Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg

Das im Jahr 2016 gegründete Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg (KDK), welches durch die europäische Union über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung und das Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert wird, ist eine Kooperationsinitiative zwischen der Klinikgruppe Dr. Guth GmbH & Co. KG und dem INP. Das KDK ist auf dem Gebiet der kliniknahen Forschung, Entwicklung sowie Anwendung innovativer Technologien in der Medizin tätig. Mit den neu geschaffenen Laborräumen direkt im Klinikum Karlsburg werden Produktideen vor Ort im Klinikalltag entwickelt und getestet – ein komplett neuer Ansatz für den Transfer von Forschungsergebnissen in Mecklenburg-Vorpommern, aber auch deutschlandweit.

Im Vordergrund der klinikbegleitenden Forschung mit räumlicher Nähe zum Patienten stehen derzeit insbesondere Innovationen in den Gebieten Diabetes und Wundversorgung – wie beispielsweise die Plasmamedizin oder neue Diagnoseverfahren. In der Konstellation aus Forschern, Ärzten und Pflegern in direktem Kontakt mit den Entwicklungsabteilungen der Unternehmen ist es möglich, Daten am Patienten zu erheben und direkt mit den Ergebnissen der Grundlagenforschung zu korrelieren – im Dienste der Entwicklung innovativer Medizinprodukte zum Nutzen des Patienten.

Für die am KDK durchgeführten Verbundprojekte und die Auftragsforschung stehen zahlreiche Möglichkeiten zur Verfügung, neue Produkte direkt im klinischen Alltag zu entwickeln. Das interdisziplinäre Team aus den Bereichen Physik, Biologie, Ingenieurswesen, Labor und Klinik kann dabei auf eine umfassende Labor- und Geräteausstattung für mikrobiologische und zellbiologische Grundlagenforschung, diverse physikalische Diagnostiken und Messplätze bis hin zum rapid prototyping sowie auf medizinisch zugelassene Geräte für klinische Untersuchungen und Therapie zugreifen. Die so entstandenen Erprobungsmuster bzw. Prototypen können im nächsten Schritt in präklinischen Tests auf Biokompatibilität und in klinischen Tests auf ihre Praktikabilität im klinischen Alltag direkt am Patienten analysiert und weiterentwickelt werden. Dieses Vorgehen kann individuell auf neue Therapien, Diagnostiken und auch Präventionsmethoden angewendet werden.

Das Team des KDK ist in zwei Forschungsgruppen organisiert. Die „Plasmawundheilung“ befasst sich vor allem im Bereich der Mikro- und Zellbiologie mit der Untersuchung neuer therapeutischer Verfahren, speziell mit der wundheilungsfördernden Wirkung durch Anwendung kalter Plasmen. In der Gruppe „Plasmaquellen-Konzepte" werden vor allem innovative Lösungskonzepte für medizintechnische Fragestellungen entwickelt und untersucht. Im Vordergrund steht hier die Konzeptionierung für verschiedene medizinische Anwendungen optimierter Plasmaquellen.

Kompetenzen

  • Expertise auf den Gebieten der Plasmatechnologie, der Diabetologie und Wundheilung sowie der kardiovaskulären Medizin
  • Mikro- und zellbiologische Grundlagenforschung, z. B. real-time PCR, Life-Cell Analyse und Imaging
  • Gewinnung und Aufbereitung von Patientenproben in der Klinik
  • Laboranwendungen z.B. Zytotoxizitätstest, Viabilitätstest, Hemmhoftests
  • Physikalische Analysen und Messplätze z.B. Hochspannungsanalysen, Diagnostik für optische Analyse
  • Rapid prototyping mit 3D-Druck in Keramik, Kunststoff, Kunstharz und Metall
  • Feinmechanische Fertigung und Anpassung von Bauteilen
  • Klinische Erprobung im Bereich der Präventivmedizin, Diagnostik und Therapie z. B. auf dem Gebiet der Wundheilung

Speziell in der Plasmamedizin - also der Anwendung kalter physikalischer Plasmen - wird aufgrund der sehr kurzen Halbwertzeiten der biologisch aktiven Bestandteile die Nähe zum Patienten von entscheidendem Vorteil. Die kurzen Wege zwischen Behandlungszimmer / OP und den Laboren für Zell- und Molekularbiologie auf der einen Seite und der Physik auf der anderen Seite geben zahlreiche Impulse für Innovationen in Bereich der Medizintechnik und der Anwendung kalter Plasmen im Klinikbereich. Gleiches gilt für innovative Produkte zur Diagnostik, die ebenso im Klinikalltag getestet und weiterentwickelt werden können. Hier stellt ein direktes Feedback von Patienten und Ärzten einen entscheidenden Vorteil in der Produktentwicklung dar, da sich so kurze Feedbackschleifen und schnelle Iterationen ergeben, was die Entwicklung von Prototypen enorm beschleunigt.

Informationsflyer zum Download

Hinweis: Diese Dateien sind nicht barrierefrei und möglicherweise nicht mit Hilfsmitteln wie Screenreadern nutzbar. Daher kann sie für Menschen mit Sehbehinderungen oder anderen Einschränkungen nicht oder nur eingeschränkt wahrgenommen werden. Wenn Sie weitere Informationen benötigen, kontaktieren Sie uns bitte per Telefon unter +49 3834 - 554 300 oder E-Mail unter welcome@inp-greifswald.de.

Weitere Informationen finden Sie auf der Unterseite Barrierefreiheitserklärung.

Kontakt

Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg
Greifswalder Straße 11
17495 Karlsburg

info@kompetenzzentrum-karlsburg.de

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