PlasRes
Entwicklung eines dezentralen Plasmaverfahrens zur Dekontamination von Klinikabwasser durch Entfernung von Antibiotika und Antibiotika-resistenten Mikroorganismen
Laufzeit vom 09.12.2022 – 30.05.2024, gefördert durch die Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU) unter dem Förderkennzeichen (FKZ) 37898/01-23.
Die Anzahl an Todesfällen aufgrund von Infektionen mit antibiotikaresistenten Mikroorganismen wird von der WHO bis zum Jahr 2050 auf etwa 10 Millionen geschätzt. Damit stellen diese Infektionskrankheiten weltweit eine alarmierende Bedrohung für Mensch und Tier dar. Besonders im Hinblick auf Zoonosen muss die Wechselbeziehung zwischen Tier und Mensch bei der Ausbreitung von Antibiotikaresistenzen in einem „One Health“-Ansatz berücksichtigt werden. Dies erfordert neuartige Methoden, mit denen Mikroorganismen und Pharmazeutika bereits an den Punkten ihrer Freisetzung entfernt werden können, um eine weitere Verbreitung im Wasserkreislauf zu verhindern. Gerade in Kliniken führt der hohe und vor allem unvermeidbare Bedarf an Antibiotika zu stark belastetem Abwasser.
Im Rahmen der Studie wird zusammen mit der TIA Technologien zur Industrie-Abwasser-Behandlung GmbH ein flexibel einsetzbares Vor-Ort-Verfahren entwickelt, mit dem unvermeidbare mikrobiologische und chemische Kontaminationen – wie sie beispielsweise im Krankenhausabwasser anfallen – effizient abgebaut werden können.
In Kooperation mit einem Klinikum und weiteren Anwendern wird die Effizienz von Plasmaverfahren mit anderen Wasseraufbereitungstechnologien, wie UV- oder Ozonbehandlung, verglichen. Auf diese Weise sollen mögliche Vorteile der Plasmabehandlung sowohl für den dezentralen Einsatz an sogenannten Hotspots als auch für eine mögliche vierte Reinigungsstufe in kommunalen Kläranlagen untersucht werden.