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2022

Grüne Ammoniak-Technologien aus Nord-Ost für eine versorgungs-sichere, kohlenstofffreie Energiewirtschaft – weiterer Erfolg für CAMPFIRE-Bündnis

Greifswald, 21. März 2022

Ammoniak ist eine der meistproduzierten Chemikalien der Welt und Ausgangsmaterial für die Düngemittelerzeugung. Zunehmend gilt Ammoniak aber auch als „Gamechanger“ der Energiewende, da er als kohlenstofffreier Wasserstoffträger eine nachhaltige und wirtschaftliche Nutzung von erneuerbarer Energie ermöglicht. Die Entwicklung von Technologien zur Nutzung von Ammoniak als Energieträger ist damit ein Innovationsfeld von großer ökonomischer und ökologischer Relevanz.

Das im Nord-Osten Deutschlands ansässige Bündnis CAMPFIRE hat im März 2022 erfolgreich die Zwischenbegutachtung durch eine Experten-Jury des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) absolviert. CAMPFIRE wird vom BMBF im Rahmen des Programms „WIR! – Wandel durch Innovation in der Region“ gefördert. Die mittlerweile über 70 Unternehmens- und Forschungspartner – mit Standorten zum Großteil in Mecklenburg-Vorpommern und der Uckermark – starten damit in die zweite Förderphase. Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald koordiniert das Partnerbündnis. Die strategische und technologische Leitung liegt beim Zentrum für BrennstoffzellenTechnik.

Ziel von CAMPFIRE ist die Umsetzung von Technologien für die Erzeugung und den Import von grünem Ammoniak und dessen Einsatz als Kraftstoff für die Schifffahrt sowie als Energiespeicher. Kleine und mittelständische Unternehmen der Region Nord-Ost könnten hierdurch die Marktführerschaft erlangen. Für die zweite Förderphase von CAMPFIRE stellt das BMBF im Rahmen seines WIR!-Programms ein Budget von mehr als sechs Millionen Euro zur Verfügung. Für die erste Förderphase erhielt das Bündnis bereits neun Millionen Euro.

Weitere Bundesmittel von rund 31 Millionen Euro wurden CAMPFIRE im letzten Jahr für die Technologieumsetzung im Bereich Ammoniak im Rahmen des Leitvorhabens TransHyDE im Ideenwettbewerb „Grüner Wasserstoff“ bewilligt. Die Vorhaben sind hauptsächlich in der Region Nord-Ost angesiedelt. Weitere Förderungen erhielt das Bündnis im Rahmen von FETProActiv und Horizon2020 sowie dem Programm der Industriellen Gemeinschafts-forschung des Bundesministeriums für Wirtschaft und Klimaschutz.

Innovationen aus Nord-Ost für die globale Ammoniakwirtschaft
Der umfassende Ansatz von CAMPFIRE bewirkte bereits in den letzten drei Jahren eine starke Partnerschaft von kleinen und mittelständischen Unternehmen aus der Region Nord-Ost mit finanzkräftigen Großunternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen. Gleichzeitig schuf das Bündnis eine nationale und internationale Sichtbarkeit für die Region im Themenfeld Ammoniak und Wasserstoff. Beim derzeitig rapiden Markthochlauf von Ammoniak wird bereits innerhalb eines kurzfristigen Zeitraums eine Technologieführerschaft erwartet und ab 2025 sollen nachhaltige Geschäftsmodelle für Ammoniak-Technologien vorliegen.

In den nächsten drei Jahren steht die Realisierung der Technologien durch die im Bündnis tätigen regionalen Unternehmen im Mittelpunkt. Die Fertigung und weltweite Vermarktung der neuen Technologien und Produkte dient dem Aufbau einer globalen Wasserstoffwirtschaft. Kleine und mittelständische Unternehmen aus der Bündnisregion werden dafür im CAMPFIRE Open Innovation Lab (COIL) zusammengebracht. Ziel ist die Realisierung und anschließende Vermarktung der entwickelten Ammoniak-Technologien in den Bereichen „Power-to-Ammonia“ und „Ammonia-to-Power“. Teilnehmen können kleine und mittelständische Unternehmen, Start-Ups und Gründer aus den Branchen Anlagenbau, Energietechnik, Energiehandel, Sondermaschinenbau, Schiffbau und Automatisierungstechnik. Sie profitieren durch das von CAMPFIRE geschaffene Netzwerk aus Wissenschaftspartnern sowie deren Forschungsaktivitäten und Praxiserfahrungen.

