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Das im Folgenden beschriebene Vorhaben erhält finanzielle Unterstützung durch die europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land Mecklenburg-Vorpommern.

Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg

Ansprechpartner:
Dr. rer. nat. Jana Kuhn
Tel.: +49 38355 70 2151
kuhnjdrguthde

Dr. Kai Masur
Tel.: +49 38355 6686 2525
kai.masurinp-greifswaldde

Das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg als zentraler Bestandteil der Kooperation zwischen der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co. KG und dem INP ist auf dem Gebiet der kliniknahen Forschung, Entwicklung sowie Anwendung innovativer Technologien in der Medizin tätig. Mit den neu geschaffenen Laborräumen direkt im Klinikum Karlsburg werden innovative Produktideen direkt im Klinikalltag entwickelt und getestet- ein komplett neuer Ansatz für den Transfer von Forschungsergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern – aber auch deutschlandweit. Alle Entwicklungen können durch die Nutzung der KDK-Labore vollumfänglich begleitet werden. So ist es möglich mit Patientenproben direkt in die Probenaufbereitung zu gehen – sowohl für die Mikrobiologische Analyse, wie auch zahlreich molekularbiologische Standardmethoden, wie Viabilitätstest im High-throuput screening, bis hin zur Transcriptomanalyse. Besonders die Möglichkeit direkt Vorort aus Patientenmaterial isolierte Zellen in real-time-Versuchen unter kontrollierten Bedingungen über mehrere Tage hinweg analysieren zu können, eröffnen Möglichkeiten neuentwickelte Produkte hinsichtlich Zytotoxizität oder aber auch Wachstumssteigerung bis hin zur Migrations- und Adhäsionsanalyse zu testen. Diese Methoden sind auch für Verbundforschungen zusammen mit Biotechnologieunternehmen interessant, da sich hiermit in kurzen Zeiten verschiedene Testreihen parallel analysieren lassen. Weiterhin bietet das Physiklabor die Möglichkeit auch schnelle Veränderungen an den Prototypen direkt vor Ort vornehmen zu können. Neben einer Auswahl verschiedener 3D Druckmaterialien stehen hierfür zahlreiche Diagnostiken für optische Analysen und Messplätze für verschiedenste Anwendungen für z.B. Hochspannungsuntersuchungen, zur Verfügung. Eine kleine Feinmechanikwerkstatt rundet unser Angebot ab. Je nach Bedarf stehen am KDK für verschiedene Verbundprojekte zahlreiche Möglichkeiten neue Produkte direkt im klinischen Alltag zu entwickeln, und dabei permanent auf eine umfassende Mikrobiologische und Zellbiologische Grundlagenforschung auf der einen Seite und diverse physikalische Diagnostiken und Messplätze bis hin zum rapid prototyping auf der anderen Seite zugreifen zu können. Diese einmalige Konstellation von kliniknaher Verbundforschung mit direkter Beteiligung von Klinikern, Physikern und Biologen zusammen mit den Verantwortlichen aus der Industrie stellt ein Novum in M-V dar, welches das KDK für die Entwicklung innovativer Medizinprodukte und neuer Diagnostiken prädestiniert. Die Erprobungsmuster bzw. Prototypen können in einem weiteren Schritt dann in präklinischen Tests auf Biokompatibilität und in klinischen Tests auf ihre Praktikabilität im klinischen Alltag direkt am Patienten analysiert und weiterentwickelt werden. Dies kann individuell auf neue Medizinprodukte wie auch neue Therapien, Diagnostiken und auch Präventionsmethoden angepasst werden. Selbstverständlich kann auch in dieser Projektphase auf die modern ausgestatteten Physik- und Molekularbiologielabore zugegriffen werden. Der Multifunktionsbau mit insgesamt 2000 Quadratmetern besitzt im Basisgeschoss einen aseptischen OP-Saal, Labore sowie Seminar- und Arbeitsräume für Wissenschaftler, Klinikpersonal und Industriepartner. Im Obergeschoss ist der Klinikbereich mit 24 Betten untergebracht, in denen Patienten mit chronischen Wunden und Infektionen behandelt werden, welche nach ihrer Aufklärung und erfolgter Zustimmung in zukünftige klinische Studien und Produktentwicklungen eingebunden werden können. Hierbei steht vor allem die klinikbegleitende Forschung mit räumlicher Nähe zum Patienten im V

