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Besuch Energieminister Christian Pegel am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.

Greifswald, 20. November 2020
Als Abgeordneter des Landtages von Mecklenburg-Vorpommern (M-V) besucht Christian Pegel, Minister für Energie, Infrastruktur und Digitalisierung (SPD) heute das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) in Greifswald. Im Mittelpunkt seines Besuches steht die Information zu neuesten Entwicklungen der Wasserstofftechnologie sowie den technischen Herausforderungen der Energiewende und die Besichtigung verschiedener Forschungslabore. Neben den INP-Forschungen zur Wasserstofftechnologie informiert sich Christian Pegel auch zu Neuigkeiten beim Einsatz kalter Atmosphärendruckplasmen in der Medizin und Agrarkultur.

Die Region Nord-Ost in M-V ist im Begriff, sich als Zukunftsregion der Energiewende zu wandeln. Ziel ist die Schaffung einer zukünftigen Energiewirtschaft auf Basis von grünem Ammoniak gewonnen aus Luft, Wasser und lokal erzeugten erneuerbaren Energien und dessen Einsatz in der maritimen Mobilität. Grüner Ammoniak ermöglicht eine kohlenstofffreie Energieversorgung auf der Basis von Wasserstoff und damit langfristig effektive, wirtschaftliche Wege zur Verminderung des globalen Kohlendioxidgehaltes in der Erdatmosphäre.

„Wir brauchen für den langfristigen Erfolg der Energiewende und für den Klimaschutz Alternativen zu fossilen Energieträgern. Klimafreundlich hergestellter Wasserstoff ermöglicht CO2-Emissionen vor allem in Industrie und Verkehr deutlich zu verringern. Er wird dabei als vielfältig einsetzbarer Energieträger eine Schlüsselrolle einnehmen. Er ist der Energieträger der Zukunft, dazu gehört auch der Wasserstoffträger Ammoniak, für den das INP ein großes Forschungsvorhaben mit verschiedenen Kooperationspartnern durchführt“, so Christian Pegel, „Für M-V bietet sich die große Chance, die Energiebranche und die maritimeWirtschaft zu verknüpfen.“

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) ist die führende Einrichtung Deutschlands auf dem Gebiet der Plasmaforschung und Technologie in der Kombination von Grundlagen und Anwendungen. Gemeinsam mit dem Leibniz-Institut für Katalyse (LIKAT, Rostock) und dem Fraunhofer-Institut für Großstrukturen in der Produktionstechnik (IGP, Rostock) übernimmt das INP eine Vorreiterrolle bei der Entwicklung kostengünstiger, effektiver Wasserstofftechnologien. Dafür soll eine Forschungsfabrik zur Erzeugung von Wasserstoff, Ammoniak und CO2-neutralen kohlenstoffbasierten Kraftstoffen (synthetisches Methanol oder grünes Kerosin) entstehen. Technischen Herausforderungen der Energiewende stehen hier vorn an.

Ein zentrales Vorhaben unter Leitung des INPs ist das Bündnis CAMPFIRE der Region Nord-Ost im Rahmen des Pilotprogramms WIR! – „Wandel durch Innovation in der Region“ des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF). Das Bündnis erforscht Technologien für die regionale und saisonale Erzeugung von grünem Ammoniak (NH3) aus erneuerbaren Energien sowie dessen Einsatz als kohlenstofffreier Energiespeicher und Kraftstoff in der maritimen Mobilität. Innovative Fertigungsverfahren für Elektroden, Membranen und Korrosionsschutzschichten werden als Schlüsselkomponenten für die Wasserstofftechnologie seit einigen Jahren am INP in Zusammenarbeit mit Partnern entwickelt.

Minister Pegel kennt das CAMPFIRE-Projekt und begleitet es seit seinem Beginn in 2019 mit großem Interesse. In der ersten Projektphase werden zehn CAMPFIRE-Verbundvorhaben mit 8 Millionen Euro gefördert. Das Bündnis besteht derzeit aus über 40 hauptsächlich regionalen, aber auch überregionalen Partnern wie Forschungseinrichtungen und Unternehmen aus dem Schiffbau, der Reedereibranche, Energietechnik und einem Großverbraucher von Wasserstoff aus der Düngemittelindustrie mit Sitz in der Region. NH3 ist der perfekte Wasserstoffspeicher und besitzt eine mit Methanol vergleichbar volumetrische Energiedichte. Es ist bei minus 33 °C oder bei Normaltemperatur bei geringem Druck von 8 bar verflüssigbar und kann daher wirtschaftlich leicht und sicher gespeichert, transportiert und gehandhabt werden. Herzstücke der neuen Energietechnologien von CAMPFIRE sind elektrokeramischer Dünnschichtmembranen auf der Basis komplexer Metalloxide. Diese ermöglichen eine hohe Effizienz und Lebensdauer der neuen Technologien, z.B. bei der Herstellung des neuen Energieträgers Ammoniaks durch innovative Elektrolyseverfahren sowie in Crackern für den Einsatz von Ammoniak als Brennstoff in der Schifffahrt und in Motoren und Brennstoffzellen.

M-V verfolgt einen stetigen Ausbau der Energieerzeugung auf Basis von Windkraft, Solartechnik und Biomasse. Kritisch sind dabei die hohen Speicherkosten, um eine Versorgungssicherheit für fluktuierende erneuerbare Energie zu gewährleisten. Power-to-X-Produkte wie kohlenstofffreies Ammoniak oder biogenes Methanol und Kerosin sind wichtige Türöffner für die Energiewende und erschließen nachhaltige Geschäftsmodelle für regionale Unternehmen jenseits von kleinen Pilotprojekten.

Ansprechpartner*innen:

Dr. Angela Kruth
Leitung der Forschergruppe
„Materialien für die Energietechnik“
Felix-Hausdorff-Straße 2, 17489 Greifswald, Deutschland
Tel.: +49 3834 554 38460,
Fax: +49 3834 554 301
Mail: angela.kruthinp-greifswaldde
www.leibniz-inp.de

Dr. Gesine Selig
Kommunikation
Felix-Hausdorff-Straße 2, 17489 Greifswald, Deutschland
Tel.: +49 3834 554 3942
Fax: +49 3834 554 301
Mail: gesine.seliginp-greifswaldde
www.leibniz-inp.de

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Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Charlotte Giese
Kommunikation, Öffentlichskeitsarbeit

Tel.: +49 3834 - 554 3897
Mobil:  +49 162 655 0487
Fax: +49 3834 - 554 301

charlotte.giese@inp-greifswald.de
www.leibniz-inp.de

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