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Das über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren angelegte Vorhaben Onkother-H wird im Rahmen des zweiten Exzellenzforschungsprogramms des Landes mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert.

Onkother-H

Neue Konfigurationen von Plasmaquellen sowie Analyse neuartiger tumorsuppressiver Substanzen hinsichtlich Immunogenität des Zelltodes sowie Etablierung eines Dual-Tumor Models in vivo

Das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie und die Hautklinik der Unimedizin Rostock untersuchen innovative Therapien gegen Hautkrebs - mit einer Förderung des Landes-Exzellenzforschungsprogramms.

Hautkrebs ist mit Abstand die häufigste Tumorart. Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird in Studien mit über 200.000 Fällen in Deutschland angegeben. Bei einem Zehntel der Betroffenen wird ein malignes Melanom festgestellt, schwarzer Hautkrebs, der schnell Metastasen im Körper bildet und binnen weniger Monate zum Tod führen kann. Um die Behandlung zu verbessern, erforscht ein Bündnis unter Federführung der Hautklinik der Universitätsmedizin Rostock neue innovative Therapieformen. Hierbei sollen kalte Plasmen, die im Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP) in Greifswald erforscht werden, sowie sogenannte kleine Moleküle - Substanzen, die gezielt in den Stoffwechsel von Tumorzellen eingreifen und diese am Wachstum hindern - eingesetzt werden. Weitere Partner sind die Universitäten in Rostock und Greifswald, die Universitätsmedizin Greifswald sowie das Alfred Krupp Wissenschaftskolleg Greifswald. Das Projekt startete im Oktober 2018.

Das über einen Zeitraum von dreieinhalb Jahren angelegte Vorhaben ONKOTHER-H wird im Rahmen des zweiten Exzellenzforschungsprogramms des Landes mit insgesamt zwei Millionen Euro gefördert. Die Mittel stammen aus dem Europäischen Sozialfonds und dienen dazu, die Spitzenforschung in der Region auszubauen. Durch die Förderung werden Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschatfler ihre Qualifikation innerhalb des Projektzeitraums durch die Bearbeitung einer exzellenten Forschungsprogrammatik innerhalb von Forschungsverbünden weiter ausbauen. Ziel des Verbundes ist es, eine translationale Entwicklungsplattform für neue Krebstherapien zu etablieren. Dazu haben sich die homogenen Hautkrebsentitäten, die mit Abstand den häufigsten Krebs des Menschen darstellen, als Modelle etabliert. Am Beispiel der Krebsentitäten kutanes Melanom und Plattenepithelkarzinom der Haut werden translational neue chemische und pharmakologisch relevante Moleküle (small molecules) und die innovative Behandlung mit kaltem Atmosphärendruckplasma sowie deren Kombination von der Zellkultur bis in die in vivo Situation hinein evaluiert. Dabei werden von dem in jedem Bereich international exzellent ausgewiesenen Verbund insbesondere die folgenden Forschungsfelder bearbeitet:

  • Synthese neuer pharmakologisch relevanter Moleküle: small molecules (Indirubin-N-Glykoside und Oxindolglykoside)
  • Erschließung von kaltem Atmosphärendruckplasma als onkologische Therapieform und Kombination mit small molecules
  • anti-tumorigene Wirkung dieser neuen Therapieformen auf zellulärer Ebene (in vitro)
  • anti-tumorigene Wirkung dieser neuen Therapieformen in Tiermodellen (in vivo)
  • Einsatz in Pilotstudien als Untersucher-initiierte Studien (z.B. palliativer Einsatz von Atmosphärendruckplasma bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen im Kopf-/ Halsbereich)

In Greifswald wurden bereits vielverspechende Ergebnisse bei der Inaktivierung von Tumorzellen durch Plasma erzielt. In dem neuen Projekt geht es darum, dieses Verfahren zu optimieren und ein weiteres Anwendungsfeld zu erschließen. Die Kooperation mit der Universität Rostock biete die Möglichkeit, eine möglicherweise wirksame Alternative im Kampf gegen Krebs zu testen, die etablierte Behandlungsmethoden wie die Chemotherapie ergänzt.

Wissenschaftliche Ansprechpartner:

Prof. Dr. med. Steffen Emmert
Direktor der Klinik und Poliklinik für Dermatologie und Venerologie
Universitätsmedizin Rostock
Tel. 0381 494-9700
E-Mail: steffen.emmertmed.uni-rostockde

Dr. Sander Bekeschus
Leiter der Forschergruppe "Plasma-Redox-Effekte"
Zentrum für Innovationskompetenz (ZIK) plasmatis
Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie (INP)
Tel. 03834 554-3948
E-Mail: sander.bekeschusinp-greifswaldde

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Dr. Sander Bekeschus zeigt eine Aufnahme von Co-Kulturen aus Tumorzellen und Immunzellen, die im Bild als grüne bzw. rote Punkte dargestellt sind.

Kontakt

Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V.
Felix-Hausdorff-Str. 2
17489 Greifswald

Tel.: +49 3834 - 554 300
Fax: +49 3834 - 554 301

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www.leibniz-inp.de

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