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Die Initiative "PLASMA Wundzirkel" wird vom Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus des Landes Mecklenburg-Vorpommern für zwei Jahre mit knapp 200.000 Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem "Europäischen Fonds für regionale Entwicklung" (EFRE). 

PLASMA Wundzirkel

Netzwerkinitiative für die Plasmamedizin in Mecklenburg-Vorpommern 

Die Plasmamedizin hat sich in den letzten Jahren zu einer Kernkompetenz der Gesundheitswirtschaft Mecklenburg-Vorpommerns entwickelt. Die Netzwerkinitiative "PLASMA Wundzirkel", ausgezeichnet beim Ideenwettbewerb Gesundheitswirtschaft 2015, hat das Ziel, eine Plattform für einen landesweiten Anwenderkreis aus medizinischen Leistungserbringern (Dermatologen, Allgemeinmedizinern, Medizinischen Versorgungszentren, Kliniken, etc.), den Herstellern der Plasmageräte, den Kostenträgern sowie den Patienten(verbänden) für den Einsatz der Plasmatherapie zur Wundheilung zu entwickeln. Das Netzwerk soll dabei als meinungsbildendes Organ für die Etablierung der Plasmatherapie insbesondere bei der Behandlung von chronischen Wunden fungieren.

Allein in Deutschland leiden etwa 4,5 Millionen Patienten an chronischen Wunden. In vielen Fällen sind es systemische Primärerkrankungen des Körpers wie Herzschwäche oder Diabetes, die zu Wundheilungsstörungen an Rücken, Unterschenkeln oder auch den Füßen führen. Die Behandlung derartiger Wunden stellt die Medizin vor immer neue Herausforderungen, da in vielen Fällen ein Wundverschluss mit den etablierten Therapieansätzen nicht erreicht werden kann. Die Folge sind steigende Amputationsraten und zunehmend mehr Patienten, die kontinuierlich durch Mediziner und Pflegepersonal versorgt werden müssen.

Seit einigen Jahren wird die Therapie mit kaltem physikalischem Plasma erfolgreich zur Behandlung von Patienten mit chronischen, infektiösen Wunden oder Hauterkrankungen in Kliniken und Praxen eingesetzt. Einen wesentlichen Anteil an dieser Entwicklung hat das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e. V. (INP), das heute als internationaler Themenführer im Bereich der Plasmamedizin gilt. Ergebnis der jahrelangen wissenschaftlichen Forschung am Greifswalder INP sind der seit 2013 als Medizinprodukt zugelassene Plasmastift kINPen® MED der INP-Ausgründung neoplas tools GmbH und das 2015 ausgegründete Spin-off COLDPLASMATECH, das gerade die Zulassung einer großflächigen Plasma-Wundauflage vorbereitet. Darüber hinaus wurde Anfang 2016 das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg am Klinikum Karlsburg eingeweiht, das klinische Behandlung und anwendungsnahe Forschung unter einem Dach integriert. Innovationen, wie die Plasmamedizin sollen so gesundheitswirtschaftlich nutzbringend in die Anwendung geführt und vermarktet werden.

Trotz der bisherigen Erfolge, ist es wie bei jeder neuen Technologie notwendig, die Zurückhaltung von Kunden und Anwendern gegenüber der Plasmatherapie durch eine informative Kommunikationspolitik zu beseitigen. Der Grundstein hierfür wurde mit dem beim Gesundheitswettbewerb 2012 ausgezeichneten Marketingprojekt "Plasmamedizin – Ein Leuchtturm der Gesundheitswirtschaft in Mecklenburg-Vorpommern" gelegt. Durch verschiedenste Marketingaktivitäten ist es in den letzten Jahren gelungen, die öffentliche Wahrnehmung für die Plasmamedizin auch über die Landesgrenzen hinaus zu erhöhen.

An diesen Erfolg möchte die Netzwerkinitiative „PLASMA Wundzirkel“ anknüpfen.

Die praktische Umsetzung des " PLASMA Wundzirkel" für Anwender, Hersteller, Entscheider und Patienten bietet die Chance, den Erfahrungsaustausch zwischen allen Betroffenen durch eine anwendungsbezogene und patientennahe Kommunikation zu befördern. Gleichzeitig dient das Netzwerk zur Vertiefung der bisherigen Forschungsergebnisse, zum Beispiel durch die Produktweiterentwicklung und die gezielte Bündelung von Infrastrukturen. Zu den Inhalten des „PLASMA Wundzirkel“ gehören regelmäßige Workshops und ein virtuelles Forum zur Vernetzung der Teilnehmer sowie als Informationsplattform für Patienten und Angehörige.

Gelingt es, die Plasmatherapie langfristig als neuen Ansatz der Wundbehandlung zu etablieren, kann damit auch die medizinische Versorgung verbessert werden. Vor allem aber erhält das Land Mecklenburg-Vorpommern die Chance, auch auf Bundesebene eine Pionierstellung in der Plasmamedizin einzunehmen und damit seine Innovationskraft im Bereich der Gesundheitswirtschaft auszubauen.

 

Projektleiterin:
Dr. Christine Zädow
Telefon: +49 3834 - 554 3914
christine.zaedow@inp-greifswald.de
www.plasmawundzirkel.de

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Tel.: +49 3834 - 554 300
Fax: +49 3834 - 554 301

welcomeinp-greifswaldde
www.leibniz-inp.de

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