ordergrund, wobei derzeit insbesondere Innovationen auf dem Gebiet der Wundheilung – wie beispielsweise die Plasmamedizin oder neue Diagnoseverfahren erforscht werden. Nur in dieser Konstellation aus Forschern, Ärzten und Pflegern in direktem Kontakt mit den Entwicklungsabteilungen der verschiedenen Firmen wird es möglich sein, Daten direkt am Patienten zu erfassen und mit den Ergebnissen der Grundlagenforschung zu korrelieren – das Ganze im Dienste der Entwicklung innovativer Medizinprodukte. Speziell in der Plasmamedizin - also der Anwendung kalter physikalischer Plasmen, deren biologisch aktive Bestandteile sehr kurze Halbwertzeiten aufweisen - wird diese Nähe zum Patienten von entscheidendem Vorteil. Hierbei werden vor allem die kurzen Wege zwischen Behandlungszimmer / OP und den Laboren für Zell- und Molekularbiologie auf der einen Seite und der Physik auf der anderen Seite zahlreiche Impulse für Innovationen in Bereich der Medizintechnik und der Anwendung kalter Plasmen im Klinikbereich ergeben. Gleiches gilt für innovative Produkte zur Diagnostik, die nun auch im Klinikalltag getestet und weiterentwickelt werden können. Auch hier wird ein direktes Feedback von Patienten und Ärzten einen entscheidenden Vorteil in der Produktentwicklung darstellen, da sie hiermit kurze Feedbackschleifen und schnelle Iterationen ergeben, was die Entwicklung von Prototypen enorm beschleunigt.

 


Projektthemen

Das im August 2017 gestartete Projekt "Ausstattung für das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg zur Durchführung interdisziplinärer Verbundforschungen" wird vom Ministerium für Wirtschaft, Arbeit und Gesundheit des Landes Mecklenburg-Vorpommern aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung der Europäische Union mit insgesamt 2,5 Mio. Euro gefördert und hat zum Ziel die Infrastruktur in Form einer Laborausstattung für die patientennahe anwendungsorientierte Grundlagenforschung auf dem Gebiet der Behandlung chronischer Wunden am Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg bereitzustellen.

Für die Diagnostik von Entzündungen / Wunden gibt es derzeit kein allgemeingültiges Konzept – meist obliegt es den Kliniken wie die Diagnostik abläuft. Üblicherweise ist eine visuelle Analyse der Entzündungs- bzw. Wundsituation und die Bestimmung von Entzündungsparametern im Blut der erste Handlungsstrang.

Neben einem erfolgreichen Einsatz der von der Firma OT-aktiv GmbH entwickelten intelligenten Einlegesohle stellt die frühe Diagnostik von Entzündungen einen weiteren Aspekt dieser Studie und der interdisziplinären Arbeiten des Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg am Klinikum Karlsburg dar. Sollte sich die anvisierte Verbesserung der Diagnostik von Entzündungen durch die neuentwickelten Einlegesohlen durch diese Studie belegen lassen, wäre dies ein enormer Fortschritt für viele Diabetespatienten mit einem hohen Risiko für die Entwicklung eines Diabetisches Fußsyndroms, da sich die Entwicklung von chronischen Wunden möglicherweise rechtzeitig vermeiden lassen. Die Vermeidung von Krankenhausaufenthalten mit ihren preisintensiven Behandlungen würde sowohl die Kliniken als auch die Krankenkassen entlasten, und somit hohe Beträge im Gesundheitssystem einsparen.

