10.11.2014

Neue Therapie in der Wundheilung auf der MEDICA

 

INP Greifswald und neoplas tools GmbH stellten Plasma-Pen auf Medizin-Fachmesse in Düsseldorf vor.

Den ersten Kaltplasma-Jet zur Verbesserung der Wundheilung haben Greifswalder Wissenschaftler auf der internationalen Fachmesse MEDICA in Düsseldorf vorgestellt. Vom 12. bis 15. November hat das Leibniz-Institut für Plasmaforschung und Technologie e.V. (INP Greifswald) gemeinsam mit seiner Ausgründung, der neoplas tools GmbH, zu den rund 4600 Ausstellern der weltgrößten Medizinmesse gehört. Ihre gemeinsame Innovation: der Plasma-Jet kINPen® MED zur Therapie bei chronischen Wunden und erregerbedingten Hauterkrankungen. Die Zertifizierung als Medizinprodukt erfolgte in Zusammenarbeit mit der Universitätsmedizin Greifswald und der Charité – Universitätsmedizin Berlin.

In langjähriger Grundlagenforschung haben die Greifswalder Wissenschaftler des Leibniz-Institutes nachgewiesen, dass physikalische kalte Plasmen Krankheitserreger inaktivieren, darunter auch multiresistente Bakterien. Durch die antibakterielle und proliferationsfördernde Wirkung von physikalischem Plasma wird die Wundheilung stimuliert. Klinische Studien belegen die erfolgreiche Behandlung von chronischen Ulzera (offenes Bein, Unterschenkelgeschwür) mittels Plasmabehandlung. Für rund vier Millionen Menschen in Deutschland, die an chronischen Wunden leiden, könnte die Plasmatherapie eine wirkungsvolle Alternative zu etablierten Therapien in der Wundbehandlung sein.

„Greifswald hat sich in den letzten Jahren zu einem international führenden Zentrum der Plasmamedizin entwickelt. Unsere Forschungsergebnisse waren die Grundlage für die erfolgreiche Produktentwicklung und Markteinführung des kINPen® MED durch die neoplas tools GmbH“, sagt INP-Direktor Prof. Dr. Klaus-Dieter Weltmann. Erst vor wenigen Tagen erhielt die neoplas tools GmbH dafür den Ludwig-Bölkow-Technologiepreis des Landes Mecklenburg-Vorpommern, der den erfolgreichen Transfer von Forschungs- und Entwicklungsergebnissen in die wirtschaftliche Vermarktung würdigt.

„Seit Beginn des Jahres 2014 wird der Plasma-Jet in mehreren Kliniken und dermatologischen Praxen erfolgreich eingesetzt. Die Messe werden wir nutzen, um die ersten Therapieerfolge und die Potenziale der Plasmamedizin dem internationalen Fachpublikum zu präsentieren“, erklärt Renate Schönebeck, Geschäftsführerin der neoplas tools GmbH. In dem Greifswalder Unternehmen wird der Plasma-Jet hergestellt und vertrieben. 

Für die Wissenschaftler am INP sind die Einsatzmöglichkeiten von physikalischem Plasma in der Medizin indes noch nicht ausgeschöpft. Neueste Forschungsergebnisse, so Prof. Weltmann, legen nahe, dass physikalisches Plasma auch zur Inaktivierung von Krebszellen genutzt werden könnte. 

 

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