AutoImmun: Neuartige Tests für die T1DM- Diagnostik

Im Verbundprojekt AutoImmun entwickelt das Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg (KDK) in Zusammenarbeit mit der Firma EUROIMMUN ein neues Testsystem zur Diagnostik von Diabetes mellitus Typ 1. Ziel des Projektes ist es, einen schnellen und einfach anwendbaren Test zu realisieren, der diabetes-assoziierte Autoantikörper gegen Glutamat-Decarboxylase (GAD65), Tyrosinphosphatase (IA-2) und Insulin bereits im Frühstadium aufzeigt. AutoImmun erarbeitet damit eine funktionale Alternative zu bisher verwendeten Methoden.

Das Projekt-Team setzt diesbezüglich bei der Nutzung eines Chemilumineszenz-Immunassays an. Chemilumineszenz-Immunassay ist eine Methode, um bereits geringste Spuren von Antikörpern im Organismus nachzuweisen. Sie basiert auf der chemischen Reaktion eines Antigens mit einem Antikörper. Bei diesem Phänomen wird ein Teil der frei werdenden Energie in Form von sichtbarem Licht emittiert, welches dann gemessen wird. Bisher gilt der Radioimmunassay in der Diagnostik für Diabetes mellitus Typ 1 als Goldstandard. Allerdings ist die Durchführung durch den Einsatz radioaktiv markierter Antigene relativ zeitaufwändig und beansprucht einen entsprechenden Sicherheits- und Technikaufwand.  

Ferner zielt das Verbundprojekt AutoImmun darauf ab, Alternativen zur Diagnostik von Typ1-Diabetes-Autoantikörpern zu erforschen. Eine mögliche Alternative zum Nachweis der Autoantikörper könnte der direkte Nachweis der diabetes-assoziierten Autoantigene Glutamat-Decarboxylase (GAD65) und Tyrosinphosphatase (IA-2) im Körper sein, da die Bildung der Autoantikörper die Freisetzung der Autoantigene aus geschädigten Betazellen voraussetzt. Erste Untersuchungen zum Nachweis von GAD65-Antigenen zeigten die prinzipielle Realisierbarkeit dieses Ansatzes. Der Nachweis der Autoantigene wäre nicht nur für die Prädiktion und Differentialdiagnostik des Diabetes von Interesse, sondern auch von Relevanz für das frühzeitige Erkennen einer Transplantatabstoßung bei Patienten nach Inselzelltransplantation.

Im Kompetenzzentrum Diabetes Karlsburg sollen die im Projekt entwickelten Chemilumineszenz-Immunassay-Testsysteme auf ihre Sensitivität und Spezifität überprüft werden. In enger Zusammenarbeit mit dem Klinikum Karlsburg werden dann Entwicklung und Validierung der speziellen Bioanalytik Methode mit klinisch charakterisierten Patientenproben durchgeführt.

Parallel dazu sollen medizinische Aspekte erforscht werden. Im Interesse steht dabei, ob sich die Messung der Autoantikörper auch zur Überwachung des Krankheitsverlaufs bei Patienten mit Diabetes Typ 1 eignet und ob sie Hinweise für beginnende Spätfolgen liefern könnten. Für dieses Teilvorhaben werden klinische Verlaufsproben von neu manifestierten Typ 1 Diabetes-Patienten über einen Zeitraum von 2 Jahren erhoben und die Korrelation der Markerlevel mit dem Krankheits- und Therapieverlauf untersucht.

Der Nachweis einzelner Autoantikörper ist das früheste Zeichen des Autoimmunprozesses. Das Risiko, einen Diabetes mellitus Typ 1 zu entwickeln, steigt mit der Konzentration, der Anzahl und der Spezifität verschiedener Autoantikörper. Die Chancen für eine erfolgreiche therapeutische Intervention sind zum Zeitpunkt eines Einzel-Autoantikörper-Nachweises am größten. Durch den Einsatz automatisierbarer, sensitiver Autoantikörper-Screenings können Diabetes-Erkrankungen Typ1 zukünftig bereits im Frühstadium erkannt und behandelt werden.

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