Die von der Diaspective Vision GmbH entwickelte Spektroskopiekamera soll in Kombination mit verschiedenen molekularbiologischen Methoden gemeinsam weiterentwickelt werden, in dem das Spektrum der Kamera auf einen neuen Wellenlängenbereich erweitert werden soll, um damit bakterielle Biofilme bzw. Bakterien sichtbar zu machen. Durch die Detektion von bakteriellen Markern in den Wundflüssigkeiten und deren Korrelation mit den aufgenommenen Fluoreszenzspektren soll eine innovative und vor allem nicht-invasive Methode zur schnellen Wundbeurteilung entwickelt werden. Das KDK Teilprojekt wird neben der Bereitstellung und Betreuung einer spezifischen Patientenkohorte mit den Untersuchungen der Wundexsudate eine zentrale Rolle in der Aufklärung der bakteriellen Belastung in chronisch infizierten Wunden einnehmen. Die molekulare Analyse der löslichen Wundbestandteile als Reaktion auf eine Infektion (also der Nachweis bakterieller Bestandteile sowie humaner Signal- und Botenstoffe) läuft parallel zur zeitaufwändigen mikrobiellen Detailanalyse. Da diese löslichen Bestandteile durchaus auch spektroskopisch aktiv sein können, sind diese Untersuchungen aus zweierlei Hinsicht wichtig: Erstens zur frühzeitigen Analyse einer mikrobiellen Besiedlung, und zweitens als Hinweis bzw. Bestätigung der Anwesenheit von Molekülen, welche mithilfe der Hyperspektralanalyse detektiert werden sollen. Da sich mit den molekularbiologischen Methoden auch die Mengen abschätzen lassen können (semiquantitative ELISA), könnten somit auch die Detektionslimits der Hyperspektralkamera ausgelotet werden. Dies ist von besonderer Bedeutung für deren späteren Einsatz, da es für den klinischen Alltag von hoher Bedeutung ist, sowohl die Art als auch die Menge der Mikroorganismen zu kennen und zu lokalisieren. Mit dieser an den jeweiligen Patienten angepassten Diagnostik (Bakteriendetektion) soll es später einmal möglich sein, Bakterien direkt in den Wunden sichtbar zu machen, diese gegebenenfalls sogar zu identifizieren und somit eine zeit- und kosteneffiziente Diagnose und damit ein schnelles Einleiten entsprechend auf die Bakterien angepasster Therapien zu entwickeln.


Anfahrt/Kontakt

Standort Karlsburg

Das Klinikum Karlsburg befindet sich direkt im Ortszentrum von Karlsburg. Der Ausschilderung "Klinikum Karlsburg" folgend gelangen Sie direkt zur beschrankten Pforte des Klinikums. Parkplätze befinden sich auf dem Klinik-Campus. Vom Hauptparkplatz führt eine schöne Linden-Allee auf das prächtige Schlossportal zu. Dem Weg rechts folgend befindet sich die zentrale Anmeldung. An der Rezeption werden Sie empfangen, hier wird man Sie über alles Weitere informieren.

Klinikum Karlsburg der Klinikgruppe Dr. Guth  GmbH & Co. KG
Greifswalder Str. 11
17495 Karlsburg

Telefon: 038355 70-0
Telefax: 038355 70-1559

E-Mail: klinikum-karlsburg@drguth.de

Anfahrtsbeschreibung

  • Von Berlin, Pasewalk, Neubrandenburg und Hamburg, Lübeck, Grimmen, Insel Rügen, Stralsund über die Ostseeautobahn A20, Abfahrt Gützkow, dann weiter über die Bundesstraßen B 111 und B109.
  • Von Greifswald, Stralsund oder Anklam kommend über die Bundesstraße 109
  • Von Wolgast oder Insel Usedom kommend über die Bundesstraßen 111 und 109#
  • Mit der Usedomer Bäderbahn von Greifswald über Züssow oder von der Insel Usedom. Eine schöne alte Allee führt Sie vom Bahnhof direkt nach Karlsburg  

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Tel.: +49 3834 - 554 300
Fax: +49 3834 - 554 301

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www.leibniz-inp.de

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