informieren.

Klinikum Karlsburg der Klinikgruppe Dr. Guth  GmbH & Co. KG
Greifswalder Str. 11
17495 Karlsburg

Telefon: 038355 70-0
Telefax: 038355 70-1559

E-Mail: klinikum-karlsburg@drguth.de

Anfahrtsbeschreibung

  • Von Berlin, Pasewalk, Neubrandenburg und Hamburg, Lübeck, Grimmen, Insel Rügen, Stralsund über die Ostseeautobahn A20, Abfahrt Gützkow, dann weiter über die Bundesstraßen B 111 und B109.
  • Von Greifswald, Stralsund oder Anklam kommend über die Bundesstraße 109
  • Von Wolgast oder Insel Usedom kommend über die Bundesstraßen 111 und 109#
  • Mit der Usedomer Bäderbahn von Greifswald über Züssow oder von der Insel Usedom. Eine schöne alte Allee führt Sie vom Bahnhof direkt nach Karlsburg  

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Tel.: +49 3834 - 554 300
Fax: +49 3834 - 554 301

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