Angesichts des dringenden Handlungsbedarfs für den Klimaschutz sowie der drohenden Versorgungslücken bei Erdgas besitzt das Bündnis ein immenses Potenzial für die Förderung des Technologiestandorts Mecklenburg-Vorpommern sowie für die Schaffung einer neuen Ammoniak-Industrie. Als Vorreiter für die Entwicklung von Technologien für Ammoniak könnten Unternehmen in Mecklenburg-Vorpommern einen wesentlichen Beitrag zum Erhalt der Energieversorgungsicherheit in Deutschland leisten und gemeinsam mit europäischen Partnern den Siegeszug von Ammoniak für die Energiewende anführen.

Weitere Informationen: www.wir-campfire.de

Kontakt:
Dr. Angela Kruth

Koordinatorin & Sprecherin CAMPFIRE
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) 
Tel.: +49 3834 554 38460
Fax: +49 3834 554 301
Mail: angela.kruth@inp-greifswald.de
www.wir-campfire.de

Jens Wartmann
Leiter Strategieentwicklung und Technologie CAMPFIRE
Zentrum für BrennstoffzellenTechnik GmbH (ZBT)
Tel: +49 203 7598 3336
Fax: +49 203 7598 2002
Mail: j.wartmannzbtde
www.wir-campfire.de

Stefan Gerhardt
Pressesprecher
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) 
Tel.: +49 3834 554 3903
Mail:  stefan.gerhardtinp-greifswaldde
http://www.leibniz-inp.de

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Erfolgreiche Forschung, zukunftsweisende Strategie und internationale Bedeutung – INP überzeugt bei umfassender Evaluierung

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Greifswald, 16. März 2022

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) hat die Experten beeindruckt: Nach der turnusmäßigen Überprüfung der Mitgliedsinstitute der Leibniz-Gemeinschaft durch eine internationale und unabhängige Jury steht fest, dass das INP auch weiterhin als Garant für zukunftweisende Forschung gilt. Das Greifswalder Leibniz-Institut punktete hierbei durch zahlreiche Erfolge in neuen Anwendungsgebieten wie Medizin und Landwirtschaft, einen hohen Anteil an eingeworbenen Drittmitteln, ein erfolgreiches Management, verschiedene Ausgründungen von Unternehmen und attraktive Arbeitsbedingungen. Basierend auf dem Prüfungsergebnis empfiehlt der Leibniz-Senat daher die weitere finanzielle Förderung des INP.

Eine am 15. März 2022 von der Leibniz-Gemeinschaft veröffentlichte Pressemeldung zur Senatsstellungnahme erläutert: „Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Niedertemperatur-Plasmaphysik. Es ist in diesem Bereich, wie der Senat in seiner heutigen Stellungnahme würdigt, ausgesprochen erfolgreich und international sehr anerkannt. Das INP habe sein Forschungsprofil in den letzten Jahren mit vielversprechenden neuen Anwendungsgebieten sehr gut weiterentwickelt. Beispielsweise betätige es sich verstärkt in der Plasmamedizin, mittlerweile in Kooperation mit dem Klinikum Karlsburg auch in der klinischen Forschung. Auch der Bereich der Plasma-Agrarkultur sei als zukunftsträchtiges neues Forschungsfeld am Institut etabliert worden. (…) Das Institut könne auf breit rezipierte Publikationen verweisen und verfolge eine effektive Transferstrategie. Seit der vergangenen Evaluierung hätten Arbeiten des INP zu zwei Ausgründungen im medizinischen Bereich geführt. Das Institut werbe regelmäßig Drittmittel in beeindruckender Höhe ein (…).“

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie setzt neben umfassender Grundlagenforschung einen Schwerpunkt auf die Entwicklung anwendungsorientierter Lösungen. Dabei gilt die Prämisse: Von der Idee zum Prototyp. Hierbei stehen zukunftsweisende Themen wie erneuerbare Energien, Bioökonomie, Plasmamedizin und Industrie 4.0 im Fokus.

Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann, Vorstandsvorsitzender und wissenschaftlicher Direktor des Leibniz-Instituts für Plasmaforschung und Technologie, betont: „Wir freuen uns über die Bestätigung unserer erfolgreichen Arbeit und über die Anerkennung unserer Strategie durch eine unabhängige und internationale Jury. Unser Anspruch ist es, mit Plasmatechnologie einen Beitrag für drängende Probleme der Gesellschaft zu leisten. Wir entwickeln derzeit Lösungen für die Nutzung von klimaneutralem Wasserstoff und Ammoniak zur Energieerzeugung und für Mobilitätsanwendungen wie Schifffahrt und Verkehr. In der Landwirtschaft forschen wir an umweltfreundlichen Methoden, die den Einsatz von Agrarchemikalien reduzieren können. In der Plasmamedizin widmen wir uns innovativen Verfahren zur Wundheilung und der Bekämpfung von Krebs. Für die Industrie liefern wir neuartige Oberflächen und Sensoren. Die Ergebnisse der Leibniz-Evaluierung bestärken uns in diesem Ansatz und unterstützen uns bei der Einwerbung von weiteren Industrie- und Forschungsmitteln.“

Details zum Evaluierungsprozess
Leibniz-Institute werden von Bund und Ländern finanziert. Um den sachgemäßen und sinnvollen Einsatz der Mittel sicherzustellen, werden die Institute spätestens alle sieben Jahre von externen Prüfern evaluiert. Die unabhängigen Sachverständigen aus dem In- und Ausland prüfen die wissenschaftlichen Leistungen, die Beratungs- und Dienstleitungsangebote sowie die Strategie der Institute. Hierbei fließen auch Aspekte wie Kooperationen, Transfer in die Gesellschaft, Nachwuchsförderung und Geschlechtergleichstellung ein. Der Leibniz-Senat veröffentlicht anschließend eine wissenschaftspolitische Stellungnahme. Zusammen mit einer Beurteilung der zuständigen Ressorts der Länder und des Bundes dient sie der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz (GWK) als Grundlage für die Entscheidung über die weitere Vergabe von Finanzmitteln.

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) unterhält mit diesen Mitteln die größte außeruniversitäre Forschungseinrichtung für Niedertemperaturplasmen in Europa. Rund 200 Mitarbeitende forschen an Technologien, die zur Beschichtung von Oberflächen, Dekontamination von Lebensmitteln, Reinigung von Abwässern, zur Behandlung von Krankheiten sowie in der Elektrotechnik eingesetzt werden. Das INP betreibt anwendungsorientierte Grundlagenforschung und bietet auch kundenspezifische Lösungen, Studien sowie Beratungen für die Industrie an. Viele Innovationen führten bereits zur Anmeldung von Patenten, zur Entwicklung von Prototypen und zu mittlerweile fünf Ausgründungen.

Für weitere Informationen:
Stefan Gerhardt // Referat Kommunikation
Tel.: +49 3834 554 3903 // stefan.gerhardtinp-greifswaldde
Felix-Hausdorff-Straße 2 // 17489 Greifswald

Millionenförderung für eine umweltfreundlichere Landwirtschaft

- Forschungsprojekt geht in die zweite Runde -

Greifswald, 07. März 2022

Gute Nachrichten aus Mecklenburg-Vorpommern:
Das innovative Projekt PHYSICS FOR FOOD rund um eine nachhaltigere Landwirtschaft geht in die nächste Runde. Die Hochschule Neubrandenburg, das Greifswalder Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) und rund 20 regionale Partner aus Industrie, Landwirtschaft und Wissenschaft haben für ihre weiteren Forschungen grünes Licht erhalten. Im Rahmen der Initiative ‚WIR! – Wandel durch Innovation in der Region‘ erhalten sie weitere Fördermittel vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Die bisher erzielten Projektergebnisse, die sich mit Fragen zu Physik statt Chemie in der Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion beschäftigen, haben die Jury des Bundesministeriums überzeugt. Bis Ende 2025 stehen weitere sechs Millionen Euro für das insgesamt mit mehr als 13 Millionen Euro dotierte Projekt zur Verfügung, um den Fokus insbesondere auf zu entwickelnde Technologien und deren Umsetzung zu legen.

