WIR! – Physics for Food
Physics for Seeds – Plasmabehandlung zur Saatguthygiene und Erhöhung von Keimfähigkeit und Triebkraft
Laufzeit vom 7.1.2020 – 31.10.2023, gefördert vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) unter dem Förderkennzeichen (FKZ) 03WIR2805A.
Der Einsatz von Agrarchemikalien (Herbiziden, Pestiziden, Fungiziden) ist Voraussetzung für einen ertragreichen Anbau von Nutzpflanzen und damit umfassenden Versorgung mit günstigen Lebensmitteln. Allerdings werden die damit verbundenen Belastungen für die Umwelt und mögliche Risiken für den Verbraucher mit Sorge betrachtet. Da damit verbunden Möglichkeiten der Beizung von Saatgut mit fungiziden Wirkstoffen zunehmend eingeschränkt werden, stellt sich die Frage nach alternativen Methoden zum Schutz der ausgebrachten Saaten.
Im Rahmen der Initiative des Bundesministeriums für Bildung und Forschung „Wandel durch Innovationen in der Region“ hat das Vorhaben „Physics for Food“ sich daher die Aufgabe gestellt mögliche Alternativen zu chemischen Verfahren durch physikalische Methoden zu untersuchen. In unterschiedlichen Leitprojekten werden dazu Möglichkeiten der Saatgutbehandlung, zur Förderung von Pflanzenwachstum und –gesundheit, sowie in der Verarbeitung von Nutz- bzw. Futterpflanzen untersucht. (Nähere Informationen zum Gesamtvorhaben und den einzelnen Leitprojekten sind hier zu finden: physicsforfood.org
Das Leitprojekt „Physics for Seeds“, unter Leitung des INP, greift die Ziele des Gesamtvorhabens unmittelbar durch die Untersuchung von direkten Plasmabehandlungen als auch von Plasma behandelter Luft für die Saatgutbearbeitung auf. Damit wird untersucht, wie sich speziell für Gerste, Raps und Lupine phytopathogene samenbürtige Erreger abbauen lassen bei gleichbleibender Saatgutvitalität. Damit wird eine Alternative zur chemischen Beize verfolgt. Weiterverfolgt werden zudem Ergebnisse, die eine Erhöhung der Keimfähigkeit und der Triebkraft der Samen durch eine Plasmabehandlung nahelegen. Beide sind ausschlaggebend für einen raschen und gesunden Feldaufgang, der sich schließlich auch in den Erträgen niederschlägt.
In diesem Zusammenhang werden auch Symbiosen der Behandlung mit der an die Samen anhaftenden für das Pflanzenwachstum förderlichen Bakterien betrachtet. Neben Versuchen im Labor werden die behandelten Samen auch ausdrücklich in Feldversuchen ausgesät. Zur Aufklärung grundlegender Mechanismen und wirtschaftlicher Möglichkeiten arbeiten im Projekt Partner des Leibniz-Instituts für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK), der Ceravis AG, der NPZ Innovation GmbH und der Saatzucht Bauer GmbH & Co. KG zusammen. Außerdem wird eine enge mit dem Leitprojekt Teilprojekt „WIR! - Physics for Food: Physics for Crops“ verfolgt, um das Pflanzenwachstum nach der Aussaat zu verfolgen.