ActiHeal: Eigenzelltherapie zur beschleunigten Heilung chronischer Wunden

Fettgewebe enthält Stammzellen und spezielle Botenstoffe, die sich positiv auf die Heilung von verschiedenen Krankheiten und Wunden auswirken. Erste Studien belegen, dass sie effektiv zur schnelleren Heilung von chronischen Wunden beitragen.

In dem vom Technologie-Beratungs-Institut (TBI) geförderten Projekt „ActiHeal“ wird eine neuartige Methode entwickelt, um die regenerativ wirksamen Zellen zu aktivieren und für eine klinische Anwendung aufzubereiten. Dabei sollen körpereigene Zellen (plus die freigesetzten Botenstoffe) auf Wunden aufgetragen werden und somit zu einem beschleunigten Wundverschluss beitragen. Da eine enzymatische Zellisolierung mit höheren Kosten und möglichen Sicherheitsbedenken behaftet ist sowie teilweise eine geminderte Wirksamkeit aufweist, wird hier eine nicht-enzymatische Isolierung bevorzugt.

Hierzu entwickeln WissenschaftlerInnen des KDK zusammen mit der Human Med AG und der Universität Rostock ein Gerät, welches zur enzym-freien Isolation der stromalen vaskulären Fraktion (SVF) und letztlich zur Anreicherung der darin enthaltenen, regenerativ wirksamen Zellen aus körpereigenem Fettgewebe dienen soll. Bei der stromalen vaskulären Fraktion (SVF) wird dem menschlichen Körper durch Fettabsaugung entnommenes Fettgewebe mit Ultraschall behandelt, um Stammzellen und andere Wachstumszellen zu separieren.

Eine besondere Herausforderung ist es, den neu entwickelten, innovativen Isolations- und Applikationsprozess im Einhandprinzip und ohne substanzielle Bearbeitung der Zellen in klinischen Anwendungen zu überprüfen. In einem Schritt werden hierbei die Zellen isoliert, aufgereinigt und wieder dem Patienten verabreicht ohne dass der OP verlassen werden muss.

Darüber hinaus soll eine kombinierte Plasmamodulation dieser Zellen untersucht werden. Durch den Einsatz regenerativer Zellen in Verbindung mit einer entsprechend angepassten Plasmabehandlung der gewonnenen körpereigenen SVF sollen die Vorteile der beiden Technologien noch besser ausgenutzt, und entsprechend aufeinander abgestimmt werden. Zunächst soll kaltes Plasma die Isolation der regenerativen Zellen aus dem – per Liposuktion - abgesaugten Fettgewebe unterstützen. Weiterhin soll geprüft werden, ob eine Behandlung mit kaltem Plasma die gewonnenen Zellen auch stimulieren kann. Dabei kann auf die langjährigen Erfahrungen der INP-ForscherInnen im Umgang mit kalten Plasmen zurückgegriffen werden. Kalte Plasmen sind energiegeladene Gase im angeregten Zustand, die ihre Wirksamkeit und Verträglichkeit bereits in der Behandlung chronischer Wunden unter Beweis gestellt haben.

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