In der Stellungnahme des Bundes heißt es:
„Der Einsatz innovativer physikalischer Hochtechnologie im Sinne einer nachhaltigen Landwirtschaft (v.a. zur Vermeidung von Chemikalien) ist gesellschaftlich, volkswirtschaftlich und ökologisch relevant sowie von besonderer Bedeutung für die von großflächiger konventioneller Agrarwirtschaft geprägte Region. Das stark technologiegetriebene Bündnis vereint grundsätzlich alle Akteure entlang der Wertschöpfungskette und überzeugt durch eine professionelle Organisation (…).“

Diese Erfolgsgeschichte aus dem Nordosten findet nun ihre Fortsetzung. Ein weiteres Vorhaben wird in dieser Phase in Angriff genommen: Vertical Farming. Innovative Technologien kommen hierbei in einem neuen Gewächshaus-Konzept zur Anwendung – alles unter der Maßgabe der Nachhaltigkeit und des Umweltschutzes.

PHYSICS FOR FOOD-Projektleiter Leif-Alexander Garbe, Professor an der Hochschule Neubrandenburg und einer der Sprecher des Projektes, blickt optimistisch auf die zweite Förderphase: „Das Projekt zeigt neue Wege für die Landwirtschaft und verarbeitende Unternehmen der Lebensmittelwirtschaft auf. Es bietet innovative Alternativen, um mehr und mehr auf den Einsatz von Chemie verzichten zu können. Damit leistet es einen entscheidenden Beitrag für eine Welt, die sich ihrer Verantwortung im Zeichen des Umweltschutzes bewusst ist.“

Ein Team aus rund 90 Forscherinnen und Forschern sowie Vertreter aus Industrie und Wirtschaft arbeiten in den nächsten Jahren daran, einsetzbare Technik auf den Weg zu bringen, die Landwirtinnen und Landwirte bei ihrer Arbeit nutzen können. Die neu entwickelten Methoden zielen darauf, Pflanzen gegen schädliche Einflüsse wie Hitze oder Überschwemmungen zu stärken, den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln zu reduzieren und Wasser aus der Lebensmittelproduktion zu reinigen. Auch an neuen Methoden für die Produktion veganer Lebensmittel wird geforscht.

Über PHYSICS FOR FOOD

Die Hochschule Neubrandenburg, das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) und Wirtschaftsvertreter starteten im Jahr 2018 das Projekt ‚PHYSICS FOR FOOD – EINE REGION DENKT UM!‘. Das Bündnis entwickelt seitdem gemeinsam mit zahlreichen weiteren Partnern neue physikalische Technologien für die Landwirtschaft und Lebensmittelverarbeitung. Dabei kommen Atmosphärendruck-Plasma, gepulste elektrische Felder und UV-Licht zum Einsatz. Sie zielen darauf, chemische Mittel beim Schutz von Saatgut zu reduzieren und die Pflanzen gegenüber den Folgen des Klimawandels zu stärken.

PHYSICS FOR FOOD arbeitet zudem an neuen Verfahren, die Agrarrohstoffe optimieren und Schadstoffe in der Lebensmittelproduktion verringern. Das Projekt sorgt dafür, dass die Technologien in Wirtschaft und Industrie einsatzbereit sowie Arbeitsplätze im Küstenhinterland Mecklenburg-Vorpommern gesichert sind. Es wird vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen der Initiative ‚WIR! – Wandel durch Innovation in der Region‘ gefördert (Förderkennzeichen 03WIR2803).
Weitere Informationen gibt es unter: www.physicsforfood.org

Kontakt
Paulina Druse, Public Relations
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP) 
Felix-Hausdorff-Straße 2, 17489 Greifswald
Tel: +49 170 2600543
paulina.druseinp-greifswaldde