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EINLADUNG zu den digitalen „Anwendertagen Plasmatechnologie“ am Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP)

Greifswald, 23.04.2021

Unter der Schirmherrschaft von Harry Glawe, Minister für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit Mecklenburg-Vorpommern, lädt das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) vom 27. bis 28. April 2021 zu den digitalen „Anwendertagen Plasmatechnologie“ ein. „Das INP verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung plasma-gestützter Prozesse für diverse industrielle Anwendungen. In unserer Veranstaltungsreihe „Anwendertage Plasmatechnologie“ stellen wir nicht nur diese Technologien vor, sondern demonstrieren an Beispielen aus der Praxis wie sich technologische Plasmen in industrielle Prozesse integrieren und sich für die Entwicklung neuartiger Produkte nutzen lassen. Der Dialog aus Wissenschaft und Industrie, den diese Veranstaltung bietet, ist der zentrale Treiber um wissenschaftliche Erkenntnisse in Innovationen zu überführen und den Technologietransfer entscheidend voranzubringen“, so Dr. Katja Fricke, Forschungsschwerpunktleiterin „Bioaktive Oberflächen“ am INP und Ansprechpartnerin im Organisationskomitee der Anwendertage 2021.

Im Rahmen der Anwendertage haben Unternehmen aller Branchen und Interessierte die Möglichkeit, plasmabasierte Konzepte und Umsetzungsstrategien zur industriellen Implementierung kennen zu lernen. Sie erhalten Einsicht zu aktuellen Entwicklungen der Plasmatechnologie, dem Schlüssel zu Prozessen mit hohem Potential für Innovation, Wachstum und Nachhaltigkeit. Hierbei werden spezifische Anwendungen aus Industrie und Forschung zu den Themen: Erneuerbare Energien, Umwelt und Landwirtschaft und Lebenswissenschaften vorgestellt.

Das detaillierte Programm (Programmflyer) ist abrufbar unter:
https://anwendertage.inp-greifswald.de/fileadmin/user_upload/INP_Programm_Anwendertage_Plasmatechnologie_2021.pdf

Die Teilnahme an den Anwendertagen ist kostenlos. Anmeldungen sind unter dem link: https://bit.ly/3qFMNNk möglich. Alle Teilnehmer*innen erhalten die Einwahldaten für die digitale Veranstaltung im Vorfeld nach erfolgreicher Registrierung. Anmeldeschluss ist der 25. April 2021.

Kontinuierliche Forschung und die Weiterentwicklung von Plasmaprozessen- und Anlagen stellen einen wesentlichen Beitrag zur Erschließung neuer Anwendungsfelder dar.

Plasmagestützte Oberflächenverfahren sind heute benutzerfreundlich und verleihen Materialien durch die gezielte Erzeugung von spezifischen Oberflächenfunktionalitäten neue Eigenschaften und einen signifikanten Mehrwert. Die Entwicklung von plasmabasierten Oberflächenverfahren zur Optimierung neuer Materialien und Werkstoffe unterstützt maßgeblich den Übergang zu einer überwiegend auf erneuerbaren Energieträgern basierenden Energieversorgung.

Im Themenfeld ERNEUERBARE ENERGIEN werden im Rahmen der Anwendertage am 27. April unterschiedliche industrielle Dünnschichttechnologien und Nanomaterialien vorgestellt, die neue Wege zur Herstellung wesentlicher Komponenten und Materialien für Brennstoffzellen oder Elektrolyseure ermöglichen. Ziel dabei ist es, die Energieerzeugung und Effizienz der Energienutzung zu steigern. Ein wesentlicher Themenblock ist die Erschließung neuer Anwendungsfelder mit Potenzial für die Plasmatechnologie im Hinblick auf CO2-neutrale Stoffumwandlungsprozesse. Experten berichten außerdem über Anwendungen zur Aufbereitung von Abwasser, Gülle und Fermentationsresten u. a. zur Verbesserung des Vergärungsprozesses und Effizienzsteigerung von Biogasanlagen.

Im Themenfeld UMWELT & LANDWIRTSCHAFT berichten Experten*innen am 28. April zu aktuellen Entwicklungen innovativer Plasma-Verfahren zur Verbesserung der Widerstandsfähigkeit von Pflanzen gegenüber abiotischen und biotischen Stressfaktoren sowie zur Steigerung des Wachstums und Ertrages. Ziel hierbei ist zukünftig eine chemikalienfreie Agrarproduktion. Ein weiteres Thema im Themenblock ist der Einsatz von Plasmen in der Abwasserbehandlung zur Zerstörung hartnäckiger Verbindungen wie pharmazeutische Rückstände sowie das Potential von Plasmabehandlungen für den Schadstoffabbau in der Grundwassersanierung. Ebenso informieren Wissenschaftler*innen über Möglichkeiten zur plasmabasierten Luftreinigung, um toxische oder unerwünschte Schadstoffen (einschließlich Gerüchen) in Luft- oder Abgasströmen zu beseitigen.

Die Plasmamedizin ist ein innovatives Forschungsfeld an der Schnittstelle zwischen Physik und Lebenswissenschaften, das seit einigen Jahren einen immensen internationalen Aufschwung erfährt. Im Themenfeld LEBENSWISSENSCHAFTEN zeigen Experten*innen am Beispiel von kardiovaskulären Implantaten für strukturelle Herzerkrankungen Aktivitäten von der Biomaterialentwicklung bis zum Technologietransfer. Hierbei steht die Entwicklung innovativer Verfahren und Technologien zur Wiederherstellung bestimmter Körperfunktionen oder zur Diagnostik spezifischer Erkrankungen im Mittelpunkt. Die Teilnehmer*innen lernen im Themenblock eine hochempfindliche markierungsfreie Methode basierend auf funktionalisierten Mikropartikeln zur Detektion spezifischer Biomoleküle kennen. Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Vorstellung plasmabasierter Verfahren zur Abscheidung von Funktionsschichten mit dem Ziel, die Interaktionen an der Grenzfläche zwischen einem biologischen System und einer technischen Oberfläche zu steuern. Beispiele hierfür sind die Begünstigung der Immobilisierung von Enzymen oder die Anhaftung von Bakterien und damit verbundene reduzierte Biofilmbildung. Auch photokatalytische Oberflächen mit einer Lage aus Metalloxid, meist TiO2, welche durch Bestrahlung im UV- oder sichtbaren Wellenlängenbereich aktiviert werden, zählen dazu. In Kombination mit einem natürlicherweise vorliegenden dünnen Wasserfilm treten diese aktivierten Oberflächen mit Zellen, Mikroorganismen und anderen Flüssigkeiten in Wechselwirkung. Dabei wird in Kombination mit einer idealen Benetzbarkeit der Oberfläche dann oft auch von selbstreinigenden oder auch „easy-to-clean“ Oberflächen gesprochen. Einsatz findet diese Technologie z. B. bei Architekturglas.

Wissenschaftliche Ansprechpartnerin:
Dr. Katja Fricke
Tel.: +49 3834 554 3841
E-Mail: anwendertageinp-greifswaldde
https://anwendertage.inp-greifswald.de

Presse:
Dr. Gesine Selig
Tel.: +49 3834 554 3942
E-Mail: gesine.seliginp-greifswaldde

 

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Dr. Gesine Selig
Kommunikation, Öffentlichskeitsarbeit
Elternzeitvertretung für Charlotte Giese

Tel.: +49 3834 - 554 3942
Fax: +49 3834 - 554 301

gesine.seliginp-greifswaldde
www.leibniz-inp